Forschung 22.12.2006, 19:25 Uhr

Produktinnovationen sind die Wachstumsstützen in der Chemie  

VDI nachrichten, Ludwigshafen, 22. 12. 06, Si – Insgesamt rund 850 Mio. € stellt die BASF von 2006 bis 2008 für die Forschung in fünf Wachstumsclustern – Energiemanagement, Rohstoffwandel, Nanotechnologie, Pflanzenbiotechnologie und Weiße Biotechnologie – zur Verfügung. Denn von Produktinnovationen aus diesen Schlüsselfeldern erwartet der Konzern ab 2015 mehr als 5 Mrd. € Umsatz.

Mit Umsätzen von jährlich über 4 Mrd. € rechnet die Ludwigshafener BASF AG aus neuen oder verbesserten Produkten, die maximal fünf Jahre auf dem Markt sind. Davon werden laut Dr. Stefan Marcinowski bis zu 20 % der Umsätze zusätzlich aus den Produktinnovationen generiert, also nicht durch Ersatz bestehender Produkte erwirtschaftet. „Innovationen sind die Basis für das profitable Wachstum der BASF“, erklärte das Vorstandsmitglied kürzlich anlässlich der Veranstaltung „Journalisten und Wissenschaftler im Gespräch“ in Ludwigshafen.

Im Jahr 2015 sollen die Umsätze aus Produktinnovationen laut dem Sprecher der BASF-Forschung dann auf jährlich mehr als 5 Mrd. € gesteigert werden. Dafür würden in 2006 knapp 1,3 Mrd. € – gut 20 % mehr als noch 2005 (1,06 Mrd. €) – für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Für 2007 sei eine weitere Erhöhung der Aufwendungen auf 1,4 Mrd. € geplant, so Marcinowski. Damit erweitert die BASF ihre globalen Forschungsaktivitäten, unter anderem durch den weltweiten Ausbau der Forschungslabors und die Einrichtung regionaler Entwicklungszentren.

Die BASF bündelt zudem wichtige technologiegetriebene Zukunftsthemen in fünf Wachstumsclustern: Energiemanagement, Rohstoffwandel, Nanotechnologie, Pflanzenbiotechnologie und Weiße Biotechnologie. Dabei handelt es sich um Querschnittstechnologien, die jenseits der klassischen Fachgrenzen liegen und durch interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit zum Erfolg geführt werden können. Im Rahmen der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stehen für die Forschungsaktivitäten innerhalb der fünf Bereiche in den Jahren 2006 bis 2008 insgesamt rund 850 Mio. € zur Verfügung. Mit Innovationen allein aus diesen Clustern erwartet der Chemiekonzern ab 2015 einen jährlichen Umsatz zwischen 2 Mrd. € und 4 Mrd. €.

Dazu beitragen soll auch die Mitte Dezember angekündigte jüngste innovationsgetriebene Akquisition: Die BASF Future Business GmbH, Ludwigshafen, kauft die im Frankfurter Industriepark Höchst ansässige Pemeas GmbH, einen führenden Hersteller von Komponenten für Brennstoffzellen. Die Akquisition soll bis Ende Januar abgeschlossen sein.

Mit der Übernahme von Pemeas, die Anfang 2005 mit dem 25. Innovationspreis der deutschen Wirtschaft für Start-up-Unternehmen ausgezeichnet wurde, verstärkt die BASF nun ihre Aktivitäten auf dem Gebiet Energiemanagement, einem der fünf erwähnten Cluster. Darin entwickeln die Ludwigshafener neue Technologien und Materialien für die Energiespeicherung und Energieumwandlung sowie zur Nutzung alternativer Energiequellen.

Pemeas verfolgt derzeit zwei Geschäftsziele: Der Bereich „Celtec“ konzentriert sich auf die Entwicklung und Vermarktung von Membran-Elektroden-Einheiten (MEAs) für Hochtemperatur-Polymer-Elektrolyt-Membran (PEM)-Brennstoffzellen. Der Bereich „E-TEK“ entwickelt und produziert Katalysatoren, Gasdiffusions-Elektroden und Elektroden für Niedrig- und Hochtemperatur-PEM-Brennstoffzellen sowie Direktmethanol-Brennstoffzellen (DMFC).

„BASF ist der richtige Partner, mit dem wir in Zukunft das ganze Potenzial unserer innovativen Technologie entfalten können“, freut sich Pemeas-Geschäftsführer Dr. Horst-Tore Land darauf, künftig Teil des BASF-Teams in diesem Wachstumsfeld zu sein. Denn laut Schätzungen der Industrie wird der weltweite Markt für Brennstoffzellen von 1 Mrd. € im Jahr 2010 auf 21,5 Mrd. € in 2020 anwachsen.

Für die Forschungsarbeiten im Wachstumscluster „Rohstoffwandel“ stehen laut Marcinowski 100 Mio. € in den Jahren 2006 bis 2008 zur Verfügung. Die wichtigsten Ausgangsstoffe für die Mehrzahl der Wertschöpfungsketten in der BASF sind heute Olefine und Aromaten, die hauptsächlich durch „Steamcracken“ von Naphtha erzeugt werden. In den fünf Schlüsselfeldern identifizieren die Experten jetzt Verfahren zur Nutzung alternativer Rohstoffe und bewerten diese chemischen und biochemischen Prozesse unter technologischen, ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten. Als alternative Rohstoffe kommen Erdgas, Kohle und nachwachsende Rohstoffe in Betracht. JÜRGEN SIEBENLIST

Future Business kauft Spezialisten für Brennstoffzellen

100 Mio. € für den Wachstumscluster Rohstoffwandel

Von Jürgen Siebenlist
Von Jürgen Siebenlist

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