Mini-Printer für 217 Euro 14.04.2014, 07:00 Uhr

3D-Drucker für die breite Masse

Bisher waren 3D-Drucker vielen Konsumenten zu teuer, um damit zu Hause zu experimentieren. Das Gerät „Micro“ dagegen ist etwas für den kleinen Geldbeutel. Die US-Firma M3D sucht für die Serienproduktion zurzeit Unterstützer auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Eine Vorbestellung kostet 299 US-Dollar. Das sind umgerechnet 217 Euro. Die Resonanz ist gewaltig. 

Der kompakte 3D-Drucker "Micro" sieht aus wie ein kleiner Würfel mit offenen Seiten. Mit ihm lassen sich kleine Gegenstände wie Tassen, Schmuck und Zubehör für den Modellbau anfertigen.

Der kompakte 3D-Drucker "Micro" sieht aus wie ein kleiner Würfel mit offenen Seiten. Mit ihm lassen sich kleine Gegenstände wie Tassen, Schmuck und Zubehör für den Modellbau anfertigen.

Foto: Screenshot ingenieur.de/M3D

Der kompakte Drucker wiegt nur ein Kilogramm. Er sieht aus wie ein kleiner Würfel mit offenen Seiten. Die Seiten sind 18,5 Zentimeter lang und damit kleiner als ein Blatt Papier im Din-A4-Format breit ist. Der Drucker mit dem schlichten Namen „Micro“, den es in mehreren Farben gibt, passt also in jede freie Zimmerecke. Dementsprechend klein fallen auch die dreidimensionalen Gegenstände aus, die das Gerät formt. Der Bauraum gibt 11x11x12 Zentimeter her. Für Tassen, Schmuck und Zubehör für den Modellbau reicht das allemal.

Drucker attraktiv für 3D-Einsteiger

Kickstarter-Nutzer hadern jedenfalls nicht mit der Mini-Größe. Im Gegenteil: Die Unterstützung für das Projekt auf der Webseite ist riesig. Das Unternehmen M3D hatte als Spendenziel 50.000 US-Dollar angesetzt. Die waren blitzschnell, bereits nach elf Minuten, eingefahren. Nach zwei Tagen hatten die Unterstützer mehr als zwei Millionen US-Dollar locker gemacht. Der aktuelle Sonderpreis von 299 US-Dollar soll den Einstieg in die moderne Technik erleichtern. Denn wer bisher wegen zu hoher Gerätekosten zurückschreckte, ist jetzt womöglich bereit, in 3D investieren.

Software läuft auf Mac und PC

Die Käufer bekommen mit dem „Micro“ laut Hersteller eine geräuscharme Hardware. Der Stromverbrauch ist gering. Die Daten werden per USB-Kabel zum Rechner übertragen, verarbeitet werden die 3D-Formate .stl, .obj und .xyz. Die Software läuft mit Windows, OS X  und Linux und soll sich über Touchbefehle steuern lassen. Die Bedienung bezeichnet der Hersteller als „intuitiv“. Fortgeschrittene Anwender können Open-Source-Software nutzen.  

Kunststoffdraht in mehreren Farben zu haben

Der Printer kann unterschiedliche Materialien wie Nylon, Polyactide (PLA) oder Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) verarbeiten. Mitgeliefert wird eine Spule mit Druckmaterial. Der Kunststoffdraht ist in mehreren Farben erhältlich und hat einen Durchmesser von 1,75 Millimetern. Er wird von einer kleinen Spindel im Gerät abgerollt, so dass die Gegenstände im Schmelzschichtungsverfahren Lage für Lage  aufgebaut werden. Eine Rolle mit 225 Gramm Druckmaterial kostet 12 US-Dollar. Für die Herstellung einer kleinen Vase sind rund fünf Gramm Material nötig.

Der „Micro“ ist in Blau, Schwarz, Orange, Grün und Silber zu haben.

Der „Micro“ ist in Blau, Schwarz, Orange, Grün und Silber zu haben.

Foto: Screenshot ingenieu.de/M3D

Die Finanzierungskampagne auf Kickstarter läuft noch bis zum 7. Mai. Außerhalb der USA kommen zum regulären Preis des M3-Printers noch die internationalen Versandkosten hinzu. Das sind etwa 50 bis 70 US-Dollar. Soweit alles nach Plan läuft, sollen die ersten Unterstützer ab Juli ihren Drucker-Würfel erhalten. Es wäre bei Crowdfunding-Plattformen aber nicht das erste Mal, dass die Auslieferung später ins Rollen kommt. Noch nicht bekannt ist, wann der Drucker für alle in Deutschland auf den Markt kommt. 

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