Forschung 14.03.2008, 19:33 Uhr

Wissenschaftliche Arbeit für neue, innovative Produkte  

VDI nachrichten, München, 14. 3. 08, cha – Die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) und ihre Institute sind aus der deutschen Forschungslandschaft nicht mehr wegzudenken. Angewandte Forschung, interdisziplinäre Teams und Kooperationen mit der Industrie – das zeichnet sie aus. Kein Wunder, dass die FhG nicht nur bei Naturwissenschaftlern, sondern auch bei Ingenieuren ganz oben in der Rangliste der beliebtesten Arbeitgeber steht.

Ein gemeinnütziger Verein stand am Anfang: Als die Fraunhofer-Gesellschaft im Frühjahr 1949 in München gegründet wurde, ging es darum, Fördermittel für wirtschaftsnahe Forschung zur Verfügung zu stellen. Die Ergebnisse und Produkte sollten der bayerischen Wirtschaft einen Schub geben. Denn zu diesem Zeitpunkt war der Freistaat ein klassisches Agrarland und der heute bewunderte Hightech-Standort allenfalls ein Wunschtraum.

Die ersten Jahre gestalteten sich schwierig. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Max-Planck-Gesellschaft empfanden den Neuling als lästige Konkurrenz. Welche Aufgaben hat die FhG, auf welche Weise will sie arbeiten? So lauteten die Fragen bei einer Evaluation der deutschen Wissenschaftsorganisationen. Dem Weitblick der Länder Bayern und Baden-Württemberg bzw. deren politischer und finanzieller Unterstützung ist es zu verdanken, dass die Fraunhofer-Gesellschaft heute noch existiert.

Nachdem 1954 die drohende Auflösung abgewendet wurde, treibt die FhG mit eigener Kapazität die angewandte Forschung voran: Das Institut für Angewandte Mikroskopie, Photographie und Kinematographie war die erste eigene Forschungseinrichtung und mit sieben Mitarbeitern besetzt. Die FhG selbst bestand damals aus einer Handvoll fest angestellter Mitarbeiter. Die meisten Funktionen wurden ehrenamtlich wahrgenommen.

Inzwischen ist die Zahl der Fraunhofer-Institute auf 56 angewachsen, verteilt in ganz Deutschland. „Die FhG kann auf eine gigantische Erfolgsgeschichte verweisen“, meint FhG-Pressesprecher Franz Miller. Ausschlaggebend dafür sei die Grundfinanzierung durch Bund und Länder ab dem Jahr 1969 sowie das so genannte Fraunhofer-Modell: Dabei orientiert sich die staatliche Finanzierung an der Akquisition von Auftragsforschung. Das heißt: Je mehr Industrieaufträge, desto höher die Zuwendungen von Bund und Ländern.

Damals wie heute setzt sich das FhG-Budget aus einem Drittel staatlicher Förderung und zwei Dritteln Vertragsforschung zusammen. Die Verknüpfung von Vorlauf-, Vertrags- und Auftragsforschung sowie eine ausgewogene regionale Verteilung der Institute, die Bildung räumlicher und thematischer Schwerpunkte und die Einführung einer leistungsorientierten Vergütung sind weitere Erfolgsfaktoren. Damit agiert die FhG ganz im Sinne ihres Namensgebers und Vorbilds Joseph von Fraunhofer (1787-1826): Dieser hat exakte wissenschaftliche Arbeit mit der praktischen Anwendung für neue, innovative Produkte verknüpft.

Eine der berühmtesten und erfolgreichsten Erfindungen aus dem Hause Fraunhofer ist der MP3-Standard: Das Verfahren zur Kodierung und Komprimierung von Audiodateien machte Fraunhofer weltweit bekannt. Letztes Jahr gewann ein FhG-Forscherteam gemeinsam mit Osram Opto Semiconductors den Deutschen Zukunftspreis. Ausgezeichnet wurde ein neues Herstellungsverfahren für hocheffiziente, langlebige Lichtquellen aus Leuchtdioden (LED). Die besonders leuchtstarken und effizienten LED könnten bald im Bereich Allgemeinbeleuchtung die Glühlampe verdrängen.

Auch im Jahr 2008 will die FhG wachsen. Die Auftragslage der Institute ist so gut, dass bis zu 1500 neue Mitarbeiter benötigt werden, um die Forschungsprojekte bewältigen zu können. Gesucht werden Naturwissenschaftler und Ingenieure. „Ingenieure werden bei uns überall gebraucht, weil unsere Teams interdisziplinär arbeiten“, erklärt Franz Miller. Vor allem Hochschulabsolventen sind gefragt. Sie können sich intensiv in aktuelle Forschungsgebiete einarbeiten, dürfen selbstständig eigene Projekte leiten und kommen sehr schnell in Kontakt mit der Industrie. „Für viele ist die FhG ein Sprungbrett. Sie arbeiten fünf bis zehn Jahre bei uns, werden zu Spezialisten und wechseln dann in die Wirtschaft“, beschreibt Miller die klassische Karriere.

Also gute Aussichten für FhG-Mitarbeiter.

Und da Bayern immer mit einem Auge auf den erfolgreichen Nachbarn Baden-Württemberg schielt (mit 15 FhG-Einrichtungen deutscher Spitzenreiter), hat das bayerische Kabinett im Sommer 2007 beschlossen, die „Vorreiter-Rolle als Hightech-Land auszubauen“: Bis zum Jahr 2020 sollen fünf neue Fraunhofer-Institute in Bayern gegründet werden, und eine 100-Mio.-€-Finanzspritze gibt es noch dazu. EVDOXIA TSAKIRIDOU

www.fraunhofer.de

Von Evdoxia Tsakiridou

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