Autotest 04.01.2008, 19:32 Uhr

Frauenlieblinge in Konkurrenz  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 4. 01. 08, wop – Mit dem neuen Mazda2 besinnen sich die Japaner wieder auf den typischen Kleinwagen und verabschieden sich von der hohen und kantigen Bauweise des Vorgängers. Gleichzeitig fordern sie mit weniger Länge und geringerem Gewicht die etablierte Kleinwagenkonkurrenz heraus, darunter den VW Polo, den Opel Corsa und den Nissan Micra. Im Vergleichstest zeigt der Mazda 2, dass er gegen den Micra bestehen kann.

Brandneu ist der Mazda 2 und ein klassischer Kleinwagen. Er ist agiler und sparsamer geworden als sein Vorgänger und trifft in der neuen Rolle auf starke Konkurrenten, die das Kleinwagensegment seit Jahren beherrschen. Darunter auf den Micra, der eines der beliebtesten Autos in Europa ist. Weltweit wurden seit dem Produktionsstart 1982 von ihm 5,3 Mio. Einheiten verkauft, davon in Deutschland seit 1983 rund 566 000 Fahrzeuge.

Nach der jetzt vorgenommenen jüngsten Modellpflege bleibt der Micra mit knuffigem Äußeren, relativ geräumigem Interieur und pfiffigen Details als kompaktes Stadtauto auch weiterhin ein interessantes Angebot.

Der 3,88 m lange Mazda 2 bietet für einen Kleinwagen besonders viel Platz. Auch der Radstand ist größer als beim Micra. Auf gut ausgeformten Sitzen fühlen sich Fahrer und Beifahrer wohl, auch der Fond bietet Raum für die Beine. Aber eine Längsverstellung wie im Micra gibt es nicht dort ist die Rücksitzbank um 20 cm längs verschiebbar.

Im Mazda haben Große eher mit der eingeschränkten Kopffreiheit zu tun. Auf Klassenniveau rangiert bei beiden das fast identische Gepäckraumvolumen. Die hohe Ladekante – ein Tribut an die Karosserieversteifung am Mazda 2-Heck – stört allerdings beim Beladen mit schweren Gütern, wie gefüllte Wasserkästen. Dagegen ist die nur 43 cm hohe „Ladehürde“ im Micra lobenswert.

Seit Markteinführung des ersten Micra vor über 25 Jahren ist er ein Frauenliebling, denn rund 70 % aller Kunden sind weiblich. Beim Mazda 2 dürfte es kaum anders sein. Für das reine Zweit- oder Stadtauto sind deshalb die Einstiegsmotorisierungen sinnvoll. Sportlich Ambitionierte dürften eher zu den stärkeren Versionen greifen: Mazda bietet dafür den 1,5-l-Vierzylinder mit 76 kW an. Das Äquivalent bei Nissan ist der 81 kW leistungsstarke 1.6 SR.

Dank des etwas größeren Hubraums und der höheren Leistung schneidet der Micra bei Beschleunigung und Elastizität geringfügig besser ab. In niedrigen und mittleren Drehzahlen im hohen Gang muss der Mazda 2 vor allem an langen Steigungen getreten bzw. heruntergeschaltet werden – trotz eines Schaltsaugrohres für mehr Drehmoment. Der Micra 160 SR wirkt da in der Praxis kräftiger.

Angenehm ruhig läuft der Mazda-Motor bis in mittlere Touren, in höheren Drehzahlen klingt er ziemlich kernig. Die beiden leistungsstärksten Aggregate der Baureihen müssen mit einem Fünfganggetriebe auskommen, das sich allerdings exakt schalten lässt – beim Mazda ist der Schalthebel in hoch gesetzter Joystick-Anordnung positioniert.

Im Überlandverkehr sind beide sparsam, doch bei zügiger Fahrt auf Autobahnen fällt der Kraftstoffzuschlag besonders beim Mazda recht kräftig aus. Unter 9 l bis 10 l Super je 100 km ist dann nichts zu machen. Dagegen begnügen sich beide Fahrzeuge, wenn man sie zurückhaltend bewegt, mit 6 l bis 7 l je 100 km.

Die beiden Fronttriebler können als sicher und problemlos gelten. Im Extremfall hilft zudem das Antischleudersystem ESP. Der Mazda absolviert selbst enge Kurven unbeeindruckt, wirkt besonders agil, auch weil sich die Karosserie weniger zur Seite neigt als beim Micra. Nicht zuletzt arbeitet die Lenkung besonders zielgenau.

Weitgehend gelungen ist bei den zwei Kontrahenten die Federungsabstimmung. Lediglich auf kurz hintereinander folgenden Bodenwellen neigt der Mazda 2 zum Stuckern. Die Sitze im Mazda sind straffer gepolstert mit ausreichend Seitenhalt, aber durchaus bequem; auch haben Passagiere von der Innenbreite her etwas mehr Platz. Ein Kritikpunkt bei beiden ist die mangelnde Übersichtlichkeit beim Einparken.

Der Mazda 2 und der Nissan Micra sind, wie von japanischen Produkten gewöhnt, solide verarbeitet. Seine Zuverlässigkeit in Dauertests von Autofachzeitschriften hat der Micra schon bewiesen. Beide Modelle sind in der gefahrenen Version praktisch komplett ausgestattet.

Mazda bezeichnet die Ausstattungsvariante „Impression“ sogar als „Verwöhnmodell“. Mit 16 100 € ist der Mazda 2 1.5 in dieser Version ein preisgünstiges Angebot. Der sportliche Nissan Micra 160 SR ist rund 2000 € teurer. Er besitzt wie sein Konkurrent Details wie Klimaautomatik und CD-Wechsler, darüber hinaus aber auch einen Einparksensor hinten. INGO REUSS/WOP

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