Drucker 14.05.2010, 19:46 Uhr

Drucktempoangaben trotz Norm uneinheitlich

Kaum etwas kann vieldeutiger sein als die angegebene Seitenleistung eines Tintendruckers. Die im März 2009 verabschiedete ISO 24734/24735 sollte Abhilfe schaffen. Doch in der Praxis kursieren immer noch viele verschiedene Messwerte.

Wie schnell druckt ein Tintenstahldrucker eine Seite aus? Solche Angaben sind schwierig zu handhaben, denn je nach Treibereinstellung gibt das Gerät eine Seite unterschiedlich schnell aus.

Es ist technisch bedingt, dass ein Drucker dasselbe Dokument im Entwurfsmodus 20-mal, in der Standardeinstellung 10-mal und in der höchsten Auflösung vielleicht nur noch einmal pro Minute ausgibt. Der Druckkopf trägt bei jeder Fahrt über das Papier Tinte auf, jedoch nicht immer die ganze Menge, die für die Fläche vorgesehen ist.

Bei hohen Auflösungen wird das Papier bei jeder Fahrt nur um einen kleinen Teil der Druckkopfbreite vorgeschoben. Die Druckköpfe tragen die Tinte in mehreren Schichten auf die zu bedruckende Fläche auf. So verlängern sich, durch das Vielfache an nötigen Druckkopffahrten über das Blatt, die Druckzeiten. Für den Anwender ist dieses Verhalten eines Tintenstrahldruckers wegen der erzielten Qualität schön, aber auch lästig, weil er die vom Hersteller angegebenen 30 Seiten/min nie wird aus dem Gerät kommen sehen.

Tonerbasierte Drucker, also Laser- und LED-Drucker, sind in dieser Hinsicht verlässlicher. Sie verarbeiten Druckdaten seitenweise und wenn auf der Packung 20 Seiten/min steht, druckt die Maschine zumeist auch diese 20 Seiten/min.

Ärgerlich für den Käufer eines Tintenstrahldruckers: Die Herstellerangaben zur Druckgeschwindigkeit von Tintendruckern und Multifunktionsgeräten beziehen sich oft auf den schnellsten Druckmodus der Geräte, den Entwurfsmodus. Man möchte mit Tempo beim Kunden punkten.

Teilweise werden für die Tempomessung spezielle Testdokumente verwendet, bei denen die Texthöhe auf die Breite des Druckkopfes angepasst ist. So schießt eine möglichst große Anzahl von Seiten/min aus dem Drucker.

Letztendlich sind dies aber Fantasiewerte, die niemandem nutzen. Die Druckerhersteller sind sich dessen bewusst. Vor knapp einem Jahr haben sie sich auf die ISO/IEC 24734 Norm zur Bestimmung der Druckgeschwindigkeit geeinigt. Diese würde es prinzipiell ermöglichen, vergleichbare Angaben zu der Seitenleistung von Tintendruckern und Multifunktionsgeräten zu machen.

Richtig ist: Auch die Norm hat Schwachpunkte. Sie lässt zum Beispiel die Geschwindigkeit beim Fotodruck außer Acht. Es wird auch nicht berücksichtigt, wie schnell das Gerät im Entwurfsmodus oder bei maximaler Auflösung ist. Dennoch liefert das Verfahren einen realistischen Anhaltspunkt, was der Anwender von einem Gerät zu erwarten hat.

Das Manko bisher: Im Moment nutzt erst ein einziger Hersteller diese Zahlen offensiv, nämlich Canon. Seit über einem Jahr befinden sich auf den Verpackungen und in den technischen Daten von Pixma-Druckern und Multifunktionsgeräten ausschließlich die nach ISO ermittelten Druckgeschwindigkeiten.

So kann es sein, dass ein Canon-Gerät mit ausgewiesenen 10 Farbseiten/min neben einem Gerät mit angeblichen 30 Farbseiten/min im Regal steht. Praktisch bringen jedoch vielleicht beide Geräte dasselbe Dokument gleich schnell aufs Papier.

Immerhin: Andere Hersteller sind dazu übergegangen, ihre Rekordwerte als „im Entwurfsmodus“ auszuweisen. Auch weitere Werte werden angegeben, die sich etwa auf den Standarddruckmodus eines Gerätes beziehen.

Aus der Sicht des Kunden wäre es wünschenswert, wenn alle Druckerhersteller die Daten nach dem ISO-Standard durchgehend verwenden würden. Denn es gibt sie, nur sind sie auf den ersten Blick, etwa im Internet, nicht aufzufinden. HP versteckt zum Beispiel die ISO-Werte auf einer eigenen Internetseite des US-Mutterkonzerns. GUIDO SIEBER

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