Speichermedien 17.02.2006, 18:42 Uhr

EMC räumt ab  

Mit zahlreichen hinzugekauften Softwarefirmen versucht der Branchenprimus seit Jahren die Abkehr von der reinen Hardwareschmiede hin zu einem Komplettanbieter von Hardware, Software und Dienstleistungen. Die Einbindung der vielen Zukäufe scheint tatsächlich gelungen. Gerade in Europa steigen die Umsätze. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Neue aufstrebende Hersteller könnten EMC gerade im Hardware-Kerngeschäft über kurz oder lang gefährlich werden.

David Goulden machte kürzlich in London deutlich, wofür EMC neben Hardware inzwischen steht: „Im vierten Quartal 2005 haben wir zum ersten Mal mehr als 1 Mrd. $ mit Softwareprodukten umgesetzt“, verkündete EMCs Executive Vice-President Customer Operations. Im Quartal wohlgemerkt.

Was da Umsatz macht, trägt nach außen nicht unbedingt den Namen EMC. Besonders stark waren die Virtualisierungsprodukte für Server von VMware, deren Umsätze im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Q4/2005) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp zwei Drittel stiegen. Die Datenmanagement-Lösungen von Legato legten um 20 % zu und die Dokumentenmanagement-Abteilung Documentum dank der neuen Contentmanagement-Lösung D5 um ein Viertel.

Es scheint EMC gelungen zu sein, die zahlreichen Einkäufe auf dem Softwaresektor erfolgreich in das Unternehmensgefüge einzubauen so, dass daraus Synergien erwachsen. Das ist bekanntlich alles andere als selbstverständlich.

EMC ist durch den Aufkauf von VMware im Jahr 2004 unabhängiger vom Datenspeichermarkt geworden. „Wir können jetzt Server, Block- und Filestorage virtualisieren“, sagt Malte Rademacher, Marketingleiter EMEA und Zentraleuropa. Er schließt nicht aus, dass diese Lösungen, zum Beispiel bei der Benutzeroberfläche, enger miteinander integriert werden könnten.

Der Gesamtumsatz für das abgelaufene Jahr Geschäftsjahr (Ende: 31. 12. 05) betrug 9,66 Mrd. $ – +17 % gegenüber dem Vorjahr. Die Gewinne wuchsen gegenüber 2004 um 30 % auf rund 1,1 Mrd. $. Der Hersteller blickt auf zehn wachstumsreiche Quartale in Folge zurück. Dazu trug sehr wesentlich die Software bei.

„Der Europa-Umsatz ist in den letzten drei Jahren um 180 % gestiegen“, sagte Goulden. Der Anteil Europas an den Gesamtumsätzen wuchs im selben Zeitraum von 22 % auf 30 %. Dabei schwimmt EMC mit der immer noch anschwellenden Datenflut. „2005 haben wir allein mehr Speicherkapazität verkauft als die gesamte Industrie 2003“, konstatierte der Manager.

Der Speichergigant war früher für proprietäre Lösungen bekannt. Inzwischen hat er offensichtlich verinnerlicht, dass die Anwender Skalierbarkeit, günstige Kosten und Offenheit wollen: So fasst das Hochleistungs-Speichersystem DMX-3 in Zukunft auch LC-FC-Festplatten (Low Cost Fibre Channel) mit 500 GByte Fassungsvermögen. Dies parallel zu den in Speichernetzwerken (SAN) üblichen FC-Platten. Das erweitert die Kapazität, senkt die Kosten und ermöglicht mehrschichtige Infrastrukturen in einer Box.

Diese LC-FC-Disks kombinieren die Physik einer Serial ATA-Platte mit der Fibrechannel-Schnittstelle. Die DMX-3 wird jetzt in einer Einstiegsvariante mit 96 Festplatten angeboten. Diese lässt sich dann nahtlos bis auf 2400 Laufwerke erweitern, was einer Kapazität von über 1 Petabyte entspricht. Die Preise beginnen bei etwa 250 000 $.

Weitere Neuigkeiten ranken sich um Virtualisierung im Bereich Information Lifecycle Management (ILM) und Datenspeichertechnik auf Basis des Internet Protocol (IP-Storage). So kann man bei der Speicherplattform Centera fest gelegte Löschtermine gesetzeskonform archivierter Daten bei Bedarf auf später verschieben, wenn diese etwa für ein Justizverfahren benötigt werden.

Die Software für die Virtualisierung von NAS-Systemen der EMC-Tochter Rainfinity bietet nun einen globalen Namensraum. Damit sehen Nutzer die Daten aller angeschlossenen Speichersysteme als ein einziges Dateiverzeichnis. Außerdem kann die Software jetzt Daten synchron über IP replizieren.

Schließlich stellt EMC das Protokoll MPFSi vor, das die Möglichkeiten von IP-basierten Dateninfrastrukturen erweitert (siehe Kasten). Das kann dem Hersteller im heiß umkämpften iSCSI-Markt helfen. Dort treten neue, konkurrenzfähige Player an, Start-ups aus den USA, zum Beispiel Pillar Systems und Equallogic.

Letzteres Unternehmen bietet komplette iSCSI-Storageplattformen für den oberen Mittelstand und die Sekundärspeicherung in Großunternehmen an. Der Umsatz vervierfachte sich 2005, und ähnlich soll es weitergehen.

Besonderes Schmankerl der Equallogic Lösungen, die derzeit mit SATA-Platten arbeiten: Die Software für Funktionen wie Snapshot, Replikation, Load Balancing, Virtualisierung etc. ist im Preis eingeschlossen. Von einem „all inclusive“ dieser Art können EMC-Kunden bislang nur träumen. Die Geräte speichern zwischen 1,7 TByte und 56 TByte und kosten zwischen 23 000 € und 337 000 €.

Von Ariane Rüdiger

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