Netzwerktechnik 15.05.2009, 19:41 Uhr

Cisco verliert Partner im Netzwerkbereich  

Kaum hat Cisco seinen Einstieg in den Servermarkt verkündet, wenden sich ehemals eng verpartnerte Firmen ab und kaufen lieber Netzwerkkomponenten der Konkurrenz. Das kann dem Rivalen Brocade nur recht sein. VDI nachrichten, Düsseldorf, 15. 5. 09, pek

„Wir sind schon öfter in neue Märkte eingestiegen. Die Serverhersteller waren einfach zu mächtig geworden und deshalb wollten wir dringend etwas tun“, erklärte Wendy Mars, bei Cisco Director UCS (Unified Computing System), anlässlich der Cisco Expo in Hannover vor der Presse. In den nächsten zwei Jahren wolle man einen einstelligen Anteil am Servermarkt für sich gewinnen.

Mit ihrer Ansicht hinsichtlich der Macht der Serverhersteller widersprach sie dem Deutschland-Chef von Cisco, Michael Ganser, der während der offiziellen Eröffnung der Cisco Expo verkündet hatte: „Das Netzwerk ist in den nächsten zwanzig Jahren das, was zuvor Client/Server und davor der Mainframe waren.“ Nämlich die wichtigste Komponente, die bestimmt, wo es im Rechenzentrum (RZ) langgeht.

Schön wäre das, zumindest für Cisco als führendem Netztechniklieferanten. Doch unterstützen Ciscos eigene Zahlen zum weltweiten Datenzentrumsmarkt eher den Standpunkt von Mars: Bei einem jährlichen Umsatzvolumen von 85 Mrd. $ lag der Anteil der Netzwerkkomponenten nur bei 8 Mrd. $ oder 9 %. Die übrige Hardware bringt 38 Mrd. $ und damit einen Anteil von 44 % auf die Waage und ist damit weit bedeutsamer. Die Margen für Netzwerkkomponenten im Rechenzentrum sind allerdings wegen der Komplexität der Komponenten die größten.

Doch könnte sein Server-Schachzug Cisco eine Menge Umsatz im Stammgeschäft kosten, nämlich bei den Routern und Switches. Denn die Reaktionen von der Serverkonkurrenz ließen nicht lange auf sich warten: IBM verkündete, man werde ab sofort die Zusammenarbeit mit Brocade, dem einzigen ernst zu nehmenden Rivalen Ciscos im Rechenzentrum, forcieren und die Produkte dieses Herstellers sogar unter eigenem Namen verkaufen. Außerdem wurde auch eine bestehende Technologieallianz mit dem Netzwerkhersteller Juniper ausgeweitet, der besonders bei Telekom-Providern und Großunternehmen mit Cisco konkurriert.

Auch der ehemalige Weggenosse Hewlett-Packard (HP) erwähnte Cisco auf seiner europäischen Anwenderkonferenz Tech@work in Berlin nicht mehr als großen und wichtigen Partner. Schließlich hat HP eigene Switches unter der Marke ProCurve im Angebot, inzwischen auch solche fürs Rechenzentrum. Außerdem hat HP mit Virtual Connect und BladeSystem Matrix Technologien und Produkte entwickelt, die Server und Netz ähnlich dicht miteinander verschweißen wie Ciscos UCS.

Weil die großen Serverspezialisten nun bei Bedarf an Rechenzentrumsvernetzung im Zweifel eher zur kleineren Brocade als zu dem Ethernet-Marktführer Cisco tendieren, könnte Ciscos Schachzug zum Befreiungsschlag für Brocade werden.

Der Hersteller konzentrierte sich früher ausschließlich auf die schnelle und zuverlässige Vernetzung mittels Fibre-Channel-Technik. Er sah sich durch das Vordringen des allgegenwärtigen Ethernet auch in diesem Bereich in vorhersehbaren Schwierigkeiten.

Als ersten Schritt gegen den langfristigen Abstieg mangels Fibre-Channel-Nachfrage übernahm Brocade im vergangenen Jahr den Ethernet-Spezialisten Foundry: Nun hat man endlich beide Technologien im Portfolio und ist damit diesbezüglich Cisco ebenbürtig. Jetzt spült Ciscos Server-Coup neues Geschäft in Brocades Kassen, da die Firma den Serverherstellern auf deren ureigenstem Markt keine Konkurrenz macht.

Konsolidierung auf dem Markt für Netzwerkkompo- nenten wird weitergehen

Zukünftig könnten sich für Brocade allerdings noch ganz andere Optionen ergeben: In der Branche wird darüber diskutiert, ob es nicht sinnvoll wäre, wenn sich das frisch entstandene Konglomerat Oracle/Sun den im Portfolio fehlenden Netzwerkteil in Gestalt von Brocade dazukaufen würde. Doch gibt es für Oracle/Sun auch noch andere interessante Übernahmeziele, etwa ausschließlich auf Ethernet ausgerichtete kleinere Player wie Extreme Networks. Ob Oracle nun Netzwerktechnik zukauft oder nicht – in einem stimmen die Branchenexperten überein: Die Konsolidierung auf dem IT- und Netzwerkmarkt wird weitergehen.

ARIANE RÜDIGER

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