Displays 05.09.2003, 18:26 Uhr

Flache Flundern für das Wohnzimmer

Ob LCD-, Plasma-Bildschirm oder Projektor, das Bild als zentrales Medium unserer Unterhaltungswelt wird einerseits größer, andererseits mobiler – immer aber flacher. Der technische Fortschritt macht die gute alte „Glotze“ zur hochvariablen Multimediawelt.

Fernsehen unterwegs? – Das fand bisher allenfalls beim Camping statt. Die Firma Sharp möchte das jetzt ändern. Zur Internationalen Funkausstellung (IFA) 2003 in Berlin brachte sie ein LCD-Flachbild-TV mit 38-cm-Bilddiagonale mit – inklusive Henkel zum Tragen.

Mit Lithium-Ionen-Akkus befüllt, schafft Sharps mobiler Fernseher Aquos LC-15 L1 ein Fußballspiel samt Verlängerung in Stereo. Seine Fernsehsignale empfängt das 4 kg schwere Gerät über eine externe Transmitterbox kabellos (2,4 GHz Spread Spectrum Übertragung). Am Transmitter stecken die Anschlüsse für TV und DVD-Player.

Billiger und leichter unterwegs ist der TV-Mobilist jedoch mit Daten- und Videoprojektoren. Ralf Wolf, Leiter Marketing und Kommunikation bei NEC, Marktführer im Projektorenbereich, sieht das größte Wachstum im nächsten Jahr bei den kleinen Strahlemännern. „Allerdings nutzen aktuell die wenigsten den Projektor als Ersatz für den Fernseher, vielmehr als Zusatzgerät für echtes Kinofeeling.“

Die Preisschallmauer von 1000 ‰ durchbricht der LP240 von InFocus, ein 2,64 kg leichter Projektor. Ohne Strom und Datenkabel geht’s jedoch nicht. SVGA-Auflösung und Helligkeit von 1000 ANSI-Lumen erfüllen alle Anforderungen an einen Projektor. Benutzt werden sollte er nur bei Nacht oder in verdunkelten Räumen.

Den Gewichtsrekord bei Projektoren hält die Firma Optoma mit ihrem DLP-(Digital Light Prozessing) Projektor EP731. Ganze 900 g wiegt das Gerät, das bei einem Preis von 1700 ‰ eine XGA-Auflösung mitbringt und die Abmessungen eines DIN-A5-Blattes hat.

Suzan Scheffen, Marketing Product Group Manager für Advanced TV Technologies bei Sony, sieht für die Home-Cinema-Technologien im nächsten Jahr ein Gesamtwachstum von 90 %, wobei der Löwenanteil für LCD-Bildschirme eine wertmäßige Steigerung von 330 % erfahren soll. „Plasmadisplays werden sich um 240 % steigern.“

Die Hersteller positionieren sich im Wachstumsmarkt der Großprojektion allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Einigkeit besteht nur darin, dass die Bilder groß und flach werden müssen.

Sharp, größter Fabrikant von LCD-Screens, hat sowohl Röhre als auch Plasmatechnologie bereits beerdigt. Dazu Michael Kurpiers, Marketingleiter CE bei Sharp: „Die Plasmatechnologie stirbt, da sie kurzlebig ist, extrem viel Energie verbraucht, strahlt und die Bilder einbrennen. Nur LCD vereint superflaches Design mit zukunftssicherer Bildtechnologie.“

Einig ist sich die Industrie, dass kleinere LCD-Screens aus der Computertechnik weiter in die Haushalte wandern. Der elegante Bilderrahmencharakter, ob freistehend oder an der Wand, verbunden mit rapide sinkenden Preisen, soll dafür sorgen.

Im Heimkinomarkt sehen die klassischen Hersteller von Plasmafernsehern die Zukunft jedoch deutlich differenzierter. Die Panasonic-Marketingleiterin Audio&Visual Products, Silke Mösing, meint: „Der eindeutige Verlierer bei Homecinema werden Rückprojektionsfernseher sein. Panasonic hat die Weiterentwicklung dieser Technologie bereits eingestellt.“

Plasma, so Mösing, biete heute im Vergleich zur LCD-Technik eindeutig die bessere Bildqualität. „Es hat brillantere Farben, einen besseren Kontrast und aufgrund der schnelleren Reaktionsgeschwindigkeit weniger Nachzieheffekte bei Bewegungen.“ Die Forschung entwickele zusammen mit den Phosphorlieferanten die Plasmatechnologie hinsichtlich Qualität und Kosteneffizienz ständig weiter.“

Egal, ob Plasma- oder LCD-Flachschirm: 2003 kostet ein Komplettset aus Flachscreen, Tunerbox und Lautsprechern in der 40-Zoll-Klasse zwischen 7000 ‰ und 8000 ‰. Angebote bei Verbrauchermärkten um 2000 ‰ enthalten meist nur den nackten Schirm.

Die vergleichsweise hohen Preise schaffen eine Verschnaufpause für die Geräte, die mit Rückprojektionstechnik arbeiten. Ein 40-Zoll-Gerät bekommt man schon für 2000 ‰. Samsung Electronics stellt mit dem SP-46 L5H seinen ersten 3-Panel-LCD-Rückprojektions-Fernseher vor, der mit einer Bildschirmdiagonalen von 116 cm (gut 45 Zoll) nur noch 41 cm Zentimeter tief ist und knapp 33,5 kg wiegt.

Diese neue Generation von Rückpro-Fernsehern arbeitet mit drei hochauflösenden LCD-Bildwandlern – je einen für Rot, Grün und Blau. Auch der Betrachterwinkel – großes Manko von Rückpro-Geräten – wurde vergrößert. Der Preis liegt jedoch bei 4400 ‰ Euro.

Egal, welches System demnächst die Wohnung schmückt: Wichtiger als vollmundig angepriesene Bildverbesserungsschaltungen ist der Eingangsscaler, der darüber entscheidet, welche Signalformate das Gerät akzeptiert. Progressive Scan und hochauflösende Signale aus der NTSC-Welt sollte der Schirm beherrschen, denn auch die Fernsehstandards der Zukunft waren auf der IFA ein Thema – und könnten schneller Realität werden als neue Schirme, die, falls sie diese Standards nicht beherrschen, wieder veraltet sind.

Von Martin Biebel

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