TV-Displays 21.08.2009, 19:42 Uhr

Bei TV-Displays bleiben LCDs noch länger erste Wahl  

Wer als anspruchsvoller Video- und TV-Konsument erwartet oder erhofft hatte, dass dieses Jahr zur Konsumelektronik-Messe IFA eine weitere marktgängige Alternative zum allgegenwärtigen LCD-Flachbildschirm vorliegen würde, muss sich gedulden. Erste TV-Geräte mit Displays aus organischen Leuchtdioden (OLEDs) sind immer noch klein und teuer. VDI nachrichten, Düsseldorf, 21. 8. 09, jdb

Als ökonomisch tragfähige Ausweichmöglichkeit zum LCD-Mainstream bietet sich bei größeren Formaten und für die Freunde höherer Farbkontraste und scharf konturierter, ruckelfreier Bewegungsabläufe nach wie vor nur der gut zehn Jahre alte Plasmaschirm. Die von vielen seit Jahren herbeigesehnten OLED-Schirme, auf Basis organischer Leuchtdioden (OLEDs), sind zwar schon zu sehen, und sie werden z. B. von Sony und Samsung industriell gefertigt. Aber zu Liebhaberpreisen bei eher Notebook-ähnlichen Schirmgrößen um die 15 Zoll, jetzt aber auch schon mit 31 Zoll.

Also haben sich die drei Industriesegmente weltweit als „LCD TV Association“, „OLED Association“ und „Plasma Display Coalition“ formiert, um die Vorzüge ihrer Technologien im Vergleich zu propagieren. Auf der Konferenz Displayweek der SID (Society for Information Display), auf der nach wie vor die Technologiefortschritte verhandelt werden, trafen sie sich Anfang Juni im texanischen San Antonio zu kontroverser Diskussion.

Fazit: Die Verbesserungen der Bewegungsschärfe, so der LCD-Promoter Bruce Berkhoff, verschieben die OLED-Bildschirme immer weiter, um mindestens zehn Jahre, in die Zukunft. Was vom OLED-Befürworter Barry Young bestritten wird. Auch bei Novaled, einem wichtigen Patenthalter, kann man keine Änderungen im OLED-Zeitplan beobachten. „Wir sehen noch in diesem Jahr OLED-TVs auf dem Markt“, sagt Jan Birnstock, Vice President für Technologietransfer. „Wenn Samsung und LG Display so weiter fahren wie bei den mobilen Anwendungen, dann werden OLED-Fernseher in zwei bis drei Jahren den Weg in den Massenmarkt finden.“

Angesichts des stagnierenden Absatzes – wegen der laufenden Finanzkrise und mangels marktstimulierender Neuerungen – ist das trotzdem eine optimistische Einschätzung. Auch wegen der kostenintensiven Umwidmungen massiv ausgebauter LCD-Fertigungen auf OLED. Aber: „Aus unserer Sicht“, so Birnstock, „wird es keinen Shoot-out zwischen LCD und OLED geben.“ Eher die Evolution der LCD-Fertigung auf OLED. „Was bei der LCD-Fertigung so teuer ist, sind die Backplanes – und die werden für OLED, leicht modifiziert, weiterhin gebraucht.“

Mit LED-Backlight und Schwarzphasen will LCD bei der Bildqualität punkten

Günstigere Energiebilanzen und bessere Farbqualität deuten in Richtung OLED, so Birnstock. Und das trotz der aktuellen Ausstattung der LCD-Schirme mit vollflächiger, je nach Bildinhalt lokal „dimmbarer“ Hintergrundbeleuchtung mit LEDs, plus zusätzlich eingeschobener Schwarzphasen innerhalb der 50-Hz-Einzelbilder. Das soll, wie bei analogen Filmprojektoren, virtuell die Bildfrequenz erhöhen, die langen optischen Standzeiten der LCD-Pixel auf einige wenige Millisekunden verringern und die Bewegungskonturen schärfen. Samsung bewirbt seine LCD-Schirme bereits als „LED-TVs“.

Die 240-Hz-Technik (in 50-Hz-Netzen sind es 200 Hz Bildwechselfrequenz) wird da als Ablösung der alten 120/100-Hz-Technik seit der IFA 2008 von Samsung propagiert, dieses Jahr auch in „Full HD“. LG profilierte sich auf der Displayweek sogar mit 480 Hz. Da ist mit derzeit 16 % Marktanteil für 120 Hz und 3,4 % für 240 Hz noch weithin unausgeschöpftes Marktpotenzial.

Doch die intensive Rechnerei in den Bildern, mit Bewegungs-Interpolationen über „Motion Estimation“- und „Motion Compensation“-Prozessoren, bringt auch Nachteile. Sie schafft, wie die Zeitschrift c“t scharfblickend analysiert, neue Artefakte infolge der Auftrennung von bewegten und unbewegten Bildobjekten.

Auch die LCD-TV-Sets mit dimmbaren LED-Backlights haben laut Marktforscher Displaysearch noch Potenzial: von 3 % Anteil in 2009 auf 10 % im nächsten Jahr. Deswegen investieren die führenden TV-Hersteller in LED-Kapazitäten. „Das schafft Wachstumspotenziale für die LCD-Industrie“, sagt Yoshio Tamura von Displaysearch, „Aber es schafft zugleich auch Antriebskräfte für die LED-Industrie“.

Das Urteil von David Barnes von Displaysearch: Die abgeschriebenen Fertigungskapazitäten begünstigen derzeit die LCD-Hersteller, ohne dass sie in alternative Techniken investieren müssen. Erst neue Nutzervorteile wie flexible Schirme könnten helfen, dass sich die OLEDs durchsetzen. W. SCHULZ

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