Forschung 15.09.2006, 19:23 Uhr

Maschinenbau nutzt IT-Know-how  

Maschinen- , Fahrzeugbau und Elektrotechnik greifen dabei stark auf Erfahrungen aus der Informationstechnik zurück.

Schleifmaschinen von Klingelnberg gehen in alle Welt. Deshalb „sprechen“ die Bedieneinheiten der neuesten Maschinengeneration des Herstellers auch die Landessprache, die der Anwender vor Ort wünscht. Der Clou aber ist: Sie führen den Bediener sogar durch die Aufgaben an der Maschine und minimieren so Bedienungsfehler und Stillstandsphasen.

Entwickelt wurde die moderne Mensch-Maschinen-Schnittstelle im Ettlinger Produktionsstandort des Maschinenbauers Klingelnberg. Dafür holte sich das Softwareteam um Amadeus Lopatta Unterstützung bei Xcc Software, einem Softwaredienstleister aus der Nachbarstadt Karlsruhe.Während der Zusammenarbeit fand ein intensiver Wissenstransfer statt. So lernten Softwareingenieure des Zahnradspezialisten den Umgang mit dem neuen Entwicklungswerkzeug „.net“ und der Engineeringpartner vertiefte sein Branchen-Know-how.

Es ist aber auch der Transfer zwischen den Forschungsinstituten und den Unternehmen, der den Nährboden für die Hightech-Region bildet. Adolf M. Kopp, Wirtschaftsförderer der Stadt Karlsruhe, zählt auf: Drei Fraunhofer Institute (ISI, ITB und ICT), die Technische Universität mit dem Forschungsschwerpunkt Grid-Computing, die Hochschule Karlsruhe für Technik und Wirtschaft, der deutsche Wissenschaftshost Fachinformationszentrum Karlsruhe (FIZ) und die Transfereinrichtung für Informatik (FZI) sowie das Forschungszentrum Karlsruhe.

„Bei dieser Dichte können wir Technologietransfer gar nicht verhindern,“ sagt Kopp mit einem Schmunzeln. Im Gegenteil: Kopp knüpft emsig am Netzwerk, das Wissenschaftler und Konstrukteure, Firmen einer Branche oder unterschiedliche Regionen zusammenbringt. Derzeit bereitet er zum Beispiel die nächste Zukunftswerkstatt des grenzüberschreitenden Technologienetzes „Pamina“ vor, ein Cluster für die Region der Südpfalz, des mittleren Oberrheins und des Nord-Elsass. Hier produziert z. B. die SEW-Eurodrive aus Bruchsal am Standort Hagenau. Oder das 1996 gegründete Cyberforum in Karlsruhe, das heute mehr als 600 Mitglieder zählt und die Potenziale der Informationstechnik ausleuchtet. „Netzwerke sind gut, wenn es Nutzwerke sind“, sagt Adolf Kopp.

Auch die elf Transferzentren an den Hochschulen schlagen Brücken zwischen den Forschungsstätten und der Praxis. Dabei spielt die Informationstechnik als Querschnitttechnologie eine Schlüsselrolle für den Hightech-Standort. Nicht allein, dass in der Stadt Internet- und Softwarefirmen zu Hause sind: angeführt von web.de, dem erfolgreichen Internetportal, das im vergangenen Jahr von United Internet gekauft wurde, netviewer, ptv, CAS oder init. Viele ihrer Entwicklungen fließen in die Produkte der Firmen in der Karlsruher Region ein. Die wichtigsten Anwendungsbereiche der IT bilden dabei der Fahrzeug- und Maschinenbau sowie die Elektrotechnik.

So sind es neben den großen Marken wie der LUK, Siemens, Bosch und DaimlerChrysler auch die vielen mittelständischen Betriebe, die auf das Know-how der praxisorientierten Wissenschaftler zurückgreifen. Das FZI stellt z. B. fest, dass sich der Auftragsanteil der kleinen und mittelständischen Unternehmen auf 70 % des FZI-Wirtschaftsertrags beläuft. Von sich reden machen auch Mittelständler wie Prokasro Mechatronik mit ihrem Kanalrobotersystemen oder PMB Maschinenbau, welches bei der A380-Entwicklung mitarbeitete.

Die Leistungskraft der Softwarefirmen der Stadt ist so groß, dass schon vom IT-Offshore-Zentrum Karlsruhe gesprochen wird, das überregional genutzt wird. Den produzierenden Firmen kommt dabei die hohe Affinität der Hochschulen zur Praxis zugute. „Die immer stärkere Vernetzung von Embedded-Systemen und produktnaher Software stellt hohe Anforderungen an die Qualität der Softwareentwicklung“, äußert etwa Edgar Schüber, Vorstand von Xcc Software, und betont, wie wichtig es ist, „als Softwaredienstleister einerseits über aktuelles Technologie- und praxiserprobtes Projektmanagement-Know-how zu verfügen und andererseits die Branchenspezifik zu beherrschen.“ GABI VISINTIN

Von Gabi Visintin

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