Drucker 02.03.2001, 17:28 Uhr

Arbeitspferd mit Farbe

Schnell, leise und zuverlässig sollen Drucker für die Büroumgebung arbeiten. Die Kundschaft will immer mehr Farbe, auch bei Bürodrucksachen. Schnelle Tintenstrahldrucker mausern sich wegen der im Vergleich zu Farblaserdruckern geringeren Anschaffungskosten zur Alternative der klassischen Schwarzweiß-Laserdrucker.

Schneller, besser, mehr Funktionen – damit versuchen die Hersteller ihre Tintendrucker an den Mann zu bringen. Die schnellsten Geräte mit Druckgeschwindigkeiten, die es locker mit Laserprintern aufnehmen sollen, konkurrieren am Markt um die professionelle Kundschaft im Büro.
In besonderem Maße tut sich Hewlett-Packard (HP) in diesem Segment hervor. Die Drucker sind zweckorientiert und auf hohe Leistung getrimmt. So ist der HP Business-Inkjet 2200 als Flaggschiff schon durchaus eine ernst zu nehmende Konkurrenz für Laserdrucker. Eine nicht ganz so gute Ausstattung, dafür aber beidseitiger Druck durch die Duplexeinheit liefert HP mit dem Deskjet 990Cxi.
Der Business-Inkjet 2200 besitzt einen 250-Blatt-Papierschacht, der auf 500 Blatt erweitert werden kann. Als Druckersprachen stehen optional PCL 5c und PostScript zur Verfügung. Treiber gibt es für fast jedes Betriebssystem. Das Spitzenmodell 2250TN (zwei Papierschächte, alle Druckersprachen, Ethernet-Netzwerkkarte) ist für rund 2300 DM zu haben. Der Einstieg ohne zusätzliche Papierzuführung (2200) liegt bei 940 DM.
Beide HP-Drucker bieten laserscharfen Text- und hochwertigen Fotodruck. Sie arbeiten mit einem günstigen Tintenverbrauch, wobei auch eine ansehnliche Reichweite erzielt wird.
Unschlagbar im Tintenverbrauch ist hingegen der Epson Stylus Color 980. Er ist schnell und bietet den besten Foto- druck. Allerdings ist sein Papierschacht mit gerade einmal 100 Blatt für den druckintensiven Büroalltag etwas knapp bemessen.
Preisgünstig von der Anschaffung her und schnell ist der Lexmark Z52. Allerdings liegen die Seitenpreise über den HP-Druckern: Gerade beim Textdruck – im Büro sehr wichtig – ist er mit 18 Pf/Seite zu teuer. Ein weiterer Nachteil ist der knappe Papierschacht (100 Blatt). Damit taugt er nur bedingt als Bürodrucker.
Der Xerox M750 bietet zwar eine geschlossene Papierkassette mit satten 150 Blatt Fassungsvermögen und schnellem Foto- und Grafikdruck. Nichtsdestotrotz ist er im Büro fehl am Platz. Seine Kosten sind beim Farbdruck zu hoch und der erzielten Druckqualität sieht man die Herkunft aus einem Tintenstrahler an: Pixel sind mit bloßem Auge erkennbar und die Ausdrucke sind mit Streifen übersät.
Der Weg vom ersten Tintenstrahler zum bürotauglichen Arbeitspferd war weit. HP und Canon waren es, die unter den Namen „Inkjet“ und „Bubblejet“ als Erste Tintendrucker für Endverbraucher auf den Markt brachten.
Beide Firmen hatten zeitgleich unabhängig voneinander passende Systeme entwickelt, die mit thermischem Tintendruck arbeiten: Ein Schrittmotor zieht das Papier durch den Drucker. Gleichzeitig bewegt sich der Druckkopf, ebenfalls von einem Schrittmotor angetrieben, horizontal über das Papier und feuert aus winzigen Düsen Tinte auf das Blatt.
Am grundlegenden Prinzip hat sich bis heute wenig geändert. Doch Detailverbesserungen in der Drucktechnik bringen eine immer bessere Druckqualität und sorgen auch für mehr Tempo.
Als sich Lexmark 1991 von IBM mit der Druckersparte abspaltete, brachte Lexmark zwei Jahre später mit dem Execjet II seinen ersten S/W-Tintenstrahler auf den Markt. Die Geräte funktionierten wie die HP- und Canon-Tintenstrahler ebenfalls mit dem thermischen Druckverfahren. Auch hier haben sich bis zum modernen Lexmark Z52 nur Details geändert.
Obwohl Xerox drittgrößter Patentinhaber bei der Inkjet-Technologie ist, kam der Hersteller erst im August letzten Jahres mit eigenen Tintendruckern auf den Markt. Im Test haben wir den Xerox M750, der wie die Modelle von HP und Lexmark mit dem thermischen Verfahren arbeitet.
Bei den thermischen Druckverfahren befindet sich in jedem Düsenkanal ein Heizelement. Eine elektrische Spannung erhitzt es extrem schnell auf rund 300 °C. Dadurch verdampft die flüssige Tinte schlagartig es entsteht eine Dampfblase im Düsenkanal und ein Tintentropfen wird explosionsartig aus der Druckdüse geschleudert.
Die hohen Temperaturen in den feinen Düsenkanälen haben zur Folge, dass der Druckkopf verschleißt. Daher muss er von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden. Beim Lexmark Z52 und beim HP Deskjet 990Cxi passiert das mit jeder leergedruckten Tintenpatrone – der Druckkopf ist in der Patrone integriert.
Der Xerox M750 besitzt einen semipermanenten Druckkopf. Den kann der Anwender so lange im Gerät lassen, bis die Druckqualität nachlässt. Bis dahin muss er lediglich die Tinte austauschen (jede Farbe separat). Das idealste System bietet HP mit dem Business-Inkjet 2200: Die Druckköpfe für jede Farbe sind separat austauschbar. Sie müssen erst nach rund 24 000 Seiten ausgewechselt werden. Bis dahin tauscht man lediglich die Tintenpatronen aus – ebenfalls jede Farbe separat.
Neben dem thermischen Tintendruckverfahren hat sich ein mechanisches System mit Piezodruckköpfen durchgesetzt. Dieses ist fast ausschließlich bei den Tintenstrahlern von Epson anzutreffen. Die Piezodrucktechnik funktioniert rein mechanisch. Je nach Polarität der angelegten Spannung (positiv oder negativ) verformt sich das Piezoelement in die eine oder andere Richtung. Der Piezokristall drückt dabei gegen eine Membran, die wiederum auf die Tinte im Düsenkanal drückt und dadurch einen Tintentropfen aus der Düse schleudert.
Der Verformungsvorgang dauert nur etwa 5 µs. Mit Piezodruckköpfen lassen sich sehr hohe Feuerfrequenzen erreichen, was hohe Arbeitsgeschwindigkeiten ermöglicht. Piezodruckköpfe sind zwar teurer als thermische, verschleißen aber nicht so schnell. So muss er beim Epson Stylus Color 980 während des Druckerlebens nicht ausgetauscht werden. FLORIAN HEISE
http://www.computerchannel.de

Von Florian Heise
Von Florian Heise

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