Forschung 05.10.2007, 19:30 Uhr

Ständiges Auffrischen von Forschungs-Know-how  

Fraunhofer hat inzwischen den Weiterbildungsmarkt entdeckt und bietet an der Fraunhofer Technology Academy Fortbildungsmaßnahmen für Fach- und Führungskräfte aus der Wirtschaft an.

Die Ingenieure in den großen Forschungszentren muss niemand zur Weiterbildung treiben. Allen Beteiligten ist klar, wie notwendig das ständige Auffrischen und Erweitern des Know-hows ist. Doch Zeit und Geld sind rar, für Jobfernes und Mußestunden im Seminarraum mit „Hip-Hop für Ingenieure“ gibt es kein Interesse – gefragt sind im Arbeitsalltag einsetzbare Tools und Fertigkeiten.

Individuelle Förderung und strategische Personalentwicklung: Diese Ziele verfolgt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit seinen Programmen zur Weiterbildung der insgesamt rund 5000 Beschäftigten, die sich deutschlandweit auf mehrere Standorte verteilen.

„Es gibt bei uns ein mehrgliedriges System der Weiterbildung. Insgesamt haben wir an acht Standorten Betriebsvereinbarungen zur Personalentwicklung abgeschlossen, die neben sehr individuellen Instrumenten, beispielsweise Mentoring, Coaching etc., auch ein so genanntes Bildungsprogramm beinhalten“, berichtet Karin Fischer, in der Zentrale des DLR in Köln-Porz zuständig für Personalentwicklung und Bildung.

Für die Führungskräfte beim DLR – in der Regel Ingenieure oder Naturwissenschaftler – gibt es ein spezielles Programm und ein standortübergreifendes mit strategischen und personalpolitischen Themen, das auch den DLR-weiten Austausch während der Weiterbildung sicherstellen soll. Insgesamt bietet das DLR seinen Mitarbeitern die ganze thematische Bandbreite, beispielsweise werden kommunikative Kompetenzen oder persönliche Arbeitstechniken vermittelt.

Ein großes Thema ist das Projektmanagement, da letztendlich alle Arbeiten in den Instituten und Einrichtungen des DLR in Projekten organisiert sind. Spezielle Angebote gibt es weiterhin für Ingenieurinnen bzw. Frauen in Führungspositionen sowie Nachwuchskräfte, die auf Führungsaufgaben vorbereitet werden sollen.

Sobald ein Unternehmensinteresse besteht, werden die Kosten der Weiterbildung vom DLR übernommen und die Veranstaltungen in die Arbeitszeit gelegt. Doch Mischformen der Beteiligung können von Vorgesetzten und Mitarbeitern individuell verhandelt werden. Im letzten Jahr bot das DLR im Bildungsprogramm insgesamt 360 Veranstaltungen an mit 2725 Teilnahmen, hinzu kamen zahlreiche Einzelmaßnahmen und so genannte Teamworkshops.

Die Mitarbeiter hätten ein starkes Interesse an Weiterbildung, sie soll aber zielgerichtet an den tatsächlichen Arbeitsprozessen und den Fachthemen ausgerichtet sein, erläutert Karin Fischer. „Wir konzipieren und organisieren das alles selbst, die Durchführung der Trainings legen wir aber häufig in die Hände externer Anbieter.“

Im Forschungszentrum Jülich gibt es keine allgemein auf die Berufsgruppe der Ingenieure bezogenen Qualifizierungsmaßnahmen oder Entwicklungsprogramme, da die Anforderungen in den einzelnen Fachrichtungen zu unterschiedlich sind. „Wir organisieren und betreuen bei uns viele Weiterbildungen für Ingenieure, die auf die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Positionen ausgerichtet sind.

Die Palette reicht hier von einer betriebswirtschaftlichen Zusatzqualifikation über ein berufsbegleitendes Studium bis hin zu auf einzelne Themen wie Arbeitsschutz oder Baurecht ausgerichtete Kurse“, erläutert Mathias Ertinger, verantwortlich für die Personalentwicklung bei der Forschungszentrum Jülich GmbH.

Als Mitglieder der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren können das DLR und die Forschungszentren in Karlsruhe und Jülich neuerdings auch ihre Mitarbeiter zur neu gegründeten Helmholtz-Akademie für Führungskräfte entsenden. Das Programm der Akademie, die mit 30 Nachwuchskräften aus den Helmholtz-Zentren im Herbst 2007 startet, umfasst auch Angebote für die obere Führungsebene der Gemeinschaft wie Vorstände, Geschäftsführer und Leiter von Instituten.

Durchgeführt werden die Veranstaltungen vom Malik Management Zentrum St. Gallen. „Wir sind sicher, dass die Akademie ein guter Erfolg wird. Neben den klassischen Weiterbildungsangeboten ist sie ein weiteres Werkzeug unseres Talentmanagements. Wir denken auch daran, die Akademie später für externe Teilnehmer zu öffnen“, berichtet Thomas Gazlig als Sprecher der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft gibt es interne Weiterbildungsprogramme in den Einzelinstituten. Und auch wer nicht bei Fraunhofer tätig ist, kann seit letztem Jahr Weiterbildung aus dem Hause Fraunhofer in Anspruch nehmen: Hierfür wurde für die Zielgruppe der Fach- und Führungskräfte aus der Wirtschaft die Fraunhofer Technology Academy gegründet.

Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte Pakt für Forschung und Innovation bot den Anlass, die Weiterbildungsangebote der Fraunhofer-Gesellschaft unter dem Dach der Technology Academy zu bündeln. Das zentrale Anliegen ist, Fach- und Führungskräfte für eine konsequente Innovationsstrategie fit zu machen, für die das Fachstudium und eine konventionelle Berufsausbildung nicht ausreichen.

„Wir haben mittlerweile vier berufsbegleitende Masterkurse, drei Zertifikatsprogramme und zwei Technologieseminare und ganz neu den so genannten Technologiezirkel, der speziell für Geschäftsführer sowie Technologie- und Innovationsentscheider gedacht ist. In dieser Seminarreihe lernen Geschäftsführer relevante Technologietrends aus erster Hand kennen“, erläutert Roman Götter, Leiter der Fraunhofer Technology Academy.

Da alle Angebote der Academy direkt auf der angewandten Forschung der Fraunhofer-Institute basieren, sei ein einzigartiger, direkter Wissenstransfer aus der Fraunhofer-Forschung in die Unternehmen möglich.

MANFRED BURAZEROVIC

Von Manfred Burazerovic

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