Marktanalyse von Gartner 13.01.2014, 09:00 Uhr

Boom der Smartphones und Tablets reißt PC-Markt in die Tiefe

2013 schrumpfte der weltweite Absatz von Notebooks und Desktop-Rechnern um zehn Prozent auf 316 Millionen Stück. Besonders in China und Indien verzichten immer mehr Menschen auf klassische Computer. Bei Acer brach der Netbook-Absatz um ganze 28 Prozent ein. 

Immer mehr Menschen setzen auf Smartphones und Tablets. Darunter leidet die PC-Branche derzeit besonders in Wachstumsregionen wie China und Indien. In den USA scheint die Talfahrt hingegen beendet. 

Immer mehr Menschen setzen auf Smartphones und Tablets. Darunter leidet die PC-Branche derzeit besonders in Wachstumsregionen wie China und Indien. In den USA scheint die Talfahrt hingegen beendet. 

Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Smartphones, Phablets und Tablets boomen wie verrückt – im letzten Jahr sollen laut Marktforschungsinstitut Gartner allein fast eine Milliarde Mobilgeräte mit dem Betriebssystem Android verkauft worden sein. Mobilgeräte von Apple, Blackberry und anderen Herstellern kommen noch dazu.

Das hat drastische Folgen für die PC-Branche: Hersteller klassischer Computer haben im Jahr 2013 den bisher größten Absatzrückgang erlebt. Der PC-Markt schrumpfte um satte zehn Prozent, wie Marktforscher von Gartner und IDC berechneten. Damit fiel der Markt im abgelaufenen Jahr auf das Niveau von 2009 zurück. Gartner kam in seiner Analyse auf insgesamt knapp 316 Millionen verkaufte Notebooks und Desktop-Rechner, IDC auf 314,5 Millionen.

Besonders starker Rückgang in asiatischen Boom-Regionen

PC-Verkäufe im Sinkflug sind schon seit gut zwei Jahren zu beobachten. Zwar scheint der Tiefpunkt in den USA bereits durchlaufen. Aber gerade asiatische Wachstumsmärkte wie China oder Indien sind derzeit besonders betroffen. Hier ist das erste vernetzte Gerät eines Konsumenten in aller Regel ein Smartphone oder ein Tablet. Viele verzichten mittlerweile ganz auf PCs. 

Netbook-Absatz bei Acer bricht um 28 Prozent ein

Am härtesten hat es Hersteller der Netbooks getroffen, das sind abgespeckte Mini-PCs. Sie wurden weitgehend von Tablets verdrängt. Der Absatz dieser Geräte brach allein beim taiwanischen Anbieter Acer um über 28 Prozent ein.

Beide Marktforscher sehen den chinesischen Hersteller Lenovo, früher IBM, im Jahr 2013 als die Nummer eins im PC-Markt – mit einem nur kleinen Abstand zum langjährigen Branchenführer Hewlett-Packard. Gartner errechnete für Lenovo einen Marktanteil von 16,9 Prozent und 16,2 Prozent für HP. IDC sah die beiden Marktführer bei 17,1 bzw. 16,6 Prozent. Während der amerikanische Konzern rund zehn Prozent seiner Verkäufe verlor, rückte Lenovo sogar um zwei Prozent vor. Auch der Trend spricht für die Chinesen: Im vierten Quartal vergrößerte sich der Abstand weiter.

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