Drucker 06.10.2000, 17:26 Uhr

Allrounder mit Talent zum Fotodrucken

Mancher PC-Nutzer wünscht sich, was den Druck angeht, die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau. Der neue Tintendrucker Epson Stylus Color 980 hat wenigstens einige Ähnlichkeiten mit diesem Wundertier. Er eignet sich nicht nur gut für das Büro, sondern ebenso für den Druck von Fotos.

Epson treibt die Zahlenspielereien im Wettkampf um den Kunden bei seiner neuen Generation von Tintenstrahldruckern wieder ein Stückchen weiter. Eine Auflösung von bis zu 2880 x 720 dpi für die Modelle Stylus Color 680, 880 und 980 gibt der japanische Hersteller an. Marktprimus Hewlett-Packard ist nominell zurzeit in diesem Segment bei 2400 x 1200 dpi angelangt.
Beim Epson-Flaggschiff 980 sollen die Tintentröpfchen gerade noch einmal 3 pl (pl: Pikoliter, 10-12 l)) groß sein. Da erwartet der Kunde ein hervorragendes Druckbild von Text und Grafik.
Die Druckqualität des neuen Epson-Druckers befriedigt die Ansprüche im Büro völlig. Darüber hinaus arbeitet er die Textdateien mit flottem Tempo ab. Grafiken und Fotos gelingen mit hohem Niveau, wenn dazu die geeigneten Papiere gewählt werden.
Auf Normal-Papier stehen Auflösungen bis hin zu 1440 x 720 dpi zur Auswahl – höhere lässt die Voreinstellung im Druckertreibermenü nicht zu. Mit wachsender Auflösung steigert sich jedoch die Druckqualität nur geringfügig, während der Zeitaufwand erheblich wächst. Benötigt eine Seite mit Text und Grafik bei „normal 360 dpi“ 40 s und mit „fein 360 dpi“ 61 s, so dauert der Ausdruck im „Foto 720 dpi“-Modus 97 s. In der maximalen Einstellung „Superfein 1440 dpi“ sind es 2 min und 55 s – fast das Fünffache im Vergleich zur Standardeinstellung.
Die Druckqualität des Epson Stylus Color 980 mit normalem Kopierpapier genügt den Ansprüchen im Büro – ohne dabei an die aktuellen Laserdrucker mit 1200 dpi heranzureichen. Die winzigen Dellen und Beulen an den Kanten der Zeichen sind beim Ausdruck kaum mit dem bloßen Auge, eher mit Hilfe einer Lupe sichtbar.
Wen sie stören, der verdoppelt oder vervierfacht die Auflösung, nimmt dabei aber eine längere Druckzeit in Kauf. Das bringt für die Textausgabe auf Normal-Papier jedoch nur eine unwesentliche Verbesserung und bei den Grafiken etwas glattere Kanten. Eine deutliche Qualitätssteigerung gibt es jedoch bei den Graustufen.
Die höchste Auflösung von 2880 dpi koppelt Epson in der Treibereinstellung sinnvollerweise nur mit dem speziellen glänzenden und steifen Fotopapier „Premium Glossy Photo Papier“.
Die Qualität derart gedruckter Fotos kann sich sehen lassen. Dafür, dass der Drucker nur mit vier Farben druckt und nicht – wie die speziellen Fotodrucker – mit sechs, erzielt er eine beachtenswerte Bildqualität.
Erst die Sicht durch das Vergrößerungsglas macht die winzigen Pixel sichtbar. Der zum Vergleich herangezogene Ausdruck des Fotodruckers Canon BJC-8200 offenbart allerdings, dass ein mit ihm gedrucktes Foto noch nuancierter gelingt.
Das Raster des mit 1200 x 1200 dpi gedruckten Bildes ist weniger zu erkennen und die farblichen Abstufungen glücken dank der speziellen Fototinten noch differenzierter.
Die Erwartung, dass die maximale Auflösung von 2880 x 720 dpi bei runden und schrägen Linien bzw. bei Schriften völlig glatte Kanten ergibt, bewahrheitete sich nicht. Dies zum einen, weil diese hohe Punktdichte nur auf dem Fotopapier sinnvoll ist und auf normalem Papier gar nicht zur Wahl steht. Zum anderen sind die winzigen, nur 3 pl kleinen Tropfen nicht winzig genug, um völlig glatte Kanten abzubilden.
Beim ersten Geschwindigkeitstest für die Anwendung im Büro erreicht der 980er eine Geschwindigkeit von 9,5 Textseiten je Minute. Mit dieser Geschwindigkeit bringt der Epson-Drucker hintereinander ein Dutzend Seiten des Dr.-Grauert-Briefes (DIN 5008) zu Papier.
Damit gelingen ihm zwar nicht die versprochenen 13 Seiten/min aus dem Datenblatt, aber fast 10 Seiten/min in der Praxis sind für einen Tintendrucker dennoch beachtlich. Ein Exemplar dieses Briefes, aus Word für Windows ausgegeben, dauert 19 s – gemessen vom letzten Tastendruck bis zur Ablage der fertig gedruckten Seite.
Dabei war es gleichgültig, ob der Stylus Color 980 im Normalmodus mit 360 dpi druckte oder im sehr mageren Sparmodus. Der Unterschied steckt allein im Tintenverbrauch, nicht aber in der Druckgeschwindigkeit. Das Schriftbild im Sparmodus schaut allerdings sehr mager aus und ist deshalb nicht gut lesbar.
Beim Ausdruck eines Bildes arbeitet der 980er nicht so zügig wie beim Text. Für ein nahezu Seiten füllendes farbiges Porträt benötigt er bei maximaler Auflösung (2880 dpi) etwa 15 min. Wird die gleiche Datei mit 1440 x 720 dpi ausgeben, halbiert sich die Zeit in etwa.
Ein spezialisierter Fotodrucker wie der Canon BJC-8200 ist da flotter. Platziert man zwei Fotos im Postkartenformat auf einer DIN-A4-Seite, dauert der Ausdruck bei ihm mit maximaler Auflösung 7 min – der Stylus Color 980 braucht knappe 10 min. Dafür geht beim Canon-Drucker der Textausdruck wesentlich langsamer vonstatten: Vom Brief an Dr. Grauert bewerkstelligt er höchstens 2,5 Seiten/min.
Die Kosten des Epson-Druckers liegen im grünen Bereich. Mit 5 Pf/Textseite erreicht der Drucker fast schon das Niveau von kleineren Laserdruckern. Das Fotopapier für die höchstmögliche Druckqualität bleibt mit 1,65 DM/DIN-A4-Blatt erträglich.
Eierlegende Wollmilchsäue legen weder die größten Eier, noch liefern sie die fettreichste Milch oder die weichste Wolle. Ebenso überbieten die Laserdrucker den Stylus Color 980 beim Textdruck und die spezialisierten Fotodrucker beim Fotodruck. Wer aber beide Bereiche mit einem Drucker abdecken will, der ist mit dem 980er für 699 DM sehr gut bedient. DIETER GROSS

Von Dieter Gross
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