Forschung 15.09.2006, 19:23 Uhr

„Unternehmen sollten F+E in Deutschland halten“  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 15. 9. 06, cha – „Es war ja abzusehen, dass nach einer Durststrecke 2002/03 wieder Ingenieure gesucht werden“, sagt Alexander von Preen, Geschäftsführer bei der Kienbaum Management Consultants GmbH in Gummersbach. Und natürlich führt der allseits beklagte Fachkräftemangel dazu, dass die Gehälter für die meisten Ingenieure zurzeit deutlich ansteigen.

Neue Erhebungen der Kienbaum Vergütungsberatung in 380 deutschen und 150 mittelständischen Unternehmen (500 bis 1500 Mitarbeiter) aus Kontinentaleuropa belegen, dass die Einkommen von Ingenieuren im Durchschnitt zwischen 3,5 % bis 4 % angestiegen sind. „Das liegt an der guten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und Marktlage“, sagt von Preen. Deutlich zugenommen habe allerdings die Differenzierung innerhalb der Funktionsfamilien. Vor allem der Technische Vertrieb, der aufgrund der guten Marktlage nicht zuletzt im Maschinenbau Erfolge feiern konnte, entwickelte sich sehr stark, die geschnürten Gehaltspakete liegen dort sogar über dem Durchschnittsanstieg, weil bei den variablen Vergütungsanteilen zusätzlich aufgesattelt wurde. Deutlich verbessert haben sich auch die Einkommensverhältnisse für hoch Qualifizierte in der Forschung und Entwicklung. „Der Druck, in diesem Bereich Leute zu finden, hat sich sehr erhöht. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Firmen auf Innovationen und Neuentwicklungen setzen“, meint von Preen.

Dass das mit den starken Tendenzen zur Abwanderung in osteuropäische oder sogar asiatische Länder kollidiert, glaubt von Preen nicht. „Eigentlich passt das gut. Es ist ja immer die Frage, welche Art der Entwicklung habe ich sozusagen vor der Brust, sind es Dinge, die ich auf der verlängerten Werkbank nach außen geben kann, oder sind es komplexe Entwicklungen. Je komplexer eine Entwicklung, desto eher wird sie im Hochpreisland stattfinden“, meint der Kienbaum-Geschäftsführer. Und er macht trotz der teilweise dramatisch niedrigeren Einstiegsgehälter für Ingenieure (siehe Grafik unten links) im internationalen Vergleich noch weiter Mut. Man müsse berücksichtigen, dass der Ausbildungs- und Lebensstandard in den Ländern doch erheblich unterschiedlich sei. „Ich bin fest davon überzeugt, dass alle innovativen Themen nicht nach Asien oder Osteuropa gehen, sondern weiterhin in Deutschland, Schweiz oder England bestritten werden.“ Die Ursache dafür sei nicht zuletzt darin zu suchen, dass viele Hidden Champions, darunter Mittelständler mit mehr 1 Mrd. € Umsatz, Angst vor der Kopiergefahr gerade in Asien hätten und zudem gezielt auf den Standort Deutschland setzen würden, weil hier hervorragend ausgebildete Leute zu finden seien, sehr gute Universitäten und eine gute Grundlagenforschung. „Jedes Unternehmen ist gut beraten, Forschung und Entwicklung in Deutschland zu halten“, betont von Preen.

Eine Annäherung hat die Kienbaum Vergütungsberatung zwischen Fach- und Führungs- bzw. Leitungslaufbahn (Personal- und Budgetverantwortung, Strategieplanung etc.) ausgemacht. „Früher war jemand, der auf der Fachlaufbahn blieb, was Chancen und Einkommen betrifft, weit von den Möglichkeiten auf der Leitungslaufbahn entfernt. Das hat sich geändert, weil hoch qualifizierte Fachleute sehr geschätzt werden“, meint von Preen. Auch Absolventen können sich freuen, im Schnitt steigt ihr Einstiegsgehalt um etwa 4000 € an. Das Durchschnittsgehalt liegt laut Kienbaum für einen Ingenieur mit Uniabschluss bei etwa 42 000 €, ein Absolvent der Fachhochschule muss sich mit im Schnitt 4000 € weniger zufriedengeben.

Dass die steigenden Gehälter sich in einer schlechten Phase negativ auf die Beschäftigung auswirken können, davor warnt von Preen eindringlich. „Die Entlassungen nach dem IT-Boom, das sollte ein Mahnmal sein. Das sollte in dieser Form nicht mehr passieren, denn auch als Unternehmer hat man soziale Verantwortung für die Mitarbeiter, und mir ist doch wichtiger, Know-how im Unternehmen über einen langen Zeitraum zu halten, wenn ich eine gewisse Flexibilität in den Personalkosten weiß“, meint von Preen. Durch so genannte Marktzulagen, die laut von Preen bis maximal 25 % erreichen können, sei hier eine Tür geöffnet. „Man einigt sich mit dem Mitarbeiter darüber, ein marktgerechtes Gehalt zu zahlen. Das wird jährlich oder alle zwei Jahre gebenchmarkt, der Mitarbeiter erhält die Zulage dann variabel ausgezahlt, d. h. wenn seine Funktion nicht mehr so stark nachgefragt ist, geht das Gehalt herunter. Einige Unternehmen in Deutschland praktizieren das schon mit Erfolg.“ CLAUDIA HANTROP

Von Claudia Hantrop

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