Verschlüsselte Kommunikation 16.01.2014, 12:50 Uhr

Abhörsicheres Blackphone verspricht Schutz der Privatsphäre

Das neue Smartphone Blackphone soll Verbraucher vor Lauschangriffen durch Geheimdienste schützen. Es verschlüsselt Telefongespräche und bietet eine sichere VPN-Internetverbindung. Als Betriebssystem kommt eine modifizierte Version von Googles Android zum Einsatz. 

Das Unternehmen Blackphone stellt sein gleichnamige Smartphone erstmals im Februar auf der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona vor. Entwickler Phil Zimmermann ist unter anderem bekannt für die Entwicklung der Kryptographie-Software PGP. 

Das Unternehmen Blackphone stellt sein gleichnamige Smartphone erstmals im Februar auf der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona vor. Entwickler Phil Zimmermann ist unter anderem bekannt für die Entwicklung der Kryptographie-Software PGP. 

Foto: Screenshot ingenieur.de/Blackphone

Dass jeden Tag unzählige Konzerne und Werbefirmen unsere Aktivitäten im Internet protokollieren, ist inzwischen wohl fast jedem Internetnutzer klar: Kaum hat man sich ein bestimmtes Produkt auf einer Internetseite angeschaut, wird einem auch auf anderen Internetseiten Werbung für eben dieses Produkt angezeigt. Wer irgendetwas in einem größeren Onlineshop gekauft hat, sieht kurz darauf besonders häufig Werbung von genau diesem Onlineshop.

Seit Snowdens Enthüllungen wissen wir aber zudem mit Gewissheit: Auch Smartphones werden abgehört. Die Geräte nicht mehr benutzen, ist keine Lösung – die meisten von uns wollen nicht mehr auf ihren persönlichen Assistenten Smartphone verzichten.

Blackphone bietet sichere VPN-Verbindung

Ein neues Smartphone soll nun einen Weg aus der Misere bieten: Das Blackphone will die gesamte Kommunikation verschlüsseln. Im Internet surft man über eine sichere VPN-Verbindung. Darüber hinaus verspricht das Blackphone die Kontrolle über den eigenen so genannten digitalen Fußabdruck. Der Benutzer soll auch selbst bestimmten können, welche Informationen an Apps weitergegeben und nach außen geschickt werden.

Als Betriebssystem setzt Blackphone eine konfigurierte Version von Android mit der Bezeichnung PrivateOS ein. Man soll darauf auch alle üblichen Android-Apps installieren können. Ob aber auch der Android-App-Store Google Play darauf läuft, ist zurzeit noch nicht klar. Zu weiteren technischen Details macht der Hersteller noch keine Angaben. Blackphone sagt allerdings, dass sein sicheres Smartphone mit anderen Highend-Geräten mithalten können wird.

“Ich habe meine ganze Karriere damit verbracht, sichere Telefonieprodukte einzuführen. Blackphone stellt den Nutzern alles zur Verfügung, was sie brauchen, um Schutz der Privatsphäre und Kontrolle über alle ihre Kommunikation sicherzustellen. Dazu kommen alle sonstigen High-End-Smartphone-Features, die man heute erwarten kann“, erklärt Phil Zimmermann, der unter anderem die Kryptographie-Software PGP entwickelt hat. Seine US-Firma Silent Circle hat gemeinsam mit dem spanischen Smartphone-Hersteller Geeksphone das abhörsichere Smartphone auf den Weg gebracht. Der Verbund trägt ebenfalls den Namen Blackphone.

Vorstellung am 24. Februar auf der Mobilfunkmesse MWC

Silent Circle ist ein weltweit tätiger Kommunikationsdienstleister mit Sitz in Washington DC und war unter anderem Betreiber des sicheren E-Mail-Dienstes Silent Mail. Die Gründer haben sich aber entschlossen, ihn offenbar wegen zunehmenden Drucks durch Geheimdienste und andere Behörden einzustellen – nahezu zeitgleich mit dem ähnlichen Angebot Lavabit, das der Whistleblower Edward Snowden benutzte.

Das neue Unternehmen Blackphone hat seinen Sitz in der Schweiz – vermutlich, weil die dortigen Gesetze zum Schutz der Privatsphäre besonders streng sind und deshalb keine Forderungen, Drohungen oder sogar Eingriffe von Behörden zu befürchten sind.

Das Unternehmen will sein Smartphone auf der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona am 24. Februar offiziell vorstellen. Von diesem Datum an kann man es dann auch schon vorbestellen. Die Preise und das Auslieferungsdatum wird man wohl frühestens auf der MWC erfahren.

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