Smartphones für Verkehrssicherheit 20.02.2014, 13:04 Uhr

Falschfahrer-App der TU Clausthal soll Leben retten

Eine Smartphone-App soll Autofahrer warnen, wenn sich ein Falschfahrer in der Nähe befindet. Die Datenübertragung soll über ein neues WLAN-Netz zwischen den Notrufsäulen auf der Autobahn laufen. Einen Prototyp der App zeigt die TU Clausthal im März auf der CeBIT in Hannover. 

Zukünftig könnten die orangenen Notrufsäulen auf der Autobahn dazu dienen, Positionsdaten vorbeifahrender Autos zu sammeln. Bei einer Geisterfahrt könnten sie dann Autofahrer in der Umgebung über die neue App warnen. Und das viel schneller als das Radio. 

Zukünftig könnten die orangenen Notrufsäulen auf der Autobahn dazu dienen, Positionsdaten vorbeifahrender Autos zu sammeln. Bei einer Geisterfahrt könnten sie dann Autofahrer in der Umgebung über die neue App warnen. Und das viel schneller als das Radio. 

Foto: TU Clausthal

Kommt es bei den jährlich etwa 1800 Verkehrsmeldungen zu Falschfahrten auf deutschen Autobahnen zu einem Unfall, sind die Folgen häufig schwer. Fast jede sechste Kollision hinterlässt nach einem Bericht des Bundesverkehrsministeriums aus dem Jahr 2012 Todesopfer.

Warnungen an Verkehrsteilnehmer gibt es bisher hauptsächlich über das Radio, wobei in der Meldekette meist wertvolle Minuten verloren gehen. Um die von Falschfahrern ausgehenden Gefahren in Zukunft besser eindämmen zu können, empfiehlt der Bericht daher den Einsatz fahrzeugseitiger, kooperativer Systeme. 

Zusammen mit dem Braunschweiger Ingenieurdienstleister c4c Engineering stellt die TU Clausthal jetzt eine Technik vor, die helfen kann, Unfälle zu vermeiden: eine Falschfahrer-App als Frühwarnsystem. „Hier setzt die erfolgreiche Zusammenarbeit des Unternehmens mit unserer Universität an“, erläutert Professor Andreas Rausch vom Institut für Informatik der TU Clausthal. „Ideengeber für das Forschungsprojekt ist die c4c, bei der Umsetzung haben sich Studierende eingebracht.“

Kommunikation läuft über WLAN-Netz zwischen Notrufsäulen 

Wie genau funktioniert nun die Falschfahrererkennung? „Um die Zeit bis zur Warnung durch den Verkehrsfunk zu verkürzen, können sogenannte Car2X-Technologien zum Einsatz kommen“, erklärt Lutz Kelch, Technischer Leiter bei der c4c Engineering. „Dabei werden Informationen zwischen Fahrzeug und Infrastruktur beziehungsweise direkt zwischen Fahrzeugen ausgetauscht.“

Auf den Autobahnen könnten die schon existierenden Notrufsäulen bald eine Renaissance erleben, denn sie lassen sich als Standpunkte für die nötige Infrastruktur-Hardware verwenden. Das Netz der orangefarbenen Notrufsäulen ist mit Abständen von zwei Kilometern dicht genug, um mit einem WLAN-Funknetz die volle Abdeckung der deutschen Autobahnen sicherzustellen. Die Säulen sollen dann die Positionsdaten sammeln, die die vorbeifahrenden Fahrzeuge ständig per Handy übermitteln.

App schlägt im Gefahrenfall Alarm 

Erkennt das computergestützte System, dass ein Auto in der falschen Richtung unterwegs ist, klingelt und blinkt in Sekundenschnelle das Handy in den Fahrzeugen, die sich in der Umgebung dieser Gefahrenstelle befinden – und natürlich das des Geisterfahrers. So sind alle in der Gefahrenzone blitzschnell gewarnt, können ihre Geschwindigkeit drosseln und möglichst Unfälle vermeiden.

Der genaue Name des Projektes lautet „Car2Infrastructure-basierte Falschfahrererkennung“. Einen Prototyp der Falschfahrer-App, die die Studierenden der Uni Clausthal programmiert und die Software-Ingenieure der c4c optimiert haben, zeigen die Kooperationspartner im März auf der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover. 

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