Messen 25.04.2003, 18:24 Uhr

Gebrauchtmaschinen werden 1. Wahl

Weniger als andere Industriezweige hat die Kaufunlust nach Angaben von Fachverbänden den Markt für Gebrauchtmaschinen getroffen. Das zeigte sich vorige Woche auch am starken Besucherinteresse auf der Messe Resale. Die „Gebrauchten“ wurden dort auch als Einstieg ins Neumaschinengeschäft gesehen.

Gebrauchtmaschinen haben die gleiche Akzeptanz wie anderswo Produkte aus erster Hand, dass zeigte sich vom 14. bis 16. April auf der 9. Resale, Messe für gebrauchte Maschinen und Anlagen in Nürnberg, wohin nahezu 10 000 Fachbesucher gekommen waren. Dass „alt“ dabei alles andere als „veraltet“ bedeutet macht Hans Schuy deutlich: „Elektrik und Mechanik unserer generalüberholten Maschinen sind auf dem allerneuesten Stand“, betont der Geschäftsführer der gleichnamigen Firma. Computersteuerungen und Software seien dabei denen von Neumaschinen ebenbürtig, so Hans Schuy. „Wirklich gebraucht sind eigentlich nur das Maschinengehäuse und das Herstellerschild.“ Das Unternehmen aus dem osthessischen Hünfeld liefert Maschinen für lebensmittelverarbeitende Betriebe.
Gerade im Lebensmittelbereich verläuft die Nachfrage nach Gebrauchtmaschinen synchron mit der Geschäftsentwicklung auf dem Neugerätesektor. In guten Zeiten gäbe es deshalb Wartezeiten wie bei fabrikneuen Maschinen. „Daher werden oft Gebrauchtmaschinen gekauft, um nicht dem Wettbewerb das Feld überlassen zu müssen“, weiß Hans Schuy, „in schlechten Zeiten sind Gebrauchte dagegen gefragt, weil kein Geld für Neumaschinen vorhanden ist“.
Auch vom größten Angebotsschwerpunkt der Messe, den Maschinen zur Metallverarbeitung, herrschte ein positives Klima: So meldete der englische Aussteller gut eine Stunde nach Messebeginn einen Geschäftsabschluss mit dem Automobilzulieferer Lamba aus Dehli/Indien, wo die Automobil- und Motorradproduktion zunimmt. „Wir haben fünf Pressen für insgesamt 1,5 Mio. € an einen langjährigen Kunden verkauft“, berichtet Graham Knowles, Managing Director des Pressenanbieters. Das Geschäft wurde allerdings vorbereitet: „Eine Woche vor der Resale wurden die Pressen begutachtet und wir haben vereinbart, den Vertrag auf der Messe zu unterzeichnen.“
Positiv ist auch das Fazit von den Branchenverbänden: Insgesamt hat demnach die weltweite Konjunkturschwäche den Markt für Gebrauchtmaschinen weniger getroffen als andere Industriezweige. Für die Mitgliedsfirmen der Fachgruppe Gebrauchtmaschinen im Fachverband des Deutschen Maschinen- und Werkzeug-Großhandels (FDM), Bonn, verlief das Jahr 2002 sogar etwas positiver als 2001. „Bei den gebrauchten Werkzeugmaschinen war ein durchschnittlicher Zuwachs von 6,1 % zu verzeichnen“, sagt FDM-Geschäftsführer Reiner Rienermann, „und bei den Holzbearbeitungsmaschinen konnten die Mitgliedsfirmen im Durchschnitt sogar um 12 % zulegen“. Für 2003 erwartet die Fachgruppe Gebrauchtmaschinen eine gleich bleibende Branchenkonjunktur.
War das vergangene Jahr eher von verhaltener Nachfrage geprägt, blicken nun auch die Mitglieder der European Association of Machine Tool Merchants (EAMTM), Brüssel, optimistisch in die Zukunft. Verschiedene Umfragen innerhalb des europäischen Maschinenmarktes hätten gezeigt, dass in den kommenden Monaten eine erhöhte Investitionsbereitschaft zu erwarten sei.
Angesichts stagnierender Inlandsumsätze erweist sich indes das Auslandsgeschäft weiter als Umsatzmotor für deutsche Unternehmen. Das wachsende Interesse in Zentralasien bestätigt Thomas Illies: „Derzeit geht es darum, das Niveau bei den eingesetzten Maschinen zu erhöhen“, analysiert der Berater im Farmerverband Kasachstan, „weil bislang oft 40 Jahre alte Maschinen eingesetzt wurden, macht es Sinn, die kasachischen Unternehmen langsam auf die nächste Stufe zu heben“. Mittelfristig sei es erstrebenswert, dass die betreffenden Firmen zehn Jahre alte Maschinen erwerben: „So wird nach und nach die Basis für das Neumaschinengeschäft gelegt.“ HES/CIU

  • Martin Ciupek

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Maschinen- und Anlagenbau, Produktion, Automation, Antriebstechnik, Landtechnik

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