Dünner als ein Poster 25.09.2013, 16:21 Uhr

Amerikanische Ingenieure entwickeln dehnbares Display

Es lässt sich um 180 Grad zusammenfalten, in alle Richtungen verdrehen und sogar auf die doppelte Größe dehnen: Trotz dieser ungewöhnlichen Eigenschaften handelt es sich um ein neuartiges Display, das amerikanische Forscher entwickelt haben. Einmal den Kinderschuhen entwachsen, könnte es Elektronik-Ingenieuren völlig neue Türen öffnen.

Der dehnbare Prototyp des Displays ist wenige Zentimeter lang und im Grund nur ein Leucht-Fleck. Trotzdem könnte er den Grundstein für eine neue Ära elektronischer Geräte legen: etwa für durchsichtige Monitore, leuchtende Wohnzimmervorhänge oder dehnbare Smartphone-Displays.

Der dehnbare Prototyp des Displays ist wenige Zentimeter lang und im Grund nur ein Leucht-Fleck. Trotzdem könnte er den Grundstein für eine neue Ära elektronischer Geräte legen: etwa für durchsichtige Monitore, leuchtende Wohnzimmervorhänge oder dehnbare Smartphone-Displays.

Foto: University of California

Das klingt nach Science-Fiction: elektronische Displays durchsichtig wie Fenster, Vorhänge, die einen Raum beleuchten, ein Smartphone-Display, das sich auf doppelte Größe dehnen lässt. Und doch könnten solche Anwendungen für flexible Displays bald Realität werden. Denn Wissenschaftler aus den USA haben ein neues OLED-Display entwickelt (elastic organic light-emitting device), das genau diese Eigenschaften aufweist.

„Unser neues Material ist der Grundstein für dehnbare elektronische Geräte“, erklärt Qibing Pei, Materialwissenschaftler an der University of California in Los Angeles. „Mit der Entwicklung von Dünnfilmtransistoren glauben wir, dass interaktive OLED-Displays, die dünner als ein Poster sind, schon in naher Zukunft realistisch sind.“

Rund 1000-mal haben die Forscher das Display auf 130 Prozent der Basisgröße gedehnt. Es blieb dabei immer intakt. Bislang ungelöst ist die Frage, wie man das empfindliche Material versiegeln kann, damit es vor der Luft geschützt ist.

Rund 1000-mal haben die Forscher das Display auf 130 Prozent der Basisgröße gedehnt. Es blieb dabei immer intakt. Bislang ungelöst ist die Frage, wie man das empfindliche Material versiegeln kann, damit es vor der Luft geschützt ist.

Foto: University of California

Der bisherige Prototyp des Displays, wenige Zentimeter groß und im Grunde nur ein Leucht-Fleck, hielt bereits einiger Belastung stand: 1000-mal hat es das Forscherteam auf 130 Prozent der Ausgangsgröße gedehnt. Und trotzdem funktionierte es immer noch. Es ließe sich, so die Wissenschaftler, sogar auf 200 Prozent strecken, um 180 Grad zusammenfalten und in verschiedene Richtungen verdrehen.

Größte Herausforderung: Entwicklung einer elastischen Kompositelektrode

Wie kommt nun diese einzigartige Flexibilität zustande? Die Antwort findet sich im Aufbau des Displays: Eine Schicht aus elektrolumineszenter Polymermischung liegt zwischen zwei durchsichtigen, elastischen Kompositelektroden. Die Entwicklung dieser Elektroden sei laut Pei eines der größten Hindernisse gewesen. Sie bestehen aus einem Netz silberner Nano-Drähte, die von einer Gummi-Polymer-Schicht umgeben sind. „Unsere neue elastische Kompositelektrode ist hochgradig transparent, die Oberfläche ist sehr leitfähig, höchst dehnbar und glatt.“

Bereits jetzt kann das Display mehrere Pixel enthalten – in Zukunft unter Umständen Tausende. Doch während die Fachwelt von einer Zukunft träumt, in der Informationen auf dünnen, dehnbaren und auf Wunsch unsichtbaren Displays erscheinen, gibt es in der Realität noch einige Probleme zu lösen. Pei erklärt: „Das umfasst das Problem, das Material zu versiegeln, da es für die Luft zu empfindlich ist. Wissenschaftler auf der ganzen Welt kämpfen gegen die Uhr, um dieses Problem zu bewältigen. Und wir sind zuversichtlich, dass wir es schaffen und schon bald coole Produkte vorstellen.“

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