Speichermedien 09.03.2001, 17:28 Uhr

Das Revival der VideoCD

Die Einführung der DVD als mobiles Aufzeichnungsmedium schleppt sich dahin. Die VideoCD, eine Veteran der digitalen Aufzeichungstechnik, springt in die Bresche und übernimmt die Speicherung bewegter digitaler Bilder auf die Scheibe.

Endlich kommt sie in Schwung, die DVD. Im Jahr 2001 erwarten die Hersteller nach Einschätzung des Marktforschungsinstitut Cahners In-Stat erstmals den Absatz von mehr als 25 Mio. DVD-Playern bei gleichzeitig fallenden Preisen. Die großen Filmverleiher produzieren inzwischen von jedem Kinofilm neben der VHS-Kopie DVD-Scheiben. Die DVD dreht sich und weckt gleichzeitig neue Begehrlichkeiten. Doch die DVD kann die noch längst nicht alle erfüllen.
Das Equipment für denkbare und wünschenswerte Anwendungen ist heute teilweise immer noch zu rar und zu teuer. So wollen die TV-Enthusiasten Aufzeichnungen vom Sender digital speichern, Medienkonzeptionäre die Firmen-Imagekampagne nicht nur ins Wohnzimmer, sondern vielmehr direkt an den Arbeitsplatz der Kunden bringen. So weit ist der Markt noch nicht.
Die altbekannte CD kommt jetzt zu neuen Ehren. Als VideoCD kann die neuste Generation der DVD-Player sie genauso wiedergeben, wie jeder Standardrechner mit CD-Laufwerk. Damit avanciert die VideoCD zum kompatibelsten und vielfältigsten Medium für das bewegte Bild. Bereits im Jahre 1992 unter Federführung vom Unterhaltungsmulti Philips, entwickelt bietet sie Platz für maximal 74 min Bild und Ton auf niedrigem VHS Niveau.
Noch vor einem Jahr wollte von der VideoCD kaum jemand Notiz nehmen, jetzt haben Endverbraucher, Agenturen und Werbekonzeptionäre sie für sich entdeckt. Wolfgang Kaspar vom Kopierwerk Berola in Forchheim freut sich über die „sprunghaft angestiegene Nachfrage“. Die DVD wird nach seiner Meinung im Industriebereich als Präsentationsmedium klar überschätzt: „Es sind einfach noch viel zu wenig DVD-Player für den werbewirksamen Einsatz von DVDs im Umlauf.“
Die Verbreitung von DVD-Laufwerken ist, gerade im Marktsegment der Bürorechner, zu klein. Weiteres Problem, besonders für Endverbraucher und kleine Produktionen: Das Equipment für die DVD-Erzeugung ist teuer und zudem schwer verfügbar. Die DVD-Rohlinge schlagen mit rund 100 DM ins Medienbudget. Massenkopien sind bei kleinen Stückzahlen bis 200 Stück bei der DVD gut sechsmal so teuer und auch größere Mengen nivellieren das Preisniveau kaum.
Die VideoCD punktet mit einer kinderleichten Produktion. Als Fertigungsstätte reicht theoretisch ein simpler Computer samt CD-Brenner. Das häufig mit Brennern gebündelte CD-Brennprogramm WinonCD von Cequadrat bietet gleich einen automatisierten Konverter für die Wandlung in das passende Videoformat an.
Die nötigen Videoeingänge bieten inzwischen viele Rechner standardmäßig über die Grafikkarte. Mit einer TV-Tunerkarte lassen sich sogar Fernsehsendungen auf Festplatte bannen und mit WinonCD auf CD archivieren.
Selbst ausgefuchste Computeruser tun sich mit der Formatvielfalt der Videodateien schwer, Einbußen bei der Bildqualität bei Ungeübten sind vorprogrammiert. Für Endverbraucher bietet der PC-Videospezialist Fast-Dazzle den DVD Master. Er erweitert den Rechner für 699 DM und erstellt das notwendige Datenformat für die Video-CD auf Knopfdruck.
Seit Markteinführung vor einem halben Jahr konnte das US-Unternehmen bereits 5000 Stück verkaufen – Tendenz stark steigend. „DVD-Laufwerke für den Rechner mit Aufzeichnungsfunktion werden auf absehbare Zeit für den Consumer nicht erschwinglich sein“, glaubt Pressesprecherin Sabine Steinhoff. Fast-Dazzle hat auch Webdesigner und Mulitimediaagenturen im Blick. Neue Standards ermöglichen die Einbindung von Menüs und Philips hat zur CeBIT angekündigt, dass alle neuen DVD-Player sogar die neue Super-VideoCD lesen können sollen.
Der Taiwanesische Hersteller Datavideo sieht noch genug Reserven in der Aufzeichnung von Videobildern auf CD. Wenn auch nicht im Massenmarkt, denn der Stand-alone-Rekorder VDR-3000 kostet knapp 4000 DM. Jens Scheeberg vom deutschen Distributor Digital Tools sieht die VideoCD längerfristig als Aufzeichnungsmedium für den technisch dokumentierenden Markt. Krankenhäuser und Zahnärzte sollen Operationen darauf dokumentieren, Industriebetriebe die optische Bedienungsanleitung speichern.
Die Chance, dass sich die VideoCD hier hält, ist aufgrund des niedrigen Preises bei geringen technischen Voraussetzungen für die Wiedergabe groß. JOACHIM SAUER

 

Von Joachim Sauer

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