HDTV 18.12.2009, 19:44 Uhr

HDTV: Ende des Hürdenlaufs in Sicht  

Mit der Anschaffung eines großen Flachbildschirms ist selbst zur Weihnachtszeit nicht immer Freude verbunden, fehlt es doch häufig an Programmen in entsprechender Bildqualität. Also gilt es, den Displays das zu geben, wofür sie entwickelt wurden – Signale für die Wiedergabe hochauflösender TV-Bilder. Doch die müssen irgendwie ins Haus kommen, sei es über Satellit, Kabel oder Internetanschluß. VDI nachrichten, Düsseldorf, 18. 12. 09, jdb

Das Satellitensystem Astra liefert derzeit den größten Anteil an Programmen in hochauflösender Qualität. Aber kostenlos möchte der Quasi-Monopolist das nicht tun, und so versucht er, die HD-Aktivitäten der privaten Programmanbieter zu bündeln und kostenpflichtig zu machen. HD+ heißt das Anfang Juni angekündigte Angebot, auf einer einheitlichen Plattform private HD-Programme mit NagraVision verschlüsselt empfangen zu können. Am 1. November ging es mit RTL HD und Vox HD los.

Auch wenn zunächst vor allem US-Serien in hoher Auflösung als medientechnische Entwicklungshilfe daherkommen, hat RTL doch mehr in petto, will im kommenden Jahr bis zu 18 Spiele der Fußball-WM in HD übertragen. Ebenfalls steht die Formel 1 auf der Wunschliste der Programmplaner. „Wir werden auch die aktuellen Formate in HD produzieren und ausstrahlen, sobald wir unser neues Sendezentrum in Köln-Deutz im nächsten Jahr komplett in Betrieb genommen haben“, erklärt RTL-Sprecherin Bettina Klauser.

Es folgen ProSieben und Sat.1: „Wir starten am 31. Januar mit dem regulären Programm. Das meiste ist allerdings zunächst noch hochkonvertiert, also von SD nach HD gebracht. Der native Anteil wird stetig erhöht“, so Susanne Lang aus der Unternehmenskommunikation. Echte HD-Highlights sind „Fluch der Karibik“, „Fantastic Four“ usw.

Doch das hochaufgelöste Bilderlebnis bleibt derweil nur den Satellitenkunden vorbehalten, die sich eine neue HD+-Box anschaffen. Die werden derzeit von Humax, TechniSat, TechnoTrend und VideoWeb angeboten, enthalten eine Smart-Card, die ein Jahr lang funktioniert. Wer dann nicht vom guten Bild lassen mag, wird sich – so das Geschäftsmodell – für 50 € eine neue Karte kaufen oder die alte reaktivieren.

Mit dieser Prepaid-Service-Pauschale sollen die zusätzlichen Kosten für Signalaufbereitung, Verschlüsselung und Übertragung gedeckt werden – und selbst für die Programmanbieter dürfte noch etwas übrig bleiben. Übrigens sollen die Kosten auch bei weiteren Programmen nicht steigen, hat zumindest SES-Astra-Präsident Ferdinand Kayser versprochen. So sieht er denn in HD+ auch kein Pay-TV.

Und das Kabel? „Wir reden mit allen Netzbetreibern, auch den kleineren der Netzebene 4, damit unsere HD-Programme überall gesehen werden können“, erklärt Klaus Steffens, Leiter Technik und Distribution von ProSiebenSat.1. „Eine weitere Box wollen wir dort aber vermeiden – mit einer Karte muss die Entschlüsselung der allgemeinen Digitalprogramme ebenso möglich werden wie die unserer HD-Programme.“

Noch immer ist das Kabel das Sorgenkind der bundesdeutschen Medienwelt. Jahrelang wurden gigantische Gewinne abgeschöpft, Ausbaumaßnahmen auf ein Minimum reduziert. Jetzt wird versucht, die HD-Pakete so gut wie möglich reinzupressen. So überträgt Kabel Deutschland die sieben HD-Programme von Sky, dem einstigen Premiere. „Wir möchten die HD-Programme der privaten Anbieter ohne Zusatzkosten in unserem normalen digitalen Bouquet anbieten, den Leuten keine weitere Box zumuten“, so Joyce Mariel, Medienreferentin Kabel Digital.

Dabei pokern die drei großen Betreiber der Netzebene 3, nämlich Kabel Deutschland, Unity und Kabel Baden-Württemberg, mit den Programmanbietern um zusätzliche Einspeiseentgelte, wobei die Geschäftsgrundlagen hierfür einigermaßen umstritten sind. Es sind Übertragungskapazitäten gebucht und die meisten Verträge laufen wohl erst Ende 2012 aus.

Bei Kabel Baden-Württemberg sieht man die Diskussion recht gelassen. „Unser Netz ist zu 99 % modernisiert, wir speisen derzeit 19 HD-Programme ein, selbstverständlich auch die öffentlich-rechtlichen“, so Maurice Böhler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter bei Kabel BW. Die RTL- und Sat-HD-Programme sind aber nicht dabei. „Wir haben hierfür noch keine Einspeiseverträge, möchten unseren Kunden aber diese Programme ohne Zusatzkosten und -boxen anbieten. Und deshalb verhandeln wir – auch über den Signalschutz .“

Schlusslicht in Sachen HD im Kabel ist Unitymedia, der Netzbetreiber für NRW und Hessen. Die ARD- und ZDF-HD-Programme werden kommen, die von RTL und Sat.1 vermutlich erst in einem eigenen HD-Paket, an dessen Schnürung auch der Kabelverband ANGA beteiligt ist.

Bei Entertain, dem IPTV-Angebot der Deutschen Telekom, dürfte die Einspeisung der privaten HD-Programme für die rund eine Mio. Haushalte nur noch eine Frage der Zeit sein. Fest gebucht sind hingegen die öffentlich-rechtlichen Weihnachts-HD-Showcases und die Regelausstrahlung, noch nicht Arte HD. Dafür gibt“s aber Liga total.

Das ZDF startet vom 17. Dezember bis 6. Januar zum dritten und letzten Mal einen HD-Showcase, bevor es am 12. Februar während der Olympischen Winterspiele in Vancouver mit der HD-Regelausstrahlung – aber noch nicht dem Regelbetrieb – beginnt. Die ARD zieht am 19.12. nach – mit Pfarrer Braun und dem Weltspiegel, als erste HD-Fingerübungen im Aktuellen. RAINER BÜCKEN

Von Rainer Bücken

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