Drucker 31.12.1999, 17:23 Uhr

Druckkosten – hinterher ist man schlauer

Hätte man vorher gewusst, wie hoch die Folgekosten des neues PC-Drucker sind , hätte man wohl einen anderen gekauft. In drei Teilen erläutern wir die einzelnen Aspekte von Druckkosten.

Frisch erworbene Schnäppchen bei PC-Druckern können so ihre Tücken haben. Erst lange nach dem Kauf kennt man die tatsächliche Antwort auf die Frage: „Was bezahle ich für eine gedruckte Seite?“ Tinte, Toner oder Farbbänder sind noch lange nicht alles, was zum Kaufpreis hinzukommt. Zusatzteile wie Netzwerkkarten und zusätzliche Kabel werden gern vergessen. Papiere, Energiekosten, Reparatur- und Servicekosten sind ebenfalls einzurechnen. Braucht es für das Gerät einen eigenen Tisch oder gar einen Raum, sollte in der Kalkulation auch dies berücksichtigt werden.
Der Einfachheit halber – und weil alle Faktoren nur mühsam zu berücksichtigen sind – beschränken sich die Berechnungen der Seitenkosten meist auf den Toner, die Tinte oder das Farbband. Um die Gesamtkosten zu überschlagen, geht man von der voraussichtlichen Betriebsdauer oder dem maximalen Druckvolumen aus. Doch mit diesen Angaben des Herstellers fangen für den Kunden die eigentlichen Probleme an.
Beispiel Laserdrucker: Die Angaben zum Druckvolumen für ein und dasselbe Druckwerk – je nach dem, welches Firmenschild auf dem Gehäuse klebt – schwankt bezüglich der Lebensdauer erheblich. Große Differenzen gab es etwa bei einem schon lange abgelösten 4-Seiten-Druckwerk von Canon, eingesetzt unter anderem im Canon LBP-4 oder dem Hewlett-Packard (HP) LaserJet 4P. Hersteller Canon gab als Standzeit 150 000 Seiten an. Mit Postscript versehen und von QMS vertrieben sollte die Maschine 200 000 Seiten halten, also 33 % mehr bedrucken. Der Firma HP war gar keine Angabe über die Lebensdauer zu entlocken. Wenn man die defekten Teile austausche, halte der Drucker nahezu ewig, hieß es sinngemäß. Letztendlich tauchte das Druckwerk bei einem weiteren Hersteller mit der Lebensdauer von 360 000 Seiten auf. Das sind 240 % der ursprünglichen Angabe von Canon.
Einfacher erscheint die Berechnung der Kosten je Seite bei den Tonerkartuschen für Lasergeräte. Deren Kapazität nennt jeder Hersteller im Datenblatt. Doch die Bezugsgröße – wie viel Toner auf jede der Seiten gedruckt wird – ist nicht zwingend standardisiert.
Üblich ist die Angabe der gedruckten Anzahl von Seiten je Kartusche bei 5 % Deckung: Dieser Flächenanteil eines A4-Blattes wird geschwärzt. Doch die Hersteller machen auch immer wieder Angaben, ohne den Schwärzungsgrad zu explizit nennen. Nachfragen lohnt. Da gehen die einen dann wirklich von 5 %, andere jedoch von 4 % und die dritten von 2,8 % Schwärzung aus. So werden schnell, durch eine andere Berechnung, aus der Kapazität von 10 000 Seiten (5 % Schwärzung) beeindruckende 18 000 Seiten (2,8 % Schwärzung).
Die Praxis sieht ohnehin anders aus. Wenn ein Foto oder eine Balkengrafik dabei ist, bedeckt der Drucker keine 5 % sondern 20 % oder gar 60 % der Seite. Entsprechend steigen die Kosten. Die Frage, mit wie viel Prozent Schwärzung sie in ihrem Büro durchschnittlich drucken, haben sie immer noch nicht beantwortet bekommen.
Wer bei seinem Laserdrucker den Toner zusammen mit der OPC-Trommel (OPC: Organic Photo Conductive) austauscht, wirft diese weg, da der Toner verbraucht ist – auch wenn sie weiterhin nutzbar wäre. Wie lange die OPC-Trommel tatsächlich hält, weiß man vorher nicht. Die Herstellerangabe der Lebensdauer ist variabel, was in den Datenblättern meist verschwiegen wird.
Werden häufig nur ein oder zwei Seiten gedruckt, lebt die Trommel deutlich kürzer als wenn stets große Druckaufträge auf den Drucker kommen. Grund: Die Trommel wird vor einem Druckauftrag geladen und danach wieder entladen. Diese Anzahl der Lade- und Entladezyklen ist bei den OPC-Trommeln begrenzt. Ob dazwischen eine Seite oder 20 Seiten gedruckt werden, ist weniger von Belang. Wer außerdem harte Papiersorten verwendet, beansprucht die relativ weiche organische Oberfläche mechanisch und verkürzt die Lebensdauer ebenfalls deutlich. DIETER GROSS
Laufzeit ungewiss: Wie lange Tonerkartuschen halten, bis sie gewechselt werden müssen, dazu machen die Hersteller nicht nur unterschiedliche Angaben, sondern es hängt auch deutlich vom Druckverhalten und der Art der gedruckten Dokumente ab.

Von Dieter Gross
Von Dieter Gross

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