Smartphones & Tablets 23.03.2012, 11:59 Uhr

Augmented Reality (AR) durch Smartphone-Apps

IT- und Telekommunikationsbranche haben ein neues Steckenpferd entdeckt. Auf Smartphones und Tablets liefern sie dank Hilfsmitteln aus der Augmented Reality (AR) jede Menge Zusatzinformationen. Infos zu Sehenswürdigkeiten, Sternbildern und Personen lassen sich so erfassen und auf Displays wiedergeben. Schon träumt die Branche von AR-Brillen und Hightech-Kontaktlinsen.

Die Zukunft der Augmented Reality könnte auch bei verbrauchernahen Anwendungen anders aussehen. So wissen Blogger von „9to5google“ bereits, dass Google am Beta-Release einer AR-gestützten Brille feilt: „Google Glasses“. Bei der Verlagerung der AR vom winzigen Bildschirm der Smartphones in das volle Blickfeld des menschlichen Auges möchte auch der Suchmaschinenriese mitmischen.

Wieder einmal die Brille als Sehhilfe für die erweiterte Realität. Neuester Ansatz: modisch cooles Sportdesign mit frontaler Kamera und Display in einem der Gläser.

iOptics von Darpa will Augmented Reality (AR) näher ans Auge bringen

Ähnliche Ziele verfolgt man bei Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency) im US-Verteidigungsministerium. Mit dem Projekt iOptics will Darpa die erweiterte Realität dichter an das Auge bringen: direkt auf die Hornhaut, als Hightech-Kontaktlinsen mit integriertem Display. Das soll die Head-up-Displays in Jetfighter-Helmen ersetzen und mit echtzeitigen Zusatzinformationen den Blick auf das Kampfgeschehen schärfen.

Dichter an der kommerziellen Realität ist die Entwicklung von hippen Smartphone-Apps. Etwas für Verbraucher – getrieben durch Start-up-Firmen und unabhängige Entwickler, oft Studenten, die als „ARchitects“ freizügig mit Softwareentwicklungs-Kits versorgt werden.

Das schafft technikaffine Communitys mit Momentum für den Markt wie bereits die Frühjahrsmessen zeigten. Auf der CES in Las Vegas, dem GSMA Mobile World Congress in Barcelona und der CeBIT 2012 nahm „Mobile Augmented Reality“ breiten Raum ein.

Augmented Reality (AR): Barcelona in drei Dimensionen kartiert

So zeigte z. B. der Münchner Spezialist Metaio in Barcelona, wie man mit seinen Werkzeugen eine ganze Stadt in drei Dimensionen kartieren kann. In diesem Areal lässt sich dann das Bild einer Handycam bei beliebiger Ausrichtung mit passgenauen Zusatzinformationen überblenden.

Derzeit dienen Smartphones und Tablets als Basis der erweiterten Realität. Das ist folgerichtig, wenn man AR als evolutions- und informationsverdichtende Synthese aus visuellem Input und textbasierten, datenzentrischen Wissensformen versteht.

Somit erwachsen die meisten aktuellen AR-Applikationen aus den bekannten geografischen Navigationssystemen, mit optisch und textlich überlagerter Foto- und Videonavigation.

Beispiel: Tripwolf. Eingeblendete Zusatzinformationen helfen per Smartphone-Kamera mit Bilderkennung bei der Orientierung in fremden Städten und Ländern. Sie identifizieren Sehenswürdigkeiten und Kunstobjekte und bald auch Gesichter. Sie zeigen die nächste Tankstelle und finden zurück zum irgendwo abgestellten, per AR-Tag markierten Auto. Mit „Tomtom“ als Basis lässt sich jede gewünschte Adresse anhand eines Fotos ansteuern, ohne die geografischen Koordinaten zu kennen – vorausgesetzt, das Ziel ist in den geolokalen Datenbasen enthalten.

Schnellerer Mobilfunk wie LTE erlaubt Echtzeitvernetzung und Standort-Check-in, etwa per Facebook. Die Aggregation nutzergenerierter Inhalte und Wissensbasen, wie Youtube und Wikipedia, lässt sich so in die erweiterte Realität anderer Nutzer einbinden.

Attraktiv sind schon jetzt zweidimensionale QR-Codes (Quick Response), hinter denen sich Visitenkarten oder Filmtrailer verbergen. Als Renner könnten sich die mobile, für Smartphones adaptierte Übersetzung fremdsprachlicher Texte erweisen: Hinweisschilder, Verkehrszeichen, Zeitungsschlagzeilen, Werbeflächen, Speisekarten, Gebrauchsanleitungen.

Man zielt mit der Kamera auf den Text und auf dem Schirm erscheint – mithilfe von speziellen Browsern wie Wikitude oder Junaio – die Übersetzung. Wort für Wort oder grammatisch anspruchsvoll – in perspektivisch und farblich korrekter Überlagerung. Das geht in Echtzeit, entweder on-line oder, oft billiger, aus dem lokalen Speicher der App. Da halten neben Google Goggles Produkte wie Word Lens, Babelshot, CamDictionary, Wordshot, iTranslate mit. Ihr Gebrauchswert muss sich in den Augen von Marktbeobachtern ständig neu bewähren.

AR für Romantiker: Smartphone-App „P.M. Planetarium“ erkennt Sternenformationen

Eher für romantische Gemüter: die Erkennung von Sternenformationen, etwa mit der „P.M. Planetarium“-App von
iTunes. Sie greift, orts- und lageunabhängig dank eingebautem GPS und Gyroskop, die antiken Sternbilder aus dem wahllosen Haufen himmlischer Lichtpunkte heraus und erläutert ihre Symbolik. Ähnlich virtuelle Streifzüge durch das Universum bieten Star Walk, Star Chart, Google Sky Map, Zenith Mobile Telescope, und andere – neben spezifisch zentrierten Apps wie Meteor Shower Calendar oder Satellite Flybys.

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