Displays 10.05.2002, 17:34 Uhr

„Eine neue Basistechnologie für einen großen Markt“

Bevor die OLED-Displays ihren Marktdurchbruch feiern können, bleibt einiges zu tun, erläutert Dr. Rüdiger Müller, Chef der Osram Opto Semiconductors in den VDI nachrichten. Vor allem beim Blau gebe es noch Entwicklungsbedarf. Auf den Märkten, glaubt Müller, ist wohl am wenigsten Überzeugungsarbeit nötig.

VDI nachrichten: Vor kurzem kam mit dem Motorola Timeport P8767 in den USA das erste Mobiltelefon auf den Markt, das statt eines monochromen LCD ein organisches LED-Display hat. Wird das die nächste Innovation sein, die den Mobilfunkmarkt aus seiner gegenwärtigen Flaute herausführt?
Rüdiger Müller: Durchaus möglich. Es kommt ja immer darauf an, inwieweit der Kunde solche neuen Eigenschaften akzeptiert. Ein aktives Display kann da deutliche Impulse setzen, zumal wenn die Brillanz der Darstellung überzeugt. Auch physiologisch sind OLED-Displays von Vorteil, da bei gleicher Schriftgröße die Ablesbarkeit erheblich besser ist.
VDI nachrichten: Kann man denn mit OLED die nötigen Helligkeitsstufen für andere Inhalte als reinen Text realisieren?
Müller: Bei geeigneten Ansteuerverfahren kann man eine nahezu beliebige Zahl von Helligkeitsstufen erreichen, von 4 Stufen in einfachen Fällen bis zu 32 oder noch mehr bei hohen Anforderungen. Damit bieten sich neue oder zumindest verbesserte Features für die Mobiltelefone an, wie gute Grafik oder Video.
VDI nachrichten: Wie sind denn die Chancen auf OLED-Displays mit voller Farbwiedergabe?
Müller: Die heutigen OLED-Displays haben noch eine eingeschränkte Farbwiedergabe. Dies ist eine Frage des Reifegrads der Materialien, was insbesondere für die Farbe blau gilt. In der Entwicklung sind alle drei Grundfarben rot, grün und blau bereits verfügbar. In den nächsten Jahren werden sie daher auch in die Fertigung einziehen.
VDI nachrichten: Wo sehen Sie für die nächsten zwei Jahre die größten Herausforderungen?
Müller: Die Materialforschung muss für reine und brillante Farben mit korrekter Lage im Farbdreieck und langer Lebensdauer sorgen. Insbesondere beim Blau gibt es noch Entwicklungsbedarf. Auf den Märkten ist wohl am wenigsten Überzeugungsarbeit nötig: Die guten Eigenschaften der OLED sprechen für sich. Es versteht sich von selbst, dass Kosten und Qualität denen der LCD entsprechen müssen.
VDI nachrichten: Es gibt kaum Gebiete in der Elektronik, denen man so glänzende Aussichten zuschreibt wie den OLED-Displays. Würden Sie von einer Revolution sprechen wollen?
Müller: Ich möchte durchaus von einer Revolution sprechen! Hier entsteht eine neue Basistechnologie für einen großen Markt. Wenn man etwa statt Glas als Träger dann flexible Kunststoffsubstrate einsetzt, dann könnte man z. B. ohne Gefährdung für die Insassen einen Flachbildschirm in die Sitzlehne eines Autositzes integrieren. Langfristig werden mit OLED ganz neue Beleuchtungslösungen gefunden, eine leuchtende Tapete etwa oder ein leuchtender Dachhimmel im Auto. Aber das ist vorerst noch Vision.
VDI nachrichten: Sie haben 2001 eine Lizenz von Cambridge Display Technology (CDT) genommen. Es läuft auch schon eine Pilotanlage im kalifornischen San Jose: Ihre weiteren Pläne?
Müller: Wir haben an unserem Standort in Penang (Malaysia) eine neue Frontend-Fertigung für OLED-Displays im Aufbau. Hier wird noch 2002 der Fertigungsanlauf erfolgen.
VDI nachrichten: Sie sind ja erst vergleichsweise kurze Zeit im OLED-Geschäft: Wie sehen Sie die Rolle Ihres eigenen Unternehmens im Wettbewerb um künftige Marktanteile für OLED?
Müller: Vielleicht haben wir einen Vorteil, den andere nicht so haben: Wir machen das ganze Spektrum auf dem Gebiet der optischen Halbleiter für Beleuchtung, Sensorik und Anzeigetechnik und sind da der zweitgrößte Hersteller weltweit. Für uns sind die OLED eine natürliche Erweiterung unseres Technologieportfolios. dlk
www.osram-os.com

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