Design 05.03.2010, 19:45 Uhr

Die Welt des Designs lässt sich feiern  

Auch in diesem Jahr wurde der „iF product design award“ am Eröffnungstag der CeBIT verliehen und setzt einen besonderen Akzent: Design soll wieder „werthaltiger“ werden. „In der Neuen Moderne zählt, was ein Produkt für die Menschen und die Umwelt leisten kann“, erklärt iF-Jury-Vorsitzender Fritz Frenkler. Dabei stehen die Nachhaltigkeit eines Produktes und sein Talent, zur Lebenshilfe und Lebensqualität beizutragen, immer mehr im Vordergrund. VDI nachrichten, Hannover, 5. 3. 10, jul

Egal, was Apple auf den Markt bringt, es räumt todsicher Preise für Gestaltung ab. So auch am Eröffnungstag der CeBIT 2010. Gleich drei Apple-Produkte werden bei der iF-Preisverleihung für Produktdesign mit einem der 50 Gold Awards – unter 2486 eingereichten Produkten – bedacht. Der digitale Musikplayer iPod shuffle beispielsweise, weil er „die schönste Art, Musik mit sich zu tragen“ sei. Und am neuen MacBookPro-Computer messe sich gleich „eine ganze Branche“. Kurz: Apple-Produkte sind gut aussehende, makellos gestylte und perfekt vermarktete Stars, die weltweit gleichermaßen anerkannt sind. Dieser Konsens begeistert zumindest iF-Juror Cédric Ragot: „Wir“, die Mitglieder der Jury aus acht Nationen, „teilen die gleiche, vielleicht sogar globale Vision von Design – das ist fantastisch!“

Wenn sich eine ganze Branche an einer Marke orientiert, drohen Design, und irgendwann wohl auch das Stilempfinden, auf Globalformat zu nivellieren. Die mit iF-Gold prämierten Produkte der „virtuellen“ Kategorien Audio/Video, Telekommunikation und Computer jedenfalls wirken oft apple-förmig gefönt Motto: kompakter, klarer, schmaler. Zum Beispiel das Smartphone der taiwanesischen Firma Qisda Corporation, das als „mobiles, digitales Zuhause“ mit flachem LCD-Bildschirm in Kleinformat Großes leistet. Oder der von Loewe entwickelte Stand-Lautsprecher, dessen extrem flache Konstruktion als „absolutes Design-Highlight“ gilt. Die starke Klangqualität wird durch hauchdünne Elektrostaten möglich, indem elektrische Signale auf eine Membran übertragen und dabei in mechanische Schwingungen umgesetzt werden.

Die Jagd nach der optimalen Ästhetik allerdings soll werthaltiger werden, verspricht iF-Jury-Vorsitzender Fritz Frenkler. „In der Neuen Moderne zählt, was ein Produkt für die Menschen und die Umwelt leisten kann.“ Inhalte würden künftig entscheidungslenkend für die Jury – der Footprint des Produkts, seine Nachhaltigkeit und sein Talent, zur Lebenshilfe und Lebensqualität beizutragen. Bereits in diesem Jahr steigern die „neuen Werte“ die Chancen auf Gold.

In die Topklasse schaffte es beispielsweise das tragbare Solarmodul „eneloop“ von Sanyo. Seine inneren Werte: energieeffizient, umweltfreundlich und sehr funktional – eine „mobile Steckdose“ für die mobile Welt. Lebenshilfe wiederum bietet das Mobiltelefon der chinesischen Firma Newplan Design. Strahlungsarm, mit gut lesbaren Zeichen, einer SOS-Taste und einer Tonstärke-Funktion ist es exakt an den Bedürfnissen autonom lebender Senioren ausgerichtet. Für die gelungene Mischung aus Qualität und Preis erhält auch das Handy Vodafone 135 Gold. Lebensqualität schließlich verspricht der südkoreanische Goldgewinner Iriver Story, ein E-Book-Lesegerät mit klassischer Buchanmutung und einem „analogen Lesegefühl“.

Nachwuchs-Designer haben den Paradigmenwechsel längst vollzogen, wie der iF concept award für Studierende beweist. 6000 Arbeiten sind für diesen Wettbewerb eingereicht worden, ein schier unerschöpfliches Reservoir an Produktideen für Lebenshilfe, Nachhaltigkeit, Lebensqualität. Alarmierend für europäische Designer ist die Herkunft der Arbeiten: 80 % wurden von asiatischen Studierenden eingereicht.

Noch sichern sich deutsche Produkte das meiste Gold im iF product design award. Doch Frenkler mahnt: „Designer müssen sich wieder intensiver mit Philosophie, Soziologie und auch Ergonomie auseinandersetzen.“ Sie müssen ihre Aufgaben neu definieren als Brückenbauer etwa zwischen Individuum, Gesellschaft und Technik. Und wenn sich Produkte technisch nicht mehr unterscheiden, wird nur der Gestalter noch Differenz herstellen können. Für den Juror Klaus Bischoff bedeutet das: „Design leistet seinen Beitrag, dass unsere Konsumwelt nicht noch reizüberfluteter wird.“ R. KUNTZ-BRUNNER

 

  • Ruth Kuntz-Brunner

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