Energieversorgung 17.04.2009, 19:40 Uhr

Brennstoffzellentechnik kommt Schritt für Schritt voran  

Die Entwicklung bei Brennstoffzellenheizgeräten für den Einsatz im Bereich der Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser sowie für das Kleingewerbe erfolgt etappenweise. Auf der Hannover Messe 2009 präsentieren sich gemeinsam 148 Hersteller der Branche aus 22 Ländern. VDI nachrichten, Hannover, 17. 4. 09, swe

„Strom, Wasserstoff und Brennstoffzelle werden die Säulen der Infrastruktur für Transport, Speicherung und Verteilung erneuerbarer Primärenergien sein“, unterstreicht Johannes Töpler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verbands. Bis zum Aufbau der notwendigen Wasserstoffinfrastruktur kann die dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung mit Brennstoffzellen etwa über Erdgas erfolgen, wie bei den in der Entwicklung befindlichen Brennstoffzellenheizgeräten, kurz BZH.

Brennstoffzellenheizgeräte sollen direkt im Haus für umweltschonende Wärme und Strom sorgen. Ende 2008 hat Hexis mit Hoval und Stiebel Eltron eine Vereinbarung getroffen, bei Entwicklung und Vermarktung von BZH zusammenzuarbeiten. Mit der Brennstoffzellentechnologie erweitern Hoval und Stiebel Eltron ihr Produktprogramm. Nun gelte es, diese nahtlos in die bestehende Heizsystem-Landschaft zu integrieren.

Die Kooperationspartner sind überzeugt, dass die BZH „schon bald eine echte Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen sein wird“. Gegenüber einer üblichen Strom- und Wärmeversorgung mit Netzstrom und Gasbrennwertheizkessel reduziere sich der CO2-Ausstoß um 15 % bis 50 %. Die Primärenergieausnutzung für das mit Strom und Wärme versorgte Gebäude könne sich von heute 60 % auf über 90 % erhöhen.

„Die gute Energieeffizienz ist erwiesen, Zuverlässigkeit und Kosten werden noch verbessert“, lobt das Konsortium. Dabei ist Hexis-Geschäftsführer Alexander Schuler optimistisch, in zwei bis drei Jahren alle Zielwerte zu erreichen.

Seit 2001 testet Hexis bereits das Vorserien-Modell HXS 1000 Premiere unter realen Bedingungen. Der Feldtest für das Nachfolgemodell Galileo 1000 N (mit 1 kW elektrischer Leistung) wurde Ende 2006 gestartet, 15 Anlagen sind bei Kunden installiert. Zusätzlich zu 200 Geräten aus dem Projekt Callux sollen weitere 200 Stück in den Vertrieb kommen, bekräftigt Peter Gerner, CEO von Hoval.

„Allein in Deutschland besteht jährlich ein Bedarfspotenzial im Einfamilienhaus von bis zu 250 000 Anlagen, das künftig durch BZH energie- und umweltgerecht bedient werden kann“, schätzt man bei Baxi Innotech. Als ein „in Form und Technik reifes Konzept“ präsentierte man im März die neue Gamma 1.0 – das „Ergebnis einer sechsjährigen Zusammenarbeit mit Zulieferern, Energieversorgungsunternehmen und Fachhandwerkern“.

Noch in diesem Jahr will Baxi Innotech die erste Kleinserie auflegen, mit einem deutlich leistungsfähigeren Brennstoffzellenstack, dem Herzstück des Brennstoffzellenheizgerätes. Mit der jüngst geschlossenen Vereinbarung zwischen Baxi Innotech und Ballard Power Systems werde der FCgen 1030 Stack von Ballard exklusiv in der Gamma 1.0 im Rahmen des Projekts Callux zur Markteinführung in Deutschland eingesetzt.

„Diese Kooperation wird richtungweisend sein“, meint Guido Gummert, Geschäftsführer von Baxi Innotech. Konnte Ballard doch besonders schon auf dem japanischen Markt umfassende Erfahrungen sammeln.

Durch eine Senkung der elektrischen Leistung von 1,5 kW auf 1 kW habe man das Produktionsverhältnis von Strom zu Wärme weiter optimieren können – mit längeren Laufzeiten des Aggregats. „Eine sinnvolle Entscheidung, wie mehr als 45 Feldtests belegen. Die bedarfsgerechte Modulation in den Sommermonaten führt zudem zu besseren Betriebszeiten übers Jahr“, betont das Unternehmen.

„Wir sehen die Kraft-Wärme-Kopplung als eine der effizientesten Lösungen an, um Veränderungen der Klima- und Energiepolitik verantwortungsvoll zu begegnen“, so Martyn Coffey, Vorstandsvorsitzender der Baxi Gruppe. „Sie wird spürbaren Einfluss auf unsere Produktentwicklung haben – eine Weiterentwicklung vom klassischen Heizkessel zum systemorientierten Gesamtkonzept zeichnet sich ab.“ R. DONNERBAUER

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