HDTV 12.02.2010, 19:45 Uhr

ARD und ZDF mit hochauflösendem Fernsehen in Vancouver am Start  

Wer heute den bundesweiten Start der HDTV-Regelübertragung erleben wollte, musste früh aufstehen: Um 5.30 Uhr ging mit Beginn des Morgenmagazins das hochauflösende Fernsehen bei ARD und ZDF auf Sendung. Ein unspektakulärer Start für das hochauflösende TV. VDI nachrichten, Düsseldorf, 12. 2. 10, jdb

„Wir lösen in den HD-Kanälen die bisherigen Hinweisschleifen durch den HD-Simulcast-Betrieb ab“, so ZDF-Pressesprecher Walter Kehr. Deshalb wird weder ein roter Knopf gedrückt noch zu einer Startparty geladen. Und so ganz richtiges HD ist es ja dann doch noch nicht, wenn sich die Moderatoren Anja Heyde, Patricia Schäfer und Cherno Jobatey mit ihren Gästen versammeln. Die digitalen Standard-TV-Signale werden nämlich schlichtweg hochkonvertiert, aus dem Standard PAL 576i/25 (576 Zeilen im Zeilensprung, 25 Bilder/s) wird HD mit 720p/50 (progressive, kein Zeilensprung). Zahlenmäßig kein großer, qualitätsmäßig ein um so größerer Schritt.

Wer originäres HDTV erleben will, muss bis 18.00 Uhr warten, wenn die ersten „echten“ HD-Bilder aus Vancouver in Mainz ankommen und von dort aus via Satellit, IPTV oder Kabel die bundesdeutschen Haushalte erreichen. Die Eröffnungsfeier der XXI. Olympischen Winterspiele ist dann auch eher was für Nachteulen – ab 3.00 Uhr geht sie am Samstag bei „Das Erste“ in Standard-, und bei „Das Erste HD“ eben in HD-Qualität über den Sender.

Seit Anfang des Jahres strahlen ARD und ZDF via Satellit auf ihrem HD-Transponder bereits Testschleifen aus. Wer die nicht sieht, sollte einen Suchlauf starten, nicht immer ein ganz leichtes Unterfangen, oft sind danach alle Programmplätze wieder verrutscht. Um das zu verhindern, ist ein Blick in die Bedienungsanleitung nützlich. Für die manuelle Eingabe sind die Empfangsparameter hilfreich. So werden zurzeit „Das Erste HD“, „ZDF HD“ und „arte HD“ über Transponder 11 des Astra-Satellitensystems auf 19.2° Ost übertragen, und zwar auf Frequenz 11,3617 GHz mit Polarisation horizontal, Symbolrate SR 22000, Fehlerschutz FEC 2/3 und Modulationsart DVB-S2 8PSK.

Allerdings hat man ohne HD-Sat-Receiver bzw. Fernseher mit integriertem HD-Empfänger keine Chancen, die guten Bilder zu sehen. Auch sollten Empfänger und Display dann nicht mit einem Scart-, sondern einem HDMI-Kabel verbunden sein.

Das gilt natürlich auch für den Kabel-Empfang, externe oder eingebaute Kabel-HD-Receiver sind Pflicht. Nur gab es da im Vorfeld heftige Kabbeleien. 16 Tage vor Entzündung des olympischen Feuers dann die Erleuchtung auf beiden Seiten: ARD und ZDF einigten sich mit Kabel Deutschland (KDG), dass die jeweiligen HD-Programme „Das Erste HD“, „ZDF HD“ und „ARTE HD“ unverschlüsselt und ohne Zusatzkosten für die öffentlich-rechtlichen Veranstalter in die modernisierten Kabelnetze von KDG eingespeist werden. „Die Einspeisung der öffentlich-rechtlichen HDTV-Programme ist damit langfristig im Rahmen der bestehenden Verträge geregelt“, so KDG-Pressesprecher Marco Gassen.

„Bei KDG werden über 80 % der rund 9,1 Mio. angeschlossenen Haushalte über ausgebaute Netze bis 630 MHz und mehr versorgt“, erklärt Gassen. „Wir haben eine Verfügbarkeitsprüfung im Netz, da kann jeder die Programme erkennen, die am Haus anliegen.“ Die öffentlich-rechtliche HD-Übertragung erfolgt übrigens im Kabelkanal E39 (618 MHz). Sieben private HD-Programme sind auch bereits im KDG-Kabel – aber nur die von Sky, einst Premiere. Die HD-Programme der RTL- und ProSiebenSat.1-Gruppen noch nicht, da wird über entsprechende Bezahl-Konzepte noch verhandelt.

Unitymedia, der große Netzbetreiber in NRW und Hessen, hat 4,5 Mio. Haushalte unter Vertrag. „Über 90 % unseres Netzes sind bereits auf 862 MHz ausgebaut, und da werden ¿Das Erste HD¿ und ¿ZDF HD¿ übertragen“, so Viktor Janik, Leiter Regulierung und Öffentlichkeitsarbeit. Immerhin – Spitzenreiter ist der Netzbetreiber beim schnellen Internet – 120 Mbit/s werden angeboten.

Dritter im Bunde ist Kabel Baden-Württemberg – mit 2,3 Mio. Kunden. Sieben HD-Programme – auch die beiden wichtigen öffentlich-rechtlichen – sind frei empfangbar, „Arte HD“ muss allerdings draußen bleiben.

Tele Columbus, einer der größten „integrierten“ Netzbetreiber, versorgt seine Kunden über eigene Kopfstationen und startete kürzlich eine Innovations- und Serviceoffensive. „Bei uns werden die drei öffentlich-rechtlichen HD-Programme kostenfrei eingespeist. ¿RTL HD¿ sowie ¿Vox HD¿ sind im digitalen Basispaket enthalten“, erklärt Dietmar Schickel, Geschäftsführer der Tele Columbus Gruppe. Auch in den Netzen von Primacom, HL komm, RFT, S+K Servicekabel, wilhelm.tel, willy.tel usw. gibt es öffentlich-rechtliches HD, teilweise sogar privates. Auch der österreichische Kabelnetzbetreiber UPC ist dabei.

„Unsere Mitgliedsunternehmen versorgen etwa 2,5 Mio. Haushalte – und überall steht das Thema HD hoch im Kurs. Die Umrüstung einer Kopfstelle kostet etwa 600 € – und damit werden unsere Anlagen noch attraktiver“, ist Heinz-Peter Labonte vom Kabelverband FRK zuversichtlich. Bleiben noch die IPTV-Veranstalter. T-Home mit Entertain, Alice, Vodafone, 1&1 – sie alle bieten mit VDSL Datenraten bis 50 Mbit/s an – und sind damit HD-ready.

Ein Weg indes bleibt vorerst noch HD-frei – die Terrestrik. Möglich wäre es mit der Nachfolgetechnik DVB-T2 auch da, aber dann wären neue DVB-T2-Empfänger nötig, die bisherige DVB-T-Technik bliebe außen vor. Nur: Ein normaler digitaler Satelliten- oder Kabelreceiver kann ja auch gar nichts mit HDTV-Signalen anfangen. RAINER BÜCKEN

 

 

  • Rainer Bücken

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