Detektor für Katastrophenhelfer 20.09.2013, 12:57 Uhr

Radargerät hört den Herzschlag Verschütteter

Die NASA hat ein Gerät entwickelt, mit dem sich Verschüttete finden lassen. Es ist deutlich empfindlicher als die Nase eines Suchhundes.

Die NASA arbeitet an einem speziellen Mikrowellen-Radargerät für den Katastropheneinsatz. Es durchdringt sechs Meter dicke Betonmauern, neun Meter dicke Schutthalden und 30 Meter bei freier Sicht. 

Die NASA arbeitet an einem speziellen Mikrowellen-Radargerät für den Katastropheneinsatz. Es durchdringt sechs Meter dicke Betonmauern, neun Meter dicke Schutthalden und 30 Meter bei freier Sicht. 

Foto: dpa-Zentralbild

Menschen, die nach Naturkatastrophen unter meterdicken Schuttbergen liegen, lassen sich künftig mit einem speziellen Mikrowellen-Radargerät finden, das in den USA entwickelt worden ist. Es durchdringt sechs Meter dicke Betonmauern, neun Meter dicke Schutthalden und 30 Meter bei freier Sicht. Der ausgesandte Radarstrahl wird vom Herzen der Verschütteten reflektiert. Normalerweise ginge dieses extrem schwache Signal in  einer Vielzahl von Störungen unter. Den Spezialisten des Jet Propulsion Laboratory im kalifornischen Pasadena, einer renommierten Forschungseinrichtung der Weltraumbehörde NASA, gelang es, Fremdsignale auszublenden, sodass nur noch der Herzschlag registriert wird. An der Entwicklung beteiligt war auch das Department of Homeland Security’s Science and Technology Directorate in Washington, das für die innere Sicherheit zuständige US-Ministerium.

Der Finder (Finding Individuals for Disaster and Emergency Response) ist bereits mehr als 60 Mal getestet worden, allerdings unter Übungsbedingungen. Das Gerät, das bisher lediglich als Prototyp existiert, ist deutlich empfindlicher als die Nase von Suchhunden, zudem auch schneller. Mit einem Schwenk über eine Trümmerfläche lassen sich Verschüttete sofort entdecken. Damit steigen die Überlebenschancen. Außerdem können die Rettungsmannschaften die Bergungsarbeiten so gestalten, das Verschüttete nicht durch Werkzeuge und einstürzende Wände zusätzlich verletzt werden.

Der Finder lässt sich auch per Roboter einsetzen

Ab Frühjahr nächsten Jahres soll das Gerät in Serie gefertigt werden, sodass es für Rettungseinsätze nutzbar ist. Bis dahin ist noch einige Entwicklungsarbeit zu leisten, damit für die Bedienung keine Ingenieure mehr nötig sind, sondern Rettungskräfte genügen, die eine kurze Einweisung bekommen haben. Verbessert werden muss noch die Präzision der Lokalisierung von Verschütteten. Das Gerät in seiner jetzigen Form ist auch für längere Einsätze geeignet. Die Batterie hält 14 Stunden durch.

Bei Einsturzgefahr oder in Regionen, in denen Menschen sich nicht ohne Gefahr für die eigene Gesundheit aufhalten können – etwa bei Großbränden – wird der Finder auf einen fahrbaren Roboter montiert. Bisher muss der Suchkopf noch per Kabel mit einem Computer verbunden sein, auf dessen Monitor die Suchergebnisse zu sehen sind.

Von Wolfgang Kempkens
Von Wolfgang Kempkens

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