Displays 21.03.2008, 19:33 Uhr

Arbeitspräsentation auf jeder Wand  

Sie sind bei einer hohen Pixeldichte besonders kontraststark.

Mobile Geräte wie Handys, PDAs oder digitale Camcorder werden immer kompakter, und die Displays schrumpfen mit. Seit rund einem Jahr sind erste Geräte mit eingebauten bzw. anschließbaren Miniprojektoren auf dem Markt. Sie werfen die Bilder, Filme oder Arbeitspräsentationen direkt auf die nächste Wand. Die handlichsten, im Handel für rund 600 € erhältlichen Projektoren im Hosentaschenformat basieren auf LEDs als Lichtquelle und stammen derzeit von Mitsubishi, Samsung, Sharp, NEC, Toshiba oder 3M.

Den weltweit kleinsten mobilen Miniprojektor stellt jetzt nach eigenen Angaben das in Taiwan ansässige Unternehmen Oculon Optoelectronics in Serie her: den Hicari – bei einem Gewicht von nur drei Tafeln Schokolade, so klein wie eine Zigarettenschachtel. Einen Nachteil haben aber die Minibeamer mit LED-Lichtquelle: Sie gelten allesamt als nicht besonders lichtstark.

Abhilfe sollen künftig lichtstarke Laserprojektoren bringen. Deren Vorteil: Laserlicht muss anders als normales bzw. LED-Licht nicht erst mit einer aufwändigen, lichtzehrenden Optik fokussiert werden. Die Projektion ist immer scharf, egal in welchem Abstand. Und es spielt keine Rolle, ob der Strahl auf eine gewölbte oder plane Fläche trifft: Auf dem gewellten Vorhang im Konferenzraum genauso wie auf einer Nebelwand.

Im Prinzip besteht ein Laserprojektionsmodul lediglich aus drei Laserdioden für rot, grün und blau sowie einer Linse, die den Laserstrahl parallel stellt und damit ein Fokussieren überflüssig macht. Eine Matrix von Mikrospiegeln – etwa so groß wie ein Stecknadelkopf – auf einem mikromechanischen Computerchip, die mit einigen Kilohertz hin- und herschwingen, führt den Laserstrahl dabei mit der Geschwindigkeit eines Autos auf der Projektionsfläche: Zeile für Zeile von links nach rechts und von oben nach unten – ähnlich wie der Kathodenstrahl eines Röhrenfernsehers. Und dies mit extrem hoher Pixeldichte.

„Laser erzeugen extrem satte Farben, besonders das Rot ist sehr intensiv“, beschreibt Chris Chinnock, Präsident des auf Displaytechnik spezialisierten Consulting-Unternehmens Insight Media. Im Vergleich dazu liefern viele konventionelle Projektoren nur blasses Orange.

Aram Mooradian, Technik-Chef des US-Halbleiter-Herstellers Novalux, glaubt, dass in Zukunft auch Mobiltelefone mit Laserprojektoren denkbar sind. Zudem sei geplant, demnächst auch Projektoren für das Heimkino und in der Maxi-Version für große Kinosäle mit Laser zu bestücken. Das funktioniert, weil die Laserpixel nicht schlapp machen: Sie sind in 300 m Entfernung genauso groß und kontrastscharf wie in 3 m.

„Selbst in hellen Räumen werden die Laserbeamer ein so großes und brillantes Bild erzeugen wie ein zehn Zoll großer Notebook-Bildschirm“, verspricht Greg Niven von Novalux, die jetzt erste Bauteile für Mini-Laserbeamer ausliefern wollen.

Derzeit wäre eine solche Laserprojektionstechnik aber noch zu teuer, um sie in handelsüblichen Unterhaltungselektronikprodukten zu nutzen, glaubt man bei Insight Media. Der Grund vor allem: Die grünen Laserdioden sind noch Mangelware. Doch sowohl Corning als auch Novalux – US-Hersteller solch begehrter Strahlungsquellen – versichern, dass die neuen grünen Laser in nächster Zeit ein akzeptables Preisniveau erreichen könnten.

Auch der Stromhunger der Laserbeamer-Winzlinge spielt eine Rolle, denn solch ein Handyprojektor dürfte höchstens 1 W vom Akku zehren. Doch der kleinste derzeit verfügbare Projektor verbraucht noch rund 3 W.

„Die Effizienz der Projektoren muss also noch wesentlich erhöht werden, bevor die Handyhersteller bereit sind, sie in ihre Produkte zu integrieren“, lautet die Forderung von Matthew Brennesholtz, Analyst bei Insight Media, an die Forschung.

Lange scheint er nicht mehr werten zu müssen. „Projektoren, die halb so dick sind wie ein Kartenstapel und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit zur Darstellung von brillanten Bildern und Videos haben, wird es schon im Laufe dieses Jahres in großem Umfang geben“, ist Stephen Baker, Analyst bei den US-amerikanischen Marktforschern NPD Group, überzeugt.

Erste Geräte, wie der nur 7 mm dicke Show von Microvision, wurden Anfang des Jahres auf der Consumer Electronics Show vorgestellt. Show ist kaum größer als ein iPod und soll zwischen 200 $ und 300 $ kosten.

Der schon länger auf dem Markt befindliche Oio-Projektors von Explay – etwa so groß wie ein Spielzeugauto – ist anders als oft berichtet kein echter Laserprojektor, da er als Lichtquelle eine Kombination aus Laser und LED verwendet und zur Bilderzeugung ein kleines LCD-Panel. Dennoch projiziert das nur zigarettenschachtelgroße Gerät, das sich an nahezu jedes mobile Gerät anschließen lässt, ein glasklares und bis zu 30 Zoll großes Bild auf jede Wand.

EDGAR LANGE

  • Edgar Lange

Themen im Artikel

Stellenangebote im Bereich Produktmanagement

UROMED Kurt Drews KG-Firmenlogo
UROMED Kurt Drews KG Entwicklungsingenieur Medizinprodukte (m/w/d) Oststeinbek (Großraum Hamburg)
B. Braun Melsungen AG-Firmenlogo
B. Braun Melsungen AG Product Lifecycle Engineer (m/w/d) Berlin
MAXIMATOR GmbH-Firmenlogo
MAXIMATOR GmbH Sales Engineer / Vertriebsingenieur / Mitarbeiter im technischen Vertrieb (m/w/d) Lübeck
sigo GmbH-Firmenlogo
sigo GmbH Projektingenieur/in (m/w/d) Darmstadt
über MPS Personalberatung-Firmenlogo
über MPS Personalberatung Teamleiter Produktentwicklung (m/w/d) Wässrige Lacke / Beschichtungssysteme Großraum Stuttgart
Johannes KIEHL KG-Firmenlogo
Johannes KIEHL KG Produktmanager Dosier- und Applikationstechnik (m/w/d) Entwicklung der Systeme für Küchenhygiene, Textil- und Gebäudereinigung Odelzhausen (zwischen Augsburg und München)
Süwag Vertrieb AG & Co. KG-Firmenlogo
Süwag Vertrieb AG & Co. KG Produktmanager (m/w/d) Elektromobilität und Solaranlagen Frankfurt am Main
NUKEM Technologies Engineering Services GmbH-Firmenlogo
NUKEM Technologies Engineering Services GmbH Project Engineer (m/w/d/x) Alzenau
Schischek GmbH-Firmenlogo
Schischek GmbH Entwicklungsingenieur Elektronik (w/m/d) Langen­zenn
Dr. Fritz Faulhaber GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Dr. Fritz Faulhaber GmbH & Co. KG Leiter (m/w/d) Produktmanagement Schönaich bei Stuttgart

Alle Produktmanagement Jobs

Top 5 Produkte

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.