Hardware 28.07.2000, 17:26 Uhr

Apples Herbstkollektion: Neue Farben für iMac und G4-Cube

Die Apple-Fan-Gemeinde jubelte, als Steve Jobs auf der Macworld Expo neue Mac-Rechner vorstellte. Neben dem Cube, einem G4-Mac im würfelförmigen Design, gab es auch neue G4-Desktops und iMacs.

Die Würfel sind gefallen: Mit einer Produktoffensive signalisierte Apple-CEO Steve Jobs auf der Macworld Expo in New York, dass die Phase der Sanierung des Computer-Piniers zu Ende geht und jetzt auf neues Wachstum gesetzt wird. Gut zwei Jahre, nachdem Jobs – damals noch als Interims-CEO – den iMac vorstellte, jene knallbunten Computer-Knubbel, die seitdem rund 3,7 Mio. Mal verkauft wurden, stellte er jetzt wieder eine komplett neue Hardware-Familie vor. Design – so die Botschaft – ist keine Beigabe, sie ist das Verkaufsargument im Consumer-Markt.
Kein Wunder, dass auch diesmal keine computertechnische 08/15-Kost geboten wurde. Rein technisch lehrt Apple das nach wie vor marktdominierende Wintel-Kartell (samt Intel-Rivalen AMD) das Fürchten: Die neuen G4-Macs mit zwei 500 MHz getakteten Power-PC-Prozessoren schlugen den immerhin 1 GHz schnellen Pentium-III-Rivalen im Anwenderdemo um Längen. Und damit das Ganze dann nicht nur im bekannten Einheitsgrau der PC-Welt einherkommt, setzte Jobs noch einen drauf: Er präsentierte der begeisterten Fan-Gemeinde den G4-Cube.
Im 20 cm x 20 cm x 20 cm großen, weißen Plexiglasgehäuse samt frontbeherrschendem Apple-Logo steckt ein kompletter G4-Mac. Der Rechenwürfel hat es in sich: Zwar ist für Erweiterungskarten kein Platz, doch bietet er mit einem 450-MHz-Power-PC G4, 64 MByte Arbeitsspeicher und 20 GByte Plattenplatz, einem 56k-Modem und Netzwerkanschluss samt DVD-Laufwerk einiges an Rechenpower. Der Slot für die DVD findet sich auf der Oberseite des lüfterlosen Rechenwürfels. Die Scheibe wird wie ein Toast nach oben ausgeworfen.
Die Präsentation der Mac-Neuheiten geriet zum medien- und publikumswirksamen Spektakel. Schon Stunden vor Beginn der Keynote-Präsentation des Apple-Gründers und „Obergurus“ Steve Jobs standen Unentwegte um die besten Plätze an. 4000 lauschten dann im Javits-Konferenzzentrum den Worten ihres Idols, nochmals 3000 verfolgten die Präsentation per Großbildschirm.
Die jahrelange Krise des Computerpioniers Apple, die Reihe der eher glücklosen und deutlich weniger showerfahrenen Firmenchefs (der deutschstämmige Michael Spindler hatte den Spitznamen „The Diesel“, Sanierer Gil Amelio zwar einen guten Ruf aber kein glückliches Händchen) haben die Mac-Gemeinde noch enger zusammengeschmiedet. Und als vor drei Jahren Steve Jobs zurückkehrte, da war er der Hoffnungsträger der gesamten Nutzergemeinde. Jetzt, wo die Sanierung ihre Früchte trägt, der iMac eingeschlagen ist wie eine Bombe und auch die Marktanteile wieder langsam nach oben tendieren, da kannte der Jubel der Massen keine Grenzen.
Seit elf Quartalen ist Apple nun wieder in den schwarzen Zahlen, und das zum 1. Juli beendete dritte Quartal des Geschäftsjahres 2000 brachte bei 1,8 Mrd. Dollar Umsatz (17 % Zuwachs zum Vorjahreszeitraum) einen Gewinn von 200 Mio. Dollar, was einen leichten Rückgang zum Vorjahreszeitraum bedeutet. Aufgrund nicht-operativer Erlösanteile stieg der operative Gewinn aber um 43 % gegenüber 1999 an.
Die Produktoffensive der Macworld kommt also genau zum richtigen Zeitpunkt, und sie markiert nach Aussage von Jobs den Übergang von der Sanierungs- in eine neue Expansionsphase: „Wir haben bewiesen, dass wir uns fokussieren können und dass wir unsere Produktlinie bereinigen können. Nun können wir ein bisschen expandieren.“
Neben den Zwei-Prozessor G4-Macs, deren wahre Leistung wohl erst mit dem für nächstes Jahr angekündigten Mac OS X so richtig zum Tragen kommt, und dem Cube erfährt vor allem die iMac-Familie eine deutliche Ausweitung. Nach den knalligen Bonbon-Farben der ersten iMac-Reihe sind nun auch wieder gedeckte Töne angesagt. Oder – wie es ein Macworld-Teilnehmer scherzhaft formulierte: „Wir haben bewiesen, dass man Farbe ins Computerleben bringen kann, jetzt zeigen wir, dass es auch mit weniger Farbe geht.“ Aber auch technisch diversifiziert der Design-Rechner in unterschiedliche Leistungsstufen.
Als Internet-Computer für Einsteiger ist er in der Farbe Indigo zu einem Preis von voraussichtlich rund 2000 DM erhältlich. Zu seiner Ausstattung gehören u.a. ein 350 MHz Power-PC G3 Prozessor, 64 MByte Ram, eine 7 GByte Festplatte, ein schlittenloses CD-Rom-Laufwerk und ein internes 56k-Modem.
Als Spezialist für den digitalen Videoschnitt präsentiert Apple den iMac DV, der 2499 DM kosten soll. Er verfügt über einen 400 MHz Power-PC G3 Prozessor, 64 MByte Ram, eine 10 GByte Festplatte, ein 56k-Modem, zwei Fire-Wire-Schnittstellen sowie einen VGA-Ausgang und Air-Port-Unterstützung. Noch schneller und besser ausgestattet ist der iMac DV+, den es in den neuen Modefarben Indigo, Ruby und Sage geben wird. Für rund 3199 DM bietet er einen 450 MHz Power-PC G3 Prozessor, 64 MByte Ram, eine 20 GByte Festplatte, ein schlittenloses DVD-Rom-Laufwerk, ein 56k-Modem, zwei Fire-Wire-Schnittstellen, einen VGA-Ausgang und Air-Port-Unterstützung.
Doch damit nicht genug: Der iMac DV Special Edition ist das leistungsfähigste und exklusivste iMac-Modell. Ihn wird es in den Farben Graphite und Snow (oder simpel: Schwarz und Weiß) geben – für etwa 3699 DM. Mit seinem 500 MHz Power-PC G3 Prozessor, 128 MByte Ram, einer 30 GByte Festplatte, schlittenlosem DVD-Rom-Laufwerk, 56k-Modem, zwei Fire-Wire-Schnittstellen, VGA-Ausgang und Air-Port-Unterstützung soll er kaum Wünsche offen lassen.
Die neue iMac-Serie wird serienmäßig mit der gleichfalls auf der Macworld Expo optischen Maus und einer neuen erweiterten Tastatur ausgeliefert. Die „Apple Pro Mouse“ erlaubt präzises Arbeiten auf nahezu jeder Oberfläche – auch ohne Mauspad – und verfügt über eine ergonomische, elliptische Form, deren gesamte Oberfläche als Button fungiert. Das dazugehörige „Apple Pro Keyboard“ bietet separate Funktions-, Steuer-, Lautstärke- und Auswurftasten für Speichermedien sowie zwei USB-Schnittstellen. Alle iMac DV-Modelle besitzen Fire-Wire-Schnittstellen, um Digitalcamcorder anzuschließen sowie die vorinstallierte iMovie 2-Software. Die Benutzeroberfläche von iMovie 2 wurde überarbeitet, um die Bedienung zu vereinfachen. Verbessert wurden u. a. die Tonbearbeitung, die Betitelung und die Erstellung von Übergängen.
Übrigens bleibt Apple seiner Tradition einfallsreicher TV-Werbespots treu. Wurde doch einer der ersten Mac-Spots von keinem geringeren als Star-Regisseur Ridley Scott (Bladerunner) gedreht. Nun bemüht Jobs u. a. Elvis Presley (Blue Suede Shoes), den Muppet-Frosch Kermit (It“s not easy being green) und Moody Blues (Nights in white Satin), um die neuen Modefarben der iMacs an den Kunden zu bringen. J. D. BILLERBECK
Attraktives Innenleben: Neben dem Röhrenmonitor bietet Apple auch zwei neue LCD-Monitore.
Apple-CEO Steve Jobs hat gut Lachen: Der G4 Cube wurde von den Besuchern der Macworld Expo begeistert aufgenommen.
Die aktuellen Herbstfarben des iMac sind etwas gedeckter als die Bonbonbunten Modelle der ersten Generation. Außerdem wird die Familie um verschiedene Modelle angereichert.

Von J. D. Billerbeck
Von J. D. Billerbeck

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