3-D-Technologien 07.09.2012, 11:00 Uhr

Rösler eröffnet 3-D-Forschungsanlage

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hat im Vorfeld der IFA eine rund 700 m2 große Forschungs- und Produktionsanlage eröffnet, die mit 50 Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft das Thema „3-D“ voranbringen soll. Einen Schwerpunkt bilden industrielle Anwendungen.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler.

Foto: bmg

Nach fast zwei Jahren Planung lässt sich die dreidimensionale Zukunft jetzt am Berliner Salzufer plastisch greifen. Wirtschaftsminister Philipp Rösler drückte Ende August auf den Startknopf des „3D Innovation Center“, das auf 700 m2 ein Livestudio, ein Kino, ein Testlabor und eine Ausstellungsfläche beherbergt. Erfreut zeigte sich der FDP-Politiker, dass Kassenschlager im Kino wie Avatar bereits mit Technologie aus Deutschland erstellt worden seien. Nun müsse es darum gehen, den industriellen Teil von 3-D neben der Unterhaltungskomponente stärker zu betonen und den „praktischen Nutzen für den Mittelstand“ herauszuarbeiten.

3-D-Technik soll Kino und “realer” Welt nutzen

Rösler plädierte daher für eine Durchdringung von 3-D-Techniken mit der „realen“ Welt in Bereichen wie Maschinenbau, Medizin oder Pharmazie. Hierzulande machten derzeit 2500 Firmen mit 3-D einen Umsatz von 9 Mrd. €, darunter seien auch viele kleine und mittlere Unternehmen. Bis 2020 sei mit einem Marktvolumen von 35 Mrd. € zu rechnen. Nötig sei es angesichts starker Konkurrenz vor allem aus Südostasien, „unser Know-how auf die Weltmärkte hinauszutragen“.

3-D-Innovation Center: Wissenschaft und Wirtschaft unter einem Dach

Die Idee für die Einrichtung stammt aus dem im vergangenen Jahr beendeten Projekt Prime (Produktions- und Projektionstechniken für Immersive Medien), das vom Wirtschaftsministerium gefördert wurde. Organisiert und betrieben wird das Center vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI). Zu den Mitgliedern gehören neben Unterhaltungselektronikunternehmen wie LG, Loewe und Sony auch der Kinotechnikexperte Arri sowie Telekommunikations- und Produktionsfirmen.

Ralf Schäfer, Chef des neuen Zentrums und Leiter der Abteilung Bildverarbeitung am HHI, verglich den Startschuss für das Labor mit dem fürs Farbfernsehen auf der IFA 1967 durch Willy Brandt. Es gehe darum, gemeinsam Forschungs- und Vermarktungsinitiativen sowie Arbeitsgruppen etwa für Qualitätsstandards voranzutreiben. Kleinere Firmen wollten die Räumlichkeiten vor allem als Schaubühne nutzen Konzernen komme es darauf an, etwa im Medizinbereich voranzukommen. Einen Konsortialvertrag für alle gibt es dem Wissenschaftler zufolge noch nicht. Das HHI habe mit bilateralen Vereinbarungen begonnen. Diese sähen vor, dass „jeder seine eigenen Patente macht“. Bei gemeinsamen Aktivitäten solle ein übergreifender Vertrag aber noch Rechtssicherheit schaffen.

China in der 3-D-Branche führend

Zur Eile mahnte Wilhelm Mittrich von den Imcube Labs. „Andere Nationen, die vielleicht weniger anzubieten haben, sind smarter in ihrer Vermarktung“, meinte der Projektpartner. Der größte Markt für 3-D sei China, auf dortigen Fachmessen seien deutsche Firmen aber noch nicht anzutreffen, im Gegensatz zur Konkurrenz etwa aus Korea, Japan oder den USA.

„Beim 3-D-Scanning und Geometriedaten-Management ist China führend“, erläuterte Michael Astor vom Marktforschungsinstitut Prognos. Deutsche Firmen befänden sich aber in einer guten Ausgangslage. „Sie haben eine Spitzenposition bei bildgebenden Verfahren in der Medizin und der 3-D-Messtechnik inne“, führte Astor aus. Weltweit die meisten Publikationen auf dem Gebiet gingen auf das Konto von Instituten der Max-Planck-Gesellschaft.

Als wichtigste Anwenderbranchen identifizierten die Prognos-Forscher Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagenbau, Medizintechnik, chemische Grundstoffe, pharmazeutische Produkte, Luft- und Raumfahrtindustrie sowie Architektur und Baudienstleistungen. Dabei gehe der Trend über die Fertigung virtueller Produkte hin zu ganzen digitalen Fabriken im Rechner über einen dreidimensionalen Simulationsverlauf.

Im Kommen sei auch das Erstellen individualisierter Produkte, z. B. von Kronen oder Implantaten im Dentallabor direkt beim Zahnarzt. Gefragt seien ferner produktbegleitende Dienstleistungen wie interaktive Wartungshandbücher für Servicetechniker.

Die Wünsche der Unterhaltungsindustrie, möglichst rasch ein brillenloses 3-D-Erlebnis auf der Mattscheibe zu ermöglichen, kann Astor für den industriellen Bereich nicht nachvollziehen: „Der Zugewinn durch ein stereoskopisches Display ist für Ingenieure nicht so groß wie für den TV-Zuschauer.“ Bildschirme machten daher auch nur 5 % bis 7 % der 3-D-Prozesskette aus. 

Von Stefan Krempl

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