Hardware 27.10.2006, 19:24 Uhr

Aufgerüstet: Notebooks mit integriertem UMTS  

Geschäftsleute berichten von Roaminggebühren im vierstelligen Bereich. Der ersehnte Durchbruch auf dem Massenmarkt lässt noch auf sich warten.

Wer mit seinem Laptop von unterwegs große Datenmengen vom Netz herunterladen wollte, benötigte bis vor kurzem entweder ein Mobiltelefon oder eine entsprechende PC-Karte. Inzwischen gibt es auch Notebooks, bei denen UMTS-Funkmodule im Gerät integriert sind. Dafür hat sich eine Reihe von Herstellern mit Mobilfunkanbietern zusammengetan: Fujitsu Siemens und HP tun es mit T-Mobile, Dell und Acer mit Vodafone. Mit den Kombi-Angeboten UMTS-Mobilfunkvertrag plus dazugehöriges Notebook hoffen die großen deutschen Mobilfunkunternehmen sich besser zu positionieren, um ihre Breitbanddienste an den Mann oder an die Frau zu bringen.

Das ausschlaggebende Zubehör in Gestalt des UMTS-Modems ist etwa doppelt so groß wie eine Briefmarke und enthält einen Chipsatz zur Datenübertragung und ein Radioteil zum Senden und Empfangen. Die Notebook-Hersteller beziehen diese so genannten Minicards (MC) von Zulieferern wie Sierra Wireless, Novatel oder Option und bauen sie dann in ihre Geräte ein.

Minicards unterstützen nicht nur den UMTS-Turbo HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) und holen so aus den üblichen 384 kbit/s eine Datenrate von bis zu 1,8 Mbit/s beim Herunterladen heraus. Sie funken in GSM-Netzwerken im GPRS- und EDGE-Modus. „Die Minicards bieten eine bessere Empfangs- und Sendequalität. Die Antenne ist im Displayrahmen integriert und die Abstrahlleistung optimiert. Das Strommanagement des Geräts ist effizienter, was zu einem geringeren Stromverbrauch führt und damit zu einer längeren Laufzeit des Akkus“, zählt Meinolf Althaus, verantwortlich für die Produktstrategie bei Fujitsu Siemens, weitere Vorteile auf.

Nun ist seit kurzem eine Reihe von UMTS-Notebooks auf dem Markt. Die Computerzeitschrift c“t hat sieben Notebooks unterschiedlicher Hersteller (Acer, Dell, Fujtsu Siemens, Lenovo oder Panasonic) getestet – und zwar zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten im Vodafone-Netz an unterschiedlichen Standorten in Hannover. Die Messergebnisse schwankten naturgemäß je nach Funkzellenauslastung. Wie hoch die tatsächliche Datenrate ist, hängt von der MC – und von physikalischen Gegebenheiten (etwa Antenne, Wetterbedingungen usw.) ab. Die besten Ergebnisse erzielte die MC von Novatel, gefolgt von Option und Sierra Wireless.

Und die Entwicklung geht weiter: So wird Ende 2006 die nächste HSDPA-Stufe eingeführt, bei der sich die theoretische Übertragungsrate verdoppeln wird (3,6 Mbit/s). Und für das zweite Halbjahr 2007 ist wieder eine Verdoppelung auf 7,2 Mbit/s geplant. Eigentlich eine erfreuliche Angelegenheit. Wären da nicht die Minicards der ersten HSDPA-Generation, die dann ausgetauscht werden müssten. „Das kann der Notebook-Besitzer nicht selber machen, er muss sein Gerät einschicken. Bei der zweiten und dritten Generation sind die Aktualisierungen problemlos per Software machbar“, so Althaus.

Nicht nur Notebookbesitzer müssen die erste HSDPA-Generation nachrüsten, sondern auch die von Handys oder PDA. Für diejenigen, die nicht sofort wechseln möchten, besteht kein Grund zur Panik. Sie können die UMTS-Module der ersten HSDPA-Generation weiternutzen, aber eben nur mit einer Datenrate von 1,8 Mbit/s.

Der Austausch der Minicard ist das eine, viel schwerer wiegt, dass die Tarife derzeit noch sehr hoch sind (zwischen 40 € und 70 € monatlich) und dass das Surfen im Ausland aufgrund der immensen Roaminggebühren sehr schnell zu einem vierstelligen Rechnungsbetrag führen kann, wie Geschäftsleute berichten. Für den Durchschnittsanwender ist der mobile UMTS-Spaß ganz schön teuer. Allein die UMTS-Grundgebühr, die sich über die zweijährige Bindung des Mobilfunkvertrags zu einer erklecklichen Summe addiert, übersteigt den Kaufpreis eines Standard-Notebooks. So kommentiert ein Chatteilnehmer in einem Forum das Angebot eines großen Mobilfunkers: „9,86 € Datentarif plus 39,44 € UMTS-Pauschale = 49,30 €, macht pro Jahr 591,60 €. In 24 Monaten macht das 1183,20 €. Man bekommt aber ein gutes Notebook von Acer bereits für 799 €.“ Auch sollten sich Interessenten im Vorfeld genau überlegen, welchem Mobilfunkanbieter sie den Vorzug geben. Denn nur T-Mobile und Vodafone haben ihre Netze HSDPA-kompatibel ausgebaut. In den Netzen von E-Plus und O2 muss der Nutzer mit GPRS oder der normalen UMTS-Rate (384 kbit/s) auskommen.

Bleibt noch das Problem des asymmetrischen Datenverkehrs. Denn derzeit lassen sich mit der HSDPA-Technik zwar große Datenmengen herunterladen. Wo aber bleibt die Bandbreite für die Gegenrichtung, wenn der Anwender große Datenmengen versenden möchte? Abhilfe soll hier die so genannte HSUPA(High Speed Uplink Packet Access)-Technik schaffen. Sie soll eine Datenrate von bis zu 1 Mbit/s in Senderichtung ermöglichen, startet voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2007 – und erfordert wieder neue Hardware.

Wer nur sporadisch ins Netz geht, für den lohnt sich u. U. der Kauf eines HSDPA-Handys mit Funkmodem. Dieses lässt sich per Bluetooth oder USB-Kabel mit dem Notebook verbinden. Entsprechende Mobiltelefone bieten Samsung oder BenQ-Siemens an. „Als Funkmodems mit dem UMTS-Beschleuniger taugen beide Handys. Allerdings kann HSDPA nicht mit einer guten DSL-Verbindung konkurrieren, dazu brechen die Datenraten bei HSDPA zu oft ein“, so das Fazit von Testern. EVDOXIA TSAKIRIDOU

Neue Mobilfunk- generationen erfordern Austausch von Minicards

Von Evdoxia Tsakiridou
Von Evdoxia Tsakiridou

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