Hardware 05.10.2001, 17:31 Uhr

Digitale Helfer für jede Westentasche

Die elektronischen Organizer haben das gedruckte Adressbüchlein oder den Filofax nahezu verdrängt. Aber die digitalen Assistenten haben weitaus mehr zu bieten als nur eine Adressdatenbank und ein elektronisches Telefonregister. Richtig billig werden die kleinen Alleskönner aber immer noch nicht.

Tatsächlich sind die modernen digitalen Assistenten komplette Computer en miniature, die vollwertige Standard-Office-Programme besitzen. Dazu gehören unter anderem Textverarbeitung und Tabellenkalkulation.

Rund 75 % aller verkauften Organizer arbeiten derzeit mit dem Betriebssystem Palm OS, entwickelt von dem Unternehmen US Robotics, der späteren Firma Palm. Mittlerweile bieten mit Handspring, Handera und Sony drei weitere Firmen Palm-OS-Organizer an.

Den Siegeszug dieser Geräte hat vor allem das schnelle Betriebssystem begründet, das einfach und intuitiv zu bedienen ist und die vergleichsweise kompakten Geräte-Gehäuse. Die Palm-OS-Organizer sind flach und gerade so groß, dass man sie bequem in der hohlen Hand halten kann.

Die von uns getesteten Organizer werden per Stift bedient. Die Eingaben geschehen auf dem berührungsempfindlichen Display. Da die Organizer keine Tastatur besitzen, müssen auch Buchstaben über eine eingeblendete Tastatur auf dem Display eingegeben werden.

Besonders gut gelöst ist die Stifteingabe beim Handera 330, dessen grafische Umsetzung der Benutzeroberfläche besonders Anfängern entgegen kommt. Statt der sonst üblichen Bildauflösung von 160 x 160 Bildpunkten kommt der Handera 330 mit einer feineren Darstellung von 320 x 240 Bildpunkten daher.

Um Strom zu sparen, stellen die meisten Palm-Organizer die Grafiken mit bis zu 16 Graustufen da. Als einziger Kandidat in unserem Test besitzt der Palm m505 ein Farbdisplay, das bis zu 65 536 Farben anzeigt. Den Farbrausch bezahlt man jedoch mit einer recht kurzen Akku-Laufzeit. Dafür kommt aber beim Arbeiten mit dem Palm m505 Multimedia-Feeling auf.

Lebensquell für die Palm-OS-Organizer ist die Stromversorgung. Während der Palm m505 und der Sony Clié im Schnitt nur 2 Wochen ohne erneutes Aufladen arbeitsbereit bleiben, kommt der Handera immerhin bis zu 2 Monate ohne externe Stromversorgung aus.

Für alle Testmodelle gilt, dass die Laufzeit, also die reine Arbeitszeit, abhängig ist von der Art der Benutzung und dem Verwenden von stromsparenden Einstellungen. Dazu gehören etwa das automatische Abschalten des Gerätes bei längerer Nichtbenutzung. So ist etwa der Vibrationsalarm des Palm m505 eine feine Sache, wenn es um das diskrete Erinnern an einen wichtigen Termin geht. Das sanfte Vibrieren kostet aber verhältnismäßig viel Strom.

Wer die Audio-Recorderfunktionen von Visor Edge oder Handera 330 häufig nutzt, wird ebenfalls nicht sehr lange ohne Steckdose auskommen. Schutz gegen Datenverlust bei Stromausfall bieten sämtliche Testmodelle. Die Notstromversorgung wird in der Regel über eine Knopfzelle gewährleistet

Alle Testmodelle sind mit Software für Standardanwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Terminplaner und To-Do-Liste ausgestattet. Trotz unterschiedlicher Hersteller lassen sich aus dem Internet problemlos zusätzliche Shareware-Programme beziehen, die den Funktionsumfang nahezu beliebig erweitern. Selbst der Handera 330 mit seiner höheren Display-Auflösung und der Palm m505, der bereits mit dem Palm-Betriebssystem 4.0 arbeitet, funktionieren reibungslos mit den meisten Anwendungen.

Etwas anders sieht es aus, wenn es um das Thema Internet-Zugang geht. Die Verbindung zum Handy findet als Infrarot-Signal via IrDA-Schnittstelle statt. Allerdings müssen sowohl der Sony Clié als auch der Handera 330 als Tor zum World Wide Web zunächst passen, da ein Internet-Browser nicht zum Lieferumfang gehört. Allerdings sind sämtliche Palm-OS-Organizer auf Grund der Graustufendarstellung, dem relativ kleinen Arbeitsspeicher und dem kleinen Display nur bedingt zum Surfen geeignet.

Auch wenn die Palm-Organizer eine Art Mini-Computer sind – um den Kontakt mit dem großen Kollegen PC oder Mac kommen sie nicht herum. Der Abgleich von Terminen, Daten und Adressen zwischen Palm-OS-Organizer und der entsprechenden Software auf dem Stand-Computer geschieht mit Hilfe von Hotsync, einem Synchronisations-Programm, das auf dem PC installiert wird.

Sämtliche Testkandidaten unterstützen zumindest das Windows-Programm Outlook. Besitzer eines Apple Macintosh Rechners müssen sich in manchen Fällen eine entsprechende Synchronisationssoftware aus dem Internet herunter laden. Das ist zum Beispiel beim Sony Clié oder beim Handera 330 der Fall.

Der Anschluss an den PC geschieht per USB mit Hilfe eines Verbindungskabels oder einer Docking-Station. Dumm für Besitzer eines PCs ohne USB-Port, denn sie müssen entweder ihren PC entsprechend aufrüsten oder eine serielle Schnittstelle für den Palm-OS-Organizer kaufen.

Auch wenn die Palm-OS-Organizer noch am Markt dominieren, im Wettlauf um den Kunden holen die Windows-CE-Organizer allmählich auf. Nachdem Microsoft zunächst den Markt unterschätzt hat, machen die Pocket-PCs, die Geräte der jüngsten Generation, den Palm-kompatiblen das Leben inzwischen schwer (s. Kasten „Betriebssysteme“). Allerdings dürften auf absehbarer Zeit sowohl Palm-OS-Organizer als auch Windows-CE-PDAs nebeneinander existieren. ANDREAS WISCHERHOFF

Von Andreas Wischerhoff
Von Andreas Wischerhoff

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