Innovation 23.10.2009, 19:43 Uhr

Vermarktungsportal für Geistesblitze  

Das neue Portal Patent-net.de will Erfinder bei der Vermarktung ihrer Ideen unterstützen. Das schnelle Geld wird aber niemandem versprochen – Eigeninitiative bleibt gefragt. VDI nachrichten, Düsseldorf, 23. 10. 09, sta

Um einen Pflasterstein gerade abzulängen, braucht es nur einen Winkelschleifer und eine Trennscheibe – jedenfalls theoretisch. In der Praxis kommt es schnell mal zu schiefen Schnitten und gefährlichen Verkantungen. Abhilfe schaffen will Philipp Matschoß. Der Göttinger hat einen universell anschraubbaren Handgriff für Elektrowerkzeuge entwickelt, in den eine Winkelanzeige mit Lasersignal integriert ist (s.o.).

Solche und ähnliche Ideen aus den Köpfen von freien Erfindern werden auf der Webseite patent-net.de präsentiert. Ins Leben gerufen wurde die virtuelle Erfindermesse von Marijan Jordan und Gerhard Muthenthaler. „Wir wollen allen hellen Köpfen im Land ein Portal bieten, auf dem sie ihre schutzrechtlich abgesicherten Geistesblitze verkaufen oder auslizenzieren können“, erklärt Jordan. „Dabei unterscheiden wir uns von bisherigen Technologiemarktplätzen grundlegend. Wir bieten mehr als nur eine statische Datenbank. Über unsere Webseite können Erfinder Fotos, Videos und Patentschriften hochladen und sie zielgerichtet an potenzielle Interessen schicken. Dazu nutzen wir bestehende Social Networks. Es reicht beispielsweise ein Knopfdruck, um von unserem Portal aus eine geschützte Idee an alle Innovationsgruppen in Facebook zu senden.“

Ein weiterer Service von Patent-net ist die automatisierte Markterhebung. „Erfinder können in Fragebögen potenzielle Interessenten etwa danach befragen, ob ihre Preisvorstellungen gerechtfertigt sind, ob es Konkurrenten gibt und was verbessert werden könnte“, so Jordan. „Unser grafisch aufbereitetes Cockpit erleichtert den Nutzern die Auswertung eingehender Antworten. Sie können außerdem auf einen Blick sehen, wer die Idee aufgerufen hat und ihn sofort kontaktieren“, erklärt der 36-Jährige. In ganztägigen Seminaren will Patent-net in die Nutzung der Software einführen.

Trendscouts können nach neuen Ideen Ausschau halten

„Außerdem wollen wir Tipps geben, wie Kauf- oder Lizenz-Interessenten gefunden werden, wie man ein professionelles Marketing aufbaut und wie Pressearbeit funktioniert“, so Jordan. „In unserem 25-seitigen Guide können Nutzer zudem nochmal nachlesen, welche Experten wann im Erfindungs- und Innovationsprozess zu Rate gezogen werden sollten und wo man sie findet.“

Die Nutzung von Patent-net ist anfangs kostenlos. „Jeder kann so viele Erfindungen einstellen wie er will. Dabei kann er auch seine Adressdaten hinterlassen“, so Jordan. „Gebühren fallen erst an, wenn via Cockpit aktiv Kontakt mit Interessenten geknüpft werden soll.“ Der Betrag belaufe sich auf 360 € pro Jahr – unabhängig von der Zahl der eingestellten Ideen. Dienstleister wie Patentanwälte, Hersteller, Vertriebsfirmen oder Filmemacher, die sich auf der Seite profilieren wollen, zahlen gar nichts.

Auch für Trend-Scouts ist Patent-net gratis. Sie können in Rubriken wie „Gesundheit“ oder „Umwelttechnik“ gezielt nach lukrativen Ideen Ausschau halten.

Aktuell sind rund 500 Geistesblitze auf der Webseite gelistet. Täglich werden es mehr. Eine strikte Qualitätskontrolle gibt es nicht. „Natürlich entfernen wir alle unsinnigen Anmeldungen“, so Jordan. Ansonsten gelte: „Jede Idee, die ein Problem löst, ist eine gute Idee.“

Zu den Erfolgsaussichten der Erfinder erklärt Jordan: „Die Webseite ist kein Automat.“ Man müsse die Tools aktiv nutzen, also etwa regelmäßig Einladungen an Interessentengruppen verschicken. „Aber selbst dann gibt es keine Garantie auf schnelles Geld“, weiß der Informatiker aus eigener Erfahrung. „Wir haben 15 eigene Projekte eingestellt. Bislang haben wir erst in drei Fällen Lizenzverhandlungen aufnehmen können.“

Doch die Erfolgsaussichten stiegen mit der Zeit. „Je mehr Erfinder unsere Webseite nutzen, desto häufiger werden Käufer und Lizenznehmer sich auf unserer Seite umschauen“, so Jordan. Erhöht werde die Besucherzahl auch durch aktives Suchmaschinenmarketing. „Wir sind schon jetzt bei Google ganz vorne.“ Um bald auch weltweit agieren zu können, ist eine englischsprachige Version von Patent-net geplant. S. ASCHE

Von S. Asche

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