Drucker 26.11.1999, 17:23 Uhr

Die kleine Druckstation für den Aktenkoffer

Notebooks mit Minidruckern auf Tintenstrahlbasis erlauben es, auch unterwegs den nötigen Büroarbeiten zu erledigen – ob Geschäftsbrief oder Overheadfolie für einen Powerpoint-Vortrag. Die Auswahl im Bereich mobiler Drucker ist dabei recht übersichtlich.

Flugzeugsitze sind ziemlich eng. Trotzdem, mit einem Notebook und einem Mini-Tintenstrahler lässt sich dort prima arbeiten. Geschäftsreisende und umtriebige Wissenschaftler wissen das zu schätzen – oder der Außendienstler, der sein Büro unterwegs beim Kunden am Wohnzimmertisch aufbauen muss.
Die VDI nachrichten haben in Kooperation mit dem Testlabor www.druckertest.de vier Kandidaten für den Druck unterwegs geprüft – vor allem darauf, ob sie fürs Arbeiten auf engstem Raum geeignet sind. Testumgebung war ein Arbeitsplatz, der einem Business-Class-Platz im Flugzeug ähnelt. Eine Testperson musste dabei die Drucker neben dem Notebook aufbauen, anschließen, Papier einlegen, drucken und den mobilen Printer wieder im Aktenkoffer verstauen.
Wichtig: Drucker und Notebook müssen bequem in den Akten- oder Rollkoffer passen – also, je kleiner desto besser. Der Canon BJC-50 bietet hier die kleinsten Ausmaße. Größter Vorteil des Gerätes ist das geringe Gewicht von unter 1 kg. Am schlechtesten schneidet in dieser Hinsicht der Hewlett-Packard (HP) Deskjet 340CBi ab. Er wiegt über 2,5 kg und benötigt den meisten Platz – für unterwegs also fast unbrauchbar.
Klein und nicht allzu schwer dagegen sind der Brother MP-21CDX und der Olivetti JP-90. Beim Brother gilt es, vorsichtig zu sein beim Ein- und Auspacken. Er steht hochkant, an der Rückseite ist eine Papierkassette. Fasst man den Drucker von oben an und hebt ihn hoch, klappt die Papierkassette unweigerlich nach unten: Sie rastet nicht ordentlich in den Drucker ein.
Plug and Play heißt die Devise beim Anschluss an das Notebook, also kein Kabelsalat oder Gefriemel. Auch im betriebsbereitem Zustand soll das Gerät möglichst wenig Platz einnehmen. Eine Infrarotschnittstelle und ein Akku wie im BJC-50 verhindern den Kabelverhau. Mit dem vollen Lithium-Ionen-Akku druckte der Canon im Test satte 3 h lang (240 Textseiten, manuell eingelegt).
Beim HP Deskjet 340CBi sind Nickel-Cadmium-Akku und externer Infrarotadapter serienmäßig enthalten. Damit kamen wir 1:22 h weit (165 Textseiten, Papierschacht). Der Infrarotadapter benötigt rechts neben dem Drucker noch weiteren Platz. Dafür lässt sich aber auch das Sende-Empfangsteil in Richtung des Notebooks drehen, ohne den Drucker korrekt ausrichten zu müssen.
Der Brother MP-21CDX besitzt weder Akku noch Infrarotschnittstelle, Er zieht seine Energie über die PCMCIA-Card, die auch für die Datenübertragung sorgt. Weil der Drucker nur wenig Leistung (2,5 W) zieht, dürfte er den Notebookakku nur wenig mehr belasten. Nachteil: Man muss entweder das Parallel- oder das PCMCIA-Kabel zur Datenübertragung verwenden.
Den JP-90 mussten wir über das Parallelkabel und das Netzteil anschließen. Olivetti war nicht in der Lage, Akku oder externen Infrarotadapter mitzuliefern. Statt des Akkus lassen sich auch zehn herkömmliche AA-Batterien verwenden.
Im Test fiel der JP-90 durch, da er im Betrieb viele Probleme machte. Tinte lief beim Wechseln der Kartuschen aus und die Druckkopferkennung funktionierte nicht einwandfrei – Probleme, mit denen sich niemand beim Drucken auf engstem Raum beschäftigen will.
Dagegen hat der JP-90 das Papierhandling ideal gelöst. Die obere Klappe des Druckers dient als Stütze für 30 Blatt. Das Papier wird von oben zugeführt und auch oben wieder ausgeworfen. Deswegen benötigt der JP-90 keinen zusätzlichen Platz. Im Test gab es jedoch einige Papierstaus.
Der BJC-50 hat keinen Papierschacht – die Blätter müssen einzeln von vorne zugeführt werden. Hinten kommen sie bedruckt wieder heraus. Wichtig: Das Papier ist beim Druck von Hand etwas nach oben zu halten, sonst stößt es an den Sitz des Vordermanns und verknittert.
Bei Brother und HP ist der Papierschacht hinten angebracht. Das bedruckte Blatt wird vorne ausgeworfen. So muss man beim Drucken mehrerer Seiten kein Papier nachlegen, aber die Schächte brauchen Platz und wiegen mehr. Trotzdem müssen bedruckte Blätter von Hand aufgefangen werden.
Das Netzteil sollte Spannungen zwischen 100 V und 240 Volt mit 50 Hz oder 60 Hz verarbeiten können. Dann ist auch ein Auslandseinsatz kein Problem mehr. Bis auf Olivetti können das auch alle Testkandidaten. FLORIAN HEISE
Getrennte Tanks für Schwarz und Farbe und die gleichzeitige Installation der Druckköpfe sind auch bei mobilen Druckern nicht zu viel verlangt (Canon BCJ-50).

 

Ein Beitrag von:

  • Florian Heise

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