HANDYSTRAHLUNG 30.05.2016, 12:40 Uhr

Langzeitstudie: Es gibt doch ein Tumor-Risiko

In einer aufwändigen Studie haben US-Forscher einen schwachen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von gut- und bösartigen Tumoren und der Nutzung von Mobiltelefonen erkannt. Die Gefahr ähnelt der durch Kaffee und Dieseltreibstoff.

Modedesigner Karl Lagerfeld checkt sein Smartphone: Das Risiko für Mobiltelefonnutzer, an Krebs zu erkranken, existiert. Aber es ist gering. Das ist das Ergebnis einer aufwändigen Studie des US National Toxicology Programs (NTP). Angesichts von Milliarden Mobiltelefon- und Smartphone-Nutzern können die Auswirkungen, auf die gesamte Menschheit übertragen, dennoch groß sein.

Modedesigner Karl Lagerfeld checkt sein Smartphone: Das Risiko für Mobiltelefonnutzer, an Krebs zu erkranken, existiert. Aber es ist gering. Das ist das Ergebnis einer aufwändigen Studie des US National Toxicology Programs (NTP). Angesichts von Milliarden Mobiltelefon- und Smartphone-Nutzern können die Auswirkungen, auf die gesamte Menschheit übertragen, dennoch groß sein.

Foto: Jens Kalaene/dpa

Das Risiko für Mobiltelefonnutzer, an Krebs zu erkranken, existiert. Aber es ist gering. Das ist das Ergebnis einer aufwändigen Studie des US National Toxicology Programs (NTP), die jetzt mit einem vorläufigen Ergebnis abgeschlossen wurde. Die Autoren sprechen von einem „schwachen Zusammenhang“ zwischen Handystrahlung und dem Auftreten von Gliomen, einer Krebsart, die vor allem das Gehirn befällt, und von Schwannomen, gutartigen Tumoren, die vor allem im Nervensystem, in diesem Fall aber im Herzen auftraten.

Ratten neun Stunden am Tag bestrahlt

Die 2500 Ratten, an denen die Auswirkungen von Mobilfunkstrahlen getestet wurden, mussten allerdings eine Strahlenexposition über sich ergehen lassen, denen selbst Extremnutzer von Smartphones und Handys nicht ausgesetzt sind. Zwei Jahre lang wurden sie mit Radiowellen der mobilfunktypischen Frequenzen 900 und 1900 Megahertz bestrahlt, und zwar täglich bis zu neun Stunden lang.

Ratte: In den USA wurden an 2500 Ratten die Auswirkungen von Mobilfunkstrahlen getestet. Zwei Jahre lang wurden sie bis zu neun Stunden täglich mit Radiowellen der mobilfunktypischen Frequenzen 900 und 1900 Megahertz bestrahlt. 

Ratte: In den USA wurden an 2500 Ratten die Auswirkungen von Mobilfunkstrahlen getestet. Zwei Jahre lang wurden sie bis zu neun Stunden täglich mit Radiowellen der mobilfunktypischen Frequenzen 900 und 1900 Megahertz bestrahlt. 

Foto: Arno Burgi/dpa

Während sich bei einigen wenigen männlichen Versuchstieren Tumore bildeten, beobachteten die Forscher bei weiblichen Tieren einen Rückgang der Geburtenrate. Erst im Herbst 2017, bei der Vorlage der endgültigen Ergebnisse, sollen die Daten auch quantifiziert werden. Dann sollen die Ergebnisse auch auf das Risiko für Menschen hochgerechnet werden. Mit Kosten von 25 Millionen Dollar handelt es sich um die größte und umfassendste Studie zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Handystrahlen.

Auswirkungen könnten dennoch groß sein

Ein erhöhtes Risiko sei zwar messbar, allerdings nicht besorgniserregend, sagte einer der involvierten Wissenschaftler in einem Gespräch mit  dem Wall Street Journal, das den ersten Zwischenbericht vorstellte. Angesichts von Milliarden Mobiltelefon- und Smartphone-Nutzern können die Auswirkungen, auf die gesamte Menschheit übertragen, dennoch groß sein.

Studie einer spanischen Forscherin bestätigt

Bestätigt fühlt sich die Strahlenforscherin Elisabeth Cardis vom Centre for Research in Environmental Epidemiology in Barcelona. „Es handelt sich um die lange erwarteten Ergebnisse einer wichtigen Studie, die sehr sorgfältig aufgebaut war“, sagte sie der Tageszeitung „Die Welt“.

Cardis hatte 2011 in einer Studie einen schwachen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Mobiltelefonen und den Tumorarten gefunden, die in der NTP-Studie auftraten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Mobiltelefone danach als potenzielle Krebserreger der Stufe 2B eingestuft. Dazu gehören unter anderem Kaffeesäure, die im Kaffee enthalten ist, eingelegtes Gemüse, wie es in Asien beliebt ist, Dieseltreibstoff, Talkum und auch so gefährlich klingende Chemikalien wie Polybromierte Biphenyle.

Junior-Professor Alexander Markowetz von der Bonner Uni warnt vor einem digitalen Burnout. 

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Foto: Barbara Frommann/Uni Bonn

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