IT-Infrastruktur 20.06.2003, 18:25 Uhr

Ethernet vermeidet Flaschenhälse bei der Standortvernetzung

Kaum ein Unternehmen kann heute noch auf Vernetzung seiner Standorte verzichten. Für diese Datenverbindungen zwischen lokalen Firmennetzen kommt immer häufiger Ethernet-Technologie zum Einsatz. Es verspricht weniger Aufwand und viel Datendurchsatz auf der Letzten Meile.

Gegenüber herkömmlichen Verfahren wie Asynchronous Transfer Mode (ATM) und Synchronous Digital Hierarchy (SDH) besitzt Ethernet einige Vorteile: „Die First oder Last Mile kennzeichnete sich in der Vergangenheit maßgeblich durch einen Bandbreitenengpass zwischen Service-Provider- und Unternehmens-/Anwendernetzen“, so Johann Strauß vom Netzausrüster Cisco Systems.
Konkret: 100 Mbit/s am Arbeitsplatz stehen 128 kbit/s über ISDN oder 2 Mbit/s über Standleitung gegenüber, sobald man sich außerhalb des Unternehmensnetzes befindet. „Diese Engpässe lassen sich über ein Metro Ethernet überbrücken“, so Strauß.
Darüber hinaus entfällt die zeitaufwändige und kostspielige Konvertierung. „Die Daten bleiben in ihrem Ethernet-Paket unverändert und werden einfach weitergereicht“, erklärt Horst Schäfers, Geschäftsführer Isis Multimedia Net.
Die Unternehmensstandorte werden ohne Bruch zwischen der lokalen Firmeninfrastruktur und den Weitennetzen über ein Ethernet-Backbone miteinander verbunden. Die direkte Anbindung im Unternehmen erfolgt über einen Ethernet-Switch.
Die Anschaffung zusätzlicher Geräte – wie bei anderen Verfahren üblich – ist für den Kunden nicht erforderlich. Durch die einheitliche Struktur lässt sich ein solches Netz außerdem vom Administrator des Unternehmens einfacher verwalten.
In der Regel bieten die Provider ihren Kunden eine Bandbreiten-Abstufung von 10 Mbit/s bis zu 1 Gbit/s an, die sie flexibel dosieren können. Die Umstellung auf eine höhere Bandbreite erfolgt über Software, zusätzliche Hardware muss dazu vom Unternehmen nicht angeschafft werden.
„Diese Flexibilität spart Kosten, da nur die jeweils gewählte Bandbreite berechnet wird. Zudem kann das Unternehmen bei Bedarf auch schnell die Bandbreite nach oben oder unten schrauben und so jederzeit die reibungslose Datenkommunikation zwischen seinen Standorten sicherstellen“, so Netcologne-Sprecherin Judith Schmitz.
Zum ersten Mal getestet wurde Ethernet 1972 im kalifornischen Xerox Palo Alto Research Center, zur Marktreife gelangte die eigentlich für den Nahbereich vorgesehene Technologie im Jahr 1976 durch ein Konsortium der Unternehmen Digital, Intel und Xerox.
Durch die Erweiterung des Verfahrens auf Metropolitan Area Networks (MANs) und Wide Area Networks (WANs) lassen sich heute die Local Area Networks (LANs) verschiedener Firmenstandorte über einen Ethernet-Backbone mit Bandbreiten von bis zu 10 Gbit miteinander verbinden. Mittlerweile bieten einige Netz-Provider wie Isis, Hansenet, Colt Telecom, Netcologne ihren Geschäftskunden die schnelle Vernetzung ihrer Standorte an.
Bislang kommen hierzulande direkt auf Glasfasernetzen aufgesetzte Ethernet-Installationen nur bei wenigen Carriern zum Einsatz. Die meisten Anbieter implementieren die Ethernet-Anbindung in die bereits vorhandene SDH-Infrastruktrur.
Auch bei Glasfasern wird auf das Verfahren SDH mit speziellen Komponenten Ethernet aufgesetzt. Zum einen können Anbieter dadurch auch andere Dienste wie Telefonie anbieten und zum anderen gilt SDH nach wie vor als besonders ausfallsicher.
ELKE REKOWSKI

Von Elke Rekowski

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