Zahlen mit dem Smartphone 27.01.2014, 14:30 Uhr

Apple plant Bezahlservice mit iTunes für Ladeneinkäufe

Apple arbeitet an einem Bezahlsystem, mit dem sich Einkäufe über die Software iTunes mittels iPhone an der Kasse begleichen lassen. Das Smartphone soll sich über Funk mit der Kasse verbinden und gleichzeitig eine verschlüsselte Verbindung zu einem Backendserver aufbauen. Das wäre eine Revolution für über 575 Millionen iTunes-Kunden.  

Nach einem Bericht des Wall Street Journal soll Apple-Managerin Jenniffer Bailey mit dem Aufbau des Bezahlgeschäfts beauftragt sein. Bislang leitet sie den Online-Shop aus Cupertino. Zwar hat sich Apple selbst zu diesem Vorhaben bislang nicht geäußert. Doch ein aktueller Patentantrag für ein digitales Bezahlsystem untermauert die Vermutungen.

Es gibt auch schon erste Hinweise dafür, dass Apple das Bezahlsystem in iTunes für Drittanbieter öffnet. Vizepräsident Eddy Cue hat sich angeblich mit Industrievertretern getroffen, um dieses Thema zu diskutieren. Er ist für iTunes und den App-Store verantwortlich. Ein unverzichtbarer Schritt, denn ohne andere Hersteller wäre es für Apple unmöglich, die Vision der digitalen iTunes-Geldbörse zu realisieren. Unter anderem müsste sich das Kassensystem des Händlers mit einem Backend-System verbinden, das Transaktionen absichert.

575 Millionen Menschen nutzen Online-Shop iTunes

Für Apple ist dieser Schritt die logische Ausweitung des iTunes-Konzepts. Über 575 Millionen Menschen nutzen mittlerweile den digitalen Shop, um Filme, E-Books, Musik und Smartphone-Apps zu bezahlen. Sie alle haben ihre Bankverbindung bereits hinterlegt. Nun brauchen sie nur noch eine Schnittstelle zum Geschäft. Und das sind iPhones, von denen Apple in den vergangenen fünf Jahren rund 375 Millionen Stück abgesetzt hat. iTunes und iPhone sind also zwei Säulen, die eine starke Basis für einen digitalen Bezahlservice bilden. „Apple ist der schlafende Riese in der Bezahlwelt“, ist auch Denee Carrington, Analyst bei Forrestor Research, überzeugt. „Das Potential ist vorhanden, es ist nur noch nicht alles zusammengesetzt.“

Verschlüsselte Verbindung soll Verbrauchervertrauen stärken

Wie die Kommunikation zwischen Kasse und Smartphone aussieht, ist bislang unbekannt. Zum Einsatz kommen könnte die sogenannte Near-Field-Communication (NFC), ein internationaler Übertragungsstandard für die Kurzstreckenübertragung von Daten per Funk. Um Kunden die Angst vor einem Missbrauch durch Händler zu nehmen, soll die verschlüsselte Verbindung zum Backend-Server zum Einsatz kommen. Auf diese hat der Händler keinen Zugriff, und erst diese ist für die Belastung des Bankkontos zuständig. 

Von Patrick Schroeder Tags:

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