Hardware 12.03.2002, 17:33 Uhr

Computer für überall

Notebooks sind zwar portabel, aber nicht mobil. PDAs sind mobil, aber nicht ausreichend leistungsfähig. Die Lücke sollen nun Tablett-PCs ohne Tastatur, aber mit Stift- und Spracheingabe füllen.

Microsoft-Chefentwickler Bill Gates nutzt eher die Umgebung der Spielhöllen von Las Vegas denn das provinzielle Hannover, um der Welt seine Visionen und auch Produkte zu verkünden. Im November letzten Jahres, auf der Computermesse Comdex Fall war es wieder einmal so weit. Vor rund 15 000 Zuhörern stand neben der Net-Initiative auch der Tablett-PC im Vordergrund. Nach der ersten Ankündigung im November 2000 nahm der Tablett-PC nun Formen an, denn Acer, Compaq, Fujitsu und Toshiba konnten Prototypen präsentieren. „Der PC brachte Rechenleistung von den ehemaligen Rechenzentren an jeden Arbeitsplatz, der Tablett-PC hingegen wird noch weiter gehen und Computerleistung an jeden gewünschten Ort bringen, und ich verwende bereits einen für meine tägliche Arbeit. Diese Geräte sind nahezu grenzenlos verwendbar und ich erwarte, dass in fünf Jahren in Amerika mehr Tablett-PCs als die klassischen Formen verkauft werden“, so Bill Gates.

Mit den Abmessungen eines Notepads, etwa DIN-A4-Größe, dem halben Gewicht eines Notebooks und dem Betriebssystem Windows XP soll der Tablett-PC die Rechenleistung eines Desktops mit der flexiblen Stifteingabe eines Notepads kombinieren, Spracheingabe inklusive. Rechner mit Stifteingabe gibt es zwar schon seit 10 Jahren, doch konnten sie sich nicht auf breiter Front durchsetzen. Gates demonstrierte daher auch für den Tablett-PC entwickelte Anwendungen, u. a. eine portable Version des AutoCAD für Echtzeit-Kollaboration über das Internet sowie Erweiterungen zum hauseigenen Office, mit denen sich handschriftliche Notizen oder Kommentare an Word- oder Power-Point-Dokumenten über das Internet versenden lassen. „Zur Markteinführung im Frühjahr 2002 werden hunderte von Applikationen für den Tablett-PC verfügbar sein und da diese Maschinen mit Windows XP laufen, sind sie auch vollwertige Clients in der Net-Architektur“, versprach Gates.

Die Hersteller der Hardware sehen ähnlich wie Gates im Tablett-PC ein hohes Marktpotenzial, das in Zeiten rückläufiger Umsätze bei PCs und PDAs umso interessanter ist. „Wir sehen den Tablett-PC als die nächste Stufe in der Evolution des PCs. Laptops sind zwar sehr geeignet für Leute, die portable Computerleistung benötigen. Doch es gibt einen wachsenden Markt für Anwender, die einen Computer im Stehen benötigen, hier ist das Notebook ungeeignet. Viele Menschen brauchen ein mobiles Gerät, nicht nur ein portables“, so Tim Bernhard vom Produktmarketing bei Fujitsu, die schon seit einiger Zeit erfolgreich Tablett-PCs vermarkten.

Leland Rockoff, Leiter des Geschäftsbereiches Tablett-PC bei Microsoft, stellt einen wesentlichen Unterschied zu den bisherigen Stift-PCs in den Vordergrund: „Viele der Stift-Computer führen eine sofortige Texterkennung in ein elektronisches Format durch. Nach unserer Meinung jedoch wollen die meisten Anwender ihre Notizen quasi als Tinte erhalten und speichern. Beim Schreiben machen sie Anmerkungen oder Texteinrückungen, alles Sachen, die sehr schwer mit einer Texterkennung nachvollziehbar sind. Normalerweise braucht man die Informationen in der Weise, wie man sie geschrieben hat, und das ist der wesentliche Vorteil unseres Ansatzes. Wir haben deshalb eine leistungsfähige Erkennungssoftware für Handschrift entwickelt, die im Hintergrund arbeitet, während der Nutzer schreibt.“

Das Fehlen einer Tastatur erscheint den meisten Herstellern als nicht so problematisch. „Möglicherweise werden nicht alle potenziellen Anwender auf eine Tastatur verzichten wollen, doch unsere industriellen Anwender beispielsweise haben die Stifteingabe längst akzeptiert. Deswegen und durch die wachsende Akzeptanz der PDAs wird der Tablett-PC eingängiger sein als noch vor drei oder vier Jahren“, meint Bernhard von Fujitsu. Um die Akzeptanzfrage bei potenziellen Nutzern von vornherein zu umgehen, entwickelte Acer einen hybriden Laptop/Tablett-PC, bei dem der Bildschirm horizontal drehbar ist und daher in beiden Modi verwendet werden kann. „Der Anwender kann mit diesem Gerät tippen und schreiben, ein Weg zu einer natürlicheren Nutzung des Computers“, meint Jim Wong, Präsident der IT Business Product Group.

Neben den erwähnten Firmen zeigt das US-Unternehmen Viewsonic auf der CeBIT mit dem Viewpad 1000 einen Tablett-PC auf Basis des Betriebssystems Windows 2000 Professional, ausgestattet mit einer 10-GByte-Festplatte sowie integrierter Digitalkamera und Modem. Ein mit 800 MHz getakteter Celeron-Prozessor sorgt für ausreichende Rechenleistung. Das Gerät wiegt 2 kg, ist mit einem 10,4-Zoll-Touchpanel sowie allen gängigen Schnittstellen ausgestattet und kann auch in drahtlosen Netzwerken eingesetzt werden. Und auch Compaq prsentiert in Hannover seinen Tablett-PC, der laut Deutschland-Geschäftsführer Rainer Kaczmarczyk im Sommer auf den Markt komen soll. ACHIM SCHARF/jdb

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