Forschung 16.06.2006, 19:22 Uhr

„Smarte“ Fabrik vereint Zukunftstechnologien  

Unterstützt von modernen Computertechnologien wollen Anwender, Hersteller und Forscher dort gemeinsam wirtschaftliche Produktionskonzepte entwickeln und erproben.

Während die Messe Metav zeigt, was heute schon geht, entstehen in Kaiserslautern Lösungen für die Fabrik der Zukunft. „Wir wollen die Funktionalität von smarten Technologien und Computernetzen mit entsprechender Sicherheit in die Industrie bringen“, verkündete Professor Detlef Zühlke, Leiter des Zentrums für Mensch-Maschine-Interaktion am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) vorigen Freitag anlässlich der Eröffnung der SmartFactory in Kaiserslautern. So wie z. B. GPS-Navigationssysteme den Menschen bereits heute im Straßenverkehr unterstützen, soll die Informationstechnik (IT) künftig auch mehr Transparenz in komplexe Anlagen bringen.

Für Zühlke ist das eine konsequente Weiterentwicklung, „zumal der Mensch mit immer komplexeren Systemen konfrontiert wird, obwohl seine Leistungsfähigkeit seit hunderten von Jahren nahezu gleich geblieben ist.“ Aus seiner Erfahrung in Industrieprojekten weiß er, dass die Planung größerer Maschinen und Anlagen ein langwieriger Prozess ist. Besonders die Auswahl der Komponenten und ihre Integration seien hier aufwändig. In der Zukunft solle dagegen die Funktion im Vordergrund stehen. „Mit dieser meldet sich das Produkt im System an, welches seinerseits alle Dienste abfragt und einbindet“, so der Experte.

In dem neuen Demonstrations- und Entwicklungszentrum wollen Unternehmen und Forschungseinrichtungen gemeinsam erproben, was bereits heute geht und wo es noch Probleme gibt. Siegfried Englert, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium lobte bei der Eröffnung den Pioniergeist der Technologie-Initiative: „Die Wirtschaft benötigt Innovationen und Impulse aus der Wissenschaft. Die von Professor Zühlke ins Leben gerufene Innitiative ist ein gutes Beispiel für die gemeinsame Entwicklung neuer Technologien durch Anwender, Hersteller und Forscher.“ Die Nähe zur Technischen Universität Kaiserslautern habe den Ausschlag für die Standortwahl gegeben.

Auch Kaiserslauterns Oberbürgermeister, Bernhard J. Deubig, konnte sich trotz zahlreicher Termine am WM-Spielort freuen: „Das Engagement internationaler Unternehmen wie Bayer, BASF, Bosch und SAP Research ist ein Indikator dafür, dass die intelligente Fabrik der Zukunft bald Gegenwart sein kann.“

Anders als bei Cluster-Initiativen engagieren sich neben regionalen Firmen auch überregionale Unternehmen in diesem Zukunftsprojekt. Gunther Kegel, Geschäftsführer von Pepperl+Fuchs in Mannheim, unterstrich sein Engagement: „Für uns als Hersteller von Automatisierungsprodukten ist die neue Fabrik eine exzellente Plattform, um den Einsatz moderner Informationstechnologien in unseren Produkten zu erproben.“ Ihn überzeugte der herstellerunabhängige Ansatz. „Die Prozesse in einer Fabrik sind so unterschiedlich, dass sie ein Komponentenanbieter kaum noch allein abbilden und simulieren kann. Hier hilft uns die Zusammenarbeit in der SmartFactory“, so Kegel. Beispielsweise geht es ihm darum, Wechselwirkungen beim Einsatz von drahtlosen Technologien herstellerunabhängig zu erproben.

Manfred Oesterle, Vorstandsmitglied der Technologie-Initiative und gleichzeitig Vizepräsident Automation bei KSB in Frankenthal, lobte den Einsatz der Partner: „Das Faszinierende für mich ist, dass das Projekt von sehr engagierten und hoch qualifizierten Mitgliedern getragen wird.“

Professor Wolfgang Wahlster, Vorsitzender der Geschäftsführung im DFKI, geht davon aus, dass es in Zukunft weltweit Testzentren für viele unterschiedliche Bereiche geben wird. „Im Fabrikumfeld sind wir sicher die Ersten“, so Wahlster. Bei allem Aufwand müsse aber auch das Ergebnis stimmen. „Der Nutzen liegt beispielsweise darin, durch die Vernetzung Fehler schneller erkennen zu können“, erklärte er in Kaiserslautern. Dabei denkt Wahlster auch global: „Wir entwickeln nur Technologien, die wir auch in den Export bringen können.“

Anlässlich der Eröffnung in Kaiserslautern nannte der DFKI-Vorsitzende in der Industrie realisierte Praxisbeispiele, die in der Smart Factory berücksichtigt werden sollen: „In Chipfabriken sind einzelne Maschinen bereits als Computer in drahtlose Netze eingebunden, wodurch deutliche Qualitätssteigerungen ereicht werden.“ Zudem seien in der Logistik Lösungen mit der Transpondertechnik RFID realisiert.

Auf diesem Gebiet will man auch in Kaiserslautern Erfahrungen mit der Produktverfolgung in der Fabrik sammeln. „Wir konnten vor dem Versiegeln des Fußbodens noch einige RFID-Chips in den Boden einlassen, die nach ersten Tests alle funktionstüchtig geblieben sind“, freute sich Zühlke. Da die Transponder nur einen Aktionsradius von 50 cm haben, habe sich diese Lösung angeboten.

Ein vorläufiges Ziel haben die Mitglieder der Initiative zumindest schon festgelegt: In einem Jahr soll die Modellfabrik funktionsfähig sein, in der Flüssigseife individuell gemischt und anschließend in einzelne Flaschen verpackt und etikettiert werden soll. Im Vordergrund stehe nun der Aufbau einer Kommunikationsplattform sowie der Grundinfrastruktur. KAR/CIU

www.smartfactory-kl.de

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