Nobelpreisträgertreffen 17.07.2009, 19:42 Uhr

Junge Wissenschaftler auf den Spuren Alfred Nobels  

Die vom VDI vorgeschlagenen Nachwuchswissenschaftler Kathrin Hölsch (27), Theodor Ackbarow (27) und Lutz Hilterhaus (30) wurden von der „Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertreffen“ auserkoren, an der 59. Nobelpreisträgertagung, die kürzlich in Lindau stattfand, teilzunehmen. Über ihre Eindrücke sprachen die jungen Forscher mit den VDI nachrichten. VDI nachrichten, Düsseldorf, 17. 7. 09

HILTERHAUS: Bereits die Anreise nach Lindau ließ mich die Dimensionen dieses Ereignisses erahnen, da ich schon auf dem Weg dorthin überall Leute traf, die dasselbe Ziel hatten wie ich. So entwickelten sich bereits zahlreiche Gespräche im Flieger, an Bushaltestellen und in der Bahn und setzen sich bei Ankunft an der Inselhalle Lindau fort. Vor Ort führten das internationale Flair der Veranstaltung und die große Freundlichkeit der Organisatoren zu einer zügigen Kontaktaufnahme zwischen den „Young Researchern“ untereinander wie auch mit den Laureaten.

Frau Hölsch, wie waren Ihre ersten Eindrücke?

Hölsch: Während der feierlichen Eröffnungszeremonie für das 59. Nobelpreisträgertreffen wurde u. a. die lange Tradition der „Lindau Meetings“ betont. Ich fand es spannend, an einem generationsübergreifenden Event teilzunehmen, das auch schon die Generation meines Großvaters angesprochen hat.

Herr Ackbarow, mit welchen Erwartungen sind Sie nach Lindau gekommen? Hat das Treffen diese erfüllt?

Ackbarow: Ich hatte im Wesentlichen zwei Erwartungen. Zum einen wollte ich die herausragenden Wissenschaftler der letzten Jahre live erleben und an ihren Gedankengängen bzw. an ihrer Faszination für die Wissenschaft teilhaben. Zum anderen habe ich mich sehr gefreut, eine Woche mit anderen jungen Nachwuchswissenschaftlern zu diskutieren.

Herr Hilterhaus, was war für Sie der interessanteste Aspekt des Treffens?

Hilterhaus: Für mich waren das die nachmittäglichen Diskussionen mit den Laureaten. Hier bestand die Möglichkeit, direkt Fragen an einzelne Nobelpreisträger zu stellen, wobei mich am meisten Prof. Gerhard Ertl, dem im Jahr 2007 der Nobelpreis für Chemie zuerkannt wurde, fasziniert. Innerhalb seiner Diskussion wurden nicht nur fachspezifische Themen diskutiert, sondern Ertl erzählte auch aus dem Forschungsalltag und dessen Einfluss auf das eigene familiäre Umfeld. Seine offene Haltung diesbezüglich hat mir klar gezeigt, dass die Zeit vor dem Nobelpreis nicht die einfachste war und so einige Durststrecken beinhaltete.

Frau Hölsch, was haben Sie vor Ort erlebt? Welche Begegnungen haben Sie am meisten fasziniert – sei es mit Studierenden, sei es mit den Nobelpreisträgern?

Hölsch: Mit Abstand am meisten beeindruckt haben mich der Vortrag und die nachfolgende Diskussion mit Sir Harold Kroto, der 1996 den Nobelpreis für die Entdeckung der Fullerene bekommen hat. Er hat mit großem Witz und Enthusiasmus über seine Projekte gesprochen, mit denen er versucht, Kindern in der dritten Welt einen möglichst guten Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Er machte uns deutlich, dass wir einen globalen Bildungsauftrag besitzen und viele der jungen Wissenschafter fühlten sich dadurch angesprochen. Dass die jungen Wissenschaftler sich von Kroto begeistern ließen, zeigte nicht zuletzt der immerzu volle Saal, in dem er zur nachmittäglichen Diskussionsrunde einlud. In seinem Saal war es so voll, dass die Studenten nicht nur auf den Stühlen, sondern auch auf den Fensterbänken und auf dem Boden saßen.

Herr Hilterhaus, welche Nobelpreisträger haben Sie am meisten begeistert? Und warum?

Hilterhaus: Sehr charismatische Nobelpreisträger waren sicherlich Sir Harold Kroto und Richard Ernst. Beide nutzen ihre Vorträge dazu, nicht die Wissenschaft an sich zu präsentieren, sondern allgemeine soziale und gesellschaftsbezogene Fragestellungen zu diskutieren. Den Einfluss von Wissenschaft mit Blick auf die Nachhaltigkeit chemischer Prozesse und die begrenzten Ressourcen war hierbei ein besonderes Anliegen von Prof. Kroto, wohingegen Prof. Ernst sich mehr mit dem Wissenschaftler selbst beschäftigt hat und für ein ausgeglichenes Verhältnis von „Science“ und „Passion“ plädierte. Beide Vorträge waren für mich Highlights, da sie über die pure Wissensvermittlung hinausgingen und interessante Lebens- und Gesellschaftsmodelle vorstellten.

Frau Hölsch, inwiefern hat Sie die Woche beruflich nach vorne gebracht?

Hölsch: Ich fühle mich sehr darin bestärkt, eine wissenschaftliche Karriere einzuschlagen.

Herr Hilterhaus, inwiefern haben Sie privat von dem Nobelpreisträgertreffen profitieren können?

Hilterhaus: Ich habe eine große Anzahl an internationalen Kontakten geknüpft, u. a. nach Kanada, USA, Chile, Liechtenstein, Norwegen und Portugal. Außerdem hat sich mein Eindruck bestätigt, dass zu einem Nobelpreis neben harter Arbeit, wissenschaftlichen Publikationen und Netzwerken vor allem auch das nötige Quäntchen Glück gehört.

Was nehmen Sie von dieser Woche mit nach Hause?

Hölsch: Materiell gesehen einen riesigen Stapel an Visitenkarten. Die Veranstalter haben jeden jungen Wissenschaftler mit eigens für dieses Treffen angefertigten Visitenkarten ausgestattet, die die Netzwerkbildung erleichtern sollten und sehr fleißig ausgetauscht wurden. Ich habe nach dem Nobelpreisträgertreffen bereits einige E-Mails bekommen. jul

 

Von Julia Schlingmann

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