Konkurrenz für Google 03.12.2014, 13:24 Uhr

Finnisches Start-up tüftelt an Smartphone zum Zusammenpuzzlen

Das kleine finnische Unternehmen Circular Devices hat einen Entwurf für ein Smartphone nach dem Baukastenprinzip vorgestellt. Während das modulare Gerät Ara des Konkurrenten Google durch individuelle Gestaltungsmöglichkeiten punkten will, steht beim Puzzlephone die Langlebigkeit im Vordergrund. 

Der Besitzer des Puzzlephones soll sogar Module von Drittanbietern einbauen können. Google hingegen wird für sein modulares Smartphone wahrscheinlich nur Komponenten von Motorola zulassen. 

Der Besitzer des Puzzlephones soll sogar Module von Drittanbietern einbauen können. Google hingegen wird für sein modulares Smartphone wahrscheinlich nur Komponenten von Motorola zulassen. 

Foto: Circular Devices

Google möchte zusammen mit seiner Tochterfirma Motorola Anfang 2015 ein Smartphone auf den Markt bringen, das über eine modulare Struktur verfügt. Bei dem Projekt Ara genannten Gerät können viele Einzelbestandteile vom Besitzer selbst ausgewechselt werden – darunter Kamera, Prozessor, aber auch WLAN-Technik, Display oder Mikrofon.

Dem Nutzer soll dabei eine möglichst breite Palette von Komponenten zur Auswahl stehen. Allerdings ist Google nicht das einzige Unternehmen, das bei Smartphones auf das Lego-Prinzip setzt. Neben Konzepten des niederländischen Designers Dave Hakkens und dem chinesischen Hersteller ZTE hat nun ein finnisches Start-up einen weiteren Entwurf vorgestellt.

Allerdings steht hinter dem Puzzlephone der Firma Circular Devices wohl eine gänzlich andere Ideologie. Während Google seinen Nutzern eine möglichst große Vielfalt auf dem Weg zum individualisierten Smartphone bieten möchte, betont das finnische Start-up eher das große Nachhaltigkeitspotenzial hinter der Modularbauweise. 

Puzzlephone besteht aus drei wechselbaren Modulen 

Zwar bietet das Puzzlephone insgesamt nur drei auswechselbare Module an, in denen sich aber jeweils gleich mehrere wichtige Bauteile befinden. Auf diese Weise soll die Lebensdauer des Gerätes deutlich verlängert werden. Schließlich muss das Telefon nicht weggeworfen werden, wenn bloß eine Komponente kaputt ist. Das Herz des Puzzlephone heißt auch so: The Heart. Das leicht austauschbare Modul vereint den Akku sowie Komponenten wie GPS-Empfänger oder NFC-Chip.

Das Puzzlephone besteht aus drei Modulen namens Heart, Brain und Spine. Sie lassen sich unabhängig voneinander austauschen. Unterstützer der Idee ist das Berliner Fraunhofer-Institut. 

Das Puzzlephone besteht aus drei Modulen namens Heart, Brain und Spine. Sie lassen sich unabhängig voneinander austauschen. Unterstützer der Idee ist das Berliner Fraunhofer-Institut. 

Foto: Circular Devices

Als Gehirn (The Brain) des Ganzen bezeichnet der finnische Hersteller eine weitere Einheit, in der sich Prozessor sowie Arbeitsspeicher verstecken. Bleibt noch das Rückgrat (The Spine). Dieses Wechselbauteil besteht aus Mikrofon, Lautsprecher, dem Display sowie Tasten. 

Anders als bei Google: Puzzlephone soll auch für Dritthersteller offen sein 

Hardwareseitig folgt das Puzzlephone dem Modell einer offenen Plattform. Nahezu jeder Hersteller könnte also die verschiedenen Module auf den Markt bringen – ein weiterer Unterschied zu Googles geschlossenem Ansatz, der wohl nur Module aus dem Hause Motorola zulassen wird. 

Bei der Software wollen die Finnen vorerst auf eine modifizierte Android-Version setzen. Später könnten weitere mobile Betriebssysteme wie Windows Phone oder Firefox OS eingesetzt werden. Ob das Puzzlephone, wie geplant, tatsächlich 2015 auf den Markt kommen wird, ist noch ungewiss. Schließlich sucht Circular Devices noch nach weiterer finanzieller Hilfe für das Projekt. Einer der bisherigen Unterstützer ist das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) in Berlin. 

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