Speichermedien 17.11.2000, 17:27 Uhr

Absatz-Boom soll Kunden bei DVDs sinkende Preise bescheren

Die Verkaufszahlen von DVD-Produkten steigen. Immer mehr PCs sind standardmäßig mit einem DVD-Rom-Laufwerk ausgestattet. Die neue Generation mit 4,7 GByte soll die Brücke zwischen IT- und Video-Markt schlagen und die Technologie hoffähig machen.

Endlich – ab Weihnachten soll sich die Digital Versatile Disk (DVD) als Standardkomponente in Consumer-PCs etablieren. „Das Thema DVD ist durch“, frohlockt Karola Bode, Director Consumer Products bei Compaq. Bereits heute hat die DVD-Rom in Rechnern ab 2499 DM einen festen Platz. Nach Angaben der US-Marktforscher von Dataquest sollen in diesem Jahr europaweit mehr als 4,8 Mio. Laufwerke abgesetzt werden.
Ein rapider Preisverfall wird den Absatz wohl weiter forcieren. PC-Integratoren zahlen momentan circa 77 Dollar/DVD-RomLaufwerk. In vier Jahren belaufen sich die Kosten nur noch auf 35 Dollar. Dataquest erwartet, dass der Verkaufspreis in den kommenden vier Jahren von rund 105 Dollar auf 50 Dollar fallen wird. 2004 soll das Absatzvolumen für DVD-Roms über 23,4 Mio. Stück betragen.
Die CD-Technologie ist zwar im Abwärtstrend – am Aussterben ist sie aber noch lange nicht. Von der CD-Rom, so die Dataquest-Auguren, sollen in vier Jahren immer noch mehr als 21,8 Mio. Stück geliefert werden. In Europa betrage der Bedarf in diesem Jahr rund 35,9 Mio. Laufwerke. Diese Menge sinke bis 2003 auf 31,5 Mio, um dann nochmal um ein Drittel einzubrechen.
Den Dataquest-Studien zufolge verkaufen sich CD-Rekorder heute noch deutlich besser als DVD-Rom-Laufwerke. Heuer sollen in Europa über 9 Mio. Geräte einen neuen Besitzer finden, 2002 rechnen die Analysten mit 15,4 Mio Stück. Dies soll gleichzeitig den Höhepunkt der CD-RW-Karriere darstellen, denn in den darauf folgenden zwei Jahren wird mit einer rückläufigen Nachfrage von knapp 10 Mio. Stück gerechnet.
Gut sind die Aussichten für Kombi-Laufwerke, die gleichzeitig mit DVD-Rom und CD-RW arbeiten. Das europäische Marktvolumen beträgt aktuell nur 80 600 Stück, doch wird 2001 mit mehr als einer Versechsfachung gerechnet. 2004 sollen mehr als 13,9 Mio. Kombi-Drives gehandelt werden.
Die wiederbeschreibbare DVD soll in der professionellen EDV in Zukunft das vorherrschende Wechselspeichermedium sein. Verfügbar sind die von Matsushita, Toshiba und Hitachi forcierten DVD-Ram-Medien. „DVD-Ram ist für den Anwender eine ökonomische Alternative“, so Geschäftsführer Dieter Finke vom Speichermedienhersteller Plasmon. „Die Performance ist durchschnittlich, dafür sind die Laufwerke abwärts lesekompatibel zu CD/CD-R.“
Im Massenmarkt hat DVD-Ram erst eine Chance, wenn es den Herstellern gelingt, eine Brücke zwischen Audio/Video und dem Computer zu schlagen. „Laut Herstellerangaben werden DVD-Player (Stand-alone und PC) der nächsten Generation ab dem zweiten Quartal 2001 in der Lage sein, DVD-Rams zu lesen“, weiß Lars Kunert von Computer 2000. „Filme könnten dann am PC auf eine DVD-Ram geschrieben und im Hi-Fi/Video-DVD-Player abgespielt werden.“

Wiederbeschreibbare DVD ist in der Unterhaltungselektronik noch Zukunftsmusik

Doch bislang sind Anwendungen, wie der von Hitachi gezeigte DVD-Ram-Camcorder noch nicht zu kaufen. Die Hersteller peilen indes für weitere Gerätevorstellung im nächsten Jahr die CeBIT und die Internationale Funkausstellung in Berlin an.
Einen Aufschwung erhofft sich die Branche vor allem von der Einführung der neuen Laufwerksgeneration. Die maximale Speicherkapazität beträgt nun 4,7 GByte/Seite, das bedeutet, auf eine Disk passen 9,4 GByte (doppelseitig).
Eines der Haupteinsatzgebiete für DVD-Ram sehen die Marktforscher der International Data Corporation (IDC) in Jukebox-Systemen. Die CD-Technologie verliert aufgrund ihrer geringen Kapazität an Bedeutung. Lösungen auf magneto-optischer Basis können zwar eine ähnlich hohe Kapazität wie DVD-Ram aufbieten, sind jedoch mit einem OEM-Preis von 1360 DM/Laufwerk deutlich teurer. „DVD-Ram verfügt über eine geringere Schreibgeschwindigkeit als MOs, besitzt dafür aber durch den Verification-Mode eine hohe Datensicherheit“, erklärt Kunert. „Daten werden zuerst gelesen, verglichen und dann erst geschrieben.“
Zu den Mankos der DVD-Ram-Scheiben gehörte bisher die geringe Datenübertragung. Das Panasonic LF-D201E erreicht derzeit mit 4,7-GByte-Scheiben eine Transferrate von 2,77 MByte/s und 1,38 MByte/s bei 2,6-GByte-DVD-Rams. DVD-Roms werden in maximal sechsfacher und CDs in 24facher Geschwindigkeit gelesen.
„Es ist zwar eine verstärkte Nachfrage nach DVD-Rams zu spüren, bisher kaufen aber nur Early Adaptors und Power-User, die keine Hemmungen vor der neuen Technologie haben“, erklärt Lars Kunert, Produktmanager beim IT-Distributor Computer 2000. Die Stückzahl der ausgelieferten DVD-Rs und DVD-Ram-Drives ist mit 70 200 Exemplaren noch mehr als bescheiden. Die Analysten von Dataquest rechnen für das laufende Jahr europaweit mit einem Wachstum von 65,8 %.
Schon im nächsten Jahr soll alles ganz anders aussehen Dataquest rechnet mit 240 600 verkauften Geräten. Die Marktforscher gehen davon aus, dass sich der Absatz bis 2004 auf über 2,2 Mio. Geräte erhöhen wird.
Neben den technischen Verbesserungen wirken sich die fallenden Preise positiv auf den Verkauf aus. Die durchschnittlichen OEM-Kosten lagen zur Markteinführung 1998 noch bei rund 373 Dollar. Endanwender mussten für ein Laufwerk circa 695 Dollar bezahlen. Heute beträgt der OEM-Preis 270 Dollar. Laut Dataquest fällt dieser in den kommenden vier Jahren auf 185 Dollar, der Verkaufspreis auf rund 200 Dollar.
Die konkurrierenden Standards zum DVD-Ram behindern sich bislang immer noch gegenseitig. Die Allianzen zu DVD+RW und DVD-RW konnten sich nach wie vor nicht auf einen gemeinsamen Standard einigen. Analysten von IDC und Dataquest hatten der Marktmacht von Sony und Hewlett-Packard einiges zugetraut.
Die einstige Euphorie ist verflogen – spätestens nachdem Sony letztes Jahr zur Systems ein DVD-RW-Laufwerk mit 3 GByte angekündigt hatte, nur um es eine Woche später wieder abzukündigen. Für Plasmon-Manager Finke ist der erreichte Standard einer der Hauptgründe für die steigende Nachfrage und die damit verbundene Akzeptanz von DVD-Ram.
Einmal beschreibbare DVD-R-Laufwerke kommen hauptsächlich in der klassischen Datenarchivierung zum Einsatz, wo Daten nicht mehr geändert werden dürfen. Für diese Zwecke bietet JVC mit der einmal beschreibbaren Write Once DVD-Ram-Disk eine Alternative an. Daten, die einmal auf das Single-Side-Medium gespeichert wurden, können nicht mehr überschrieben oder gelöscht werden. Hierfür ist aber ein spezielles Laufwerk nötig, das auch normale DVD-Ram-Scheiben erkennt. Herkömmliche wiederbeschreibbare DVD-Drives unterstützen die JVC-Medien noch nicht. KARL FRÖHLICH

Von Karl Fröhlich
Von Karl Fröhlich

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