Alternative zur PIN 11.09.2014, 08:33 Uhr

Barclays identifiziert Bankkunden über Blutadern im Finger

Die britische Großbank Barclays will Onlinebanking noch sicherer machen – mit einem biometrischen Scanner, der den Verlauf der Blutadern im Finger erkennt. Vorbei die Zeit für Verbrecher, die sich mit abgeschnittenen Fingern Zugang zum Konto verschaffen.  

Zunächst will Barclays ab 2015 Mitarbeiter großer Geschäftskunden mit dem biometrischen Blutader-Scanner ausrüsten. Das System von Hitachi funktioniert angeblich zuverlässiger als Fingerabdruckscanner. 

Zunächst will Barclays ab 2015 Mitarbeiter großer Geschäftskunden mit dem biometrischen Blutader-Scanner ausrüsten. Das System von Hitachi funktioniert angeblich zuverlässiger als Fingerabdruckscanner. 

Foto: Barclays

Die Barclays Bank führt die neue Sicherungstechnik im kommenden Jahr zunächst für Geschäftskunden ein. Mitarbeiter dieser Kunden erhalten jeweils einen Scanner für den Arbeitsplatz. Wenn sie ihren Zeigefinger auf das kleine eiförmige Gerät legen, prüft das System die Zugangsberechtigung für das Onlinebanking anhand der sichtbaren Blutadern, die in der Mitte des Fingers verlaufen.

Entspricht das Bild dem Referenzbild in der Barclay-Datenbank, ist der Zugang zum Onlinebanking frei. Gleichzeitig speichert das Gerät, wer und wann wie lange das Konto benutzt hat. All diese Daten verbleiben beim Kunden, der sich jederzeit Überblick über die Nutzung des Kontos verschaffen kann.  

Scan funktioniert nicht bei abgeschnittenen Fingern

Der Scan von Blutadern soll zuverlässiger sein als der von Fingerabdrücken. Während Fingerabdrücke gelegentlich schwer zu erkennen sind, bietet sich das Bild des Adern-Scanners stets gestochen scharf. Zudem ist die Struktur der Adern unveränderbar. Und schließlich spielt für Barclays auch eine Rolle, dass der Adern-Scan nur bei einem lebenden Menschen möglich ist. Im unwahrscheinlichen Fall, dass ein Verbrecher den Finger abschneidet, funktioniert die Identifizierung nicht mehr, weil kein Blut durch den Finger fließt. 

Der Scanner erkennt den Mitarbeiter an seinem einzigartigen Blutadergeflecht im Zeigefinger. Das funktioniert übrigens nur bei lebenden Fingern, durch die Blut fließt – nicht bei abgeschnittenen. 

Der Scanner erkennt den Mitarbeiter an seinem einzigartigen Blutadergeflecht im Zeigefinger. Das funktioniert übrigens nur bei lebenden Fingern, durch die Blut fließt – nicht bei abgeschnittenen. 

Foto: Barclays/Screenshot

Biometrischer Blutader-Scan ist im Banking bislang einzigartig

Hitachi hat den biometrischen Scanner entwickelt. Nach Angaben des japanischen Konzerns gibt es bisher kein einziges weiteres Finanzinstitut in der Welt, dass eine solche Technik für die Kontrolle des Finanzverkehrs benutzt. Die Bank und Hitachi wollen das System noch für andere Aufgaben weiterentwickeln. Beide Unternehmen halten sich aber bedeckt, worum es bei dieser Weiterentwicklung geht.

Von Peter Odrich
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