ID1 von ID2ME 21.03.2016, 11:22 Uhr

Bequem: Dieses Smartphone lässt sich nur mit dem Daumen bedienen

Eine Dänin bietet ein Smartphone an, das für experimentierfreudige Kunden gedacht ist. Außer der revolutionären Bedienung bietet es Mittelklassetechnik, allerdings auch zwei Extras: Es kann mit zwei Sim-Karten betrieben werden und russische Navi-Signale empfangen.

Um das ID1 zu bedienen muss nur der Daumen der Hand, die das Gerät hält, aktiv werden. Im oberen Teil des Displays sind die Icons der Apps ringförmig angelegt. 

Um das ID1 zu bedienen muss nur der Daumen der Hand, die das Gerät hält, aktiv werden. Im oberen Teil des Displays sind die Icons der Apps ringförmig angelegt. 

Foto: ID2ME

In Finnland ist vor wenigen Jahren mit Nokia der zeitweise größte Mobiltelefonhersteller zusammengebrochen. Microsoft hat Nokia übernommen. Jetzt kommt wieder ein Smartphone aus Skandinavien. Diesmal aus Dänemark. Doch während Nokia einst im Zig-Millionen-Stück-Maßstab dachte, geht es beim dänischen Newcomer zunächst mal um 1000 Exemplare, die deutschen Käufern angeboten werden. Im Online-Shop können experimentierfreudige Nutzer das Gerät namens ID1 für 399 € ordern.

Gewischt wird nur im unteren Teil des Displays

Im April wird geliefert, verspricht Christina Agger, die Chefin des Kopenhagener Entwicklerunternehmens ID2ME. Dann müssen die Käufer erstmal üben. Denn die Bedienung des Geräts funktioniert ganz anders als bei gängigen Smartphones. Zu deren Bedienung braucht man wegen der Größe der Displays beide Hände. Beim ID1 muss nur der Daumen der Hand, die das Gerät hält, aktiv werden. Ein Wischer nach links oder rechts zaubert auf den oberen Teil des Displays ringförmig angelegte Icons von Apps, die der Nutzer nach dem jeweiligen Inhalt benennen kann, etwa „Favoriten“ für die wichtigsten Rufnummern oder „Karten“ für Wanderfreunde.

Vibrationen quittieren die Auswahl

Innerhalb eines Rades, das zwölf Icons Platz bietet, lässt sich die gerade benötigte App durch eine Daumenbewegung nach oben oder unten auswählen. Das Smartphone quittiert jede neue Auswahl mit einem kurzen Vibrieren. Wer also weiß, dass „WhatsApp“ sich in Rad drei auf drei Uhr befindet wischt dreimal nach rechts und dreimal nach oben. Dabei zählt er die Vibrationen, kann also sein Ziel blind erreichen. Die App öffnet sich, wenn sich der Daumen hebt. Dann aber geht es konventionell weiter, weil die Apps nicht an das neue Bedienkonzept angepasst sind.

Christina Agger ist die Chefin des Kopenhagener Entwicklerunternehmens ID2ME.

Christina Agger ist die Chefin des Kopenhagener Entwicklerunternehmens ID2ME.

Quelle: ID2ME

Macht nichts, sagt sich Agger. Sie will schließlich nur eine winzige Nische erobern, in der sich wohl meist junge Nutzer tummeln, die mal was anderes haben wollen als die sich immer mehr ähnelnden gängigen Smartphones. Deshalb ist die Zahl der Geräte, die in Deutschland verkauft werden, auf 1000 beschränkt, zunächst wenigstens.

Mittelklasse mit zwei Ausnahmen

Abgesehen von der Bedientechnik gibt es allerdings genau das, was auch in anderen Mittelklasse-Smartphones steckt, mit zwei Ausnahmen: Das Gerät kann mit zwei Sim-Karten ausgestattet werden, sodass der Nutzer mit unterschiedlichen Telefonnummern arbeiten kann, etwa für private und dienstliche Gespräche. Während die meisten Geräte der großen Hersteller nur mit einem Empfänger für das Navigationssystem GPS ausgestattet sind, empfängt ID1 auch die Signale des russischen Satellitennetzes Glonass. Das könnte die Navigationsgenauigkeit steigern.

Das ID1 ist außer in Rot noch in weiteren Farben zu haben. 

Das ID1 ist außer in Rot noch in weiteren Farben zu haben.

Quelle: ID2ME

Der Arbeitsspeicher verfügt über zwei Gigabyte. Intern stehen 16 Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung. Als Betriebssystem wählte Agger Android. Die Hauptkamera hat eine Auflösung von 13 Megapixel, die Selfie-Kamera, die künftig auch zum Bezahlen genutzt werden kann fünf Megapixel. Der Achtkern-Prozessor stammt vom taiwanesischen Hersteller Mediatek. Der Akku, der fest eingebaut ist, hat eine Kapazität von 2500 Milliamperestunden. Das soll für einen Tag reichen.

 

Von Wolfgang Kempkens

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