Forschung 31.05.2002, 17:34 Uhr

Jugend forscht: Tüfteln ist in

Was kann spannender sein, als Neues zu entdecken und Antworten auf selbst gestellte Fragen zu finden? 7620 Schüler beteiligten sich am diesjährigen Bundeswettbewerb Jugend forscht.

Uns geht es darum, junge Menschen für die Forschung zu begeistern.“ Die Rechnung von Prof. Bernhard Scheuble, Vorsitzender der Geschäftsleitung des Chemie- und Pharmaunternehmens Merck, das den Wettbewerb Jugend forscht in diesem Jahr ausgerichtet hat, geht auf: Immer mehr Schüler, Studenten und junge Auszubildende scheinen sich vom Forschungsfieber anstecken zu lassen. Die Anmeldezahlen sind gegenüber 2001 um 6 % auf insgesamt 7620 Bewerber gestiegen. „Dabei freut mich besonders, dass der Anteil der Mädchen um rund 10 % gewachsen ist“, betonte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn bei der Preisverleihung vergangenen Sonntag in Darmstadt.
Die Arbeiten der acht Hauptpreisträger gleichen in zwei Punkten den Aufgabenstellungen, denen sich erwachsene Forscher widmen: Sie sind realitätsnah und sie sind von aktuellem Interesse. Allerdings haben die Jungforscher – anders als ihre erwachsenen Vorbilder – meist keine teuren Gerätschaften und großen Fachbibliotheken zur Verfügung. Stattdessen setzen sie Phantasie, Hartnäckigkeit und Gehirnschmalz ein, um zum Ziel zu kommen.
Drei saarländische Schüler beispielsweise haben sich eine Belüftung für Tunnel ausgedacht, die bei einem Brand nicht zerstört werden kann, da sie außerhalb des Tunnels sitzt und die Luft durch eine Deckenöffnung saugt. Zwei Gymnasiasten aus Hamburg untersuchten ein Protein aus der Miesmuschel, das hohe Konzentrationen giftiger Schwermetalle binden kann. Ein 18-Jähriger aus Berlin studierte die Kräfte, die bei niedrigem Flug über Wasser an Flügeln eines Schwans auftreten. Sein Resümee: Durch den Auftrieb könnte ein Flugzeug bei hohen Geschwindigkeiten schwere Lasten ökonomischer transportieren.
Immer mehr Jungforscher begeistern sich für Fragestellungen rund um Informationstechnik und Computer. Mit eindrucksvollen Ergebnissen: Einem 19-jährigen Schüler gelang es, einem Roboter das Balancieren beizubringen – mit Hilfe einer auf Fuzzylogik basierenden Steuerung. Ein Gymnasiast aus Bayern entwickelte eine einfache und kostenlose Zugangskontrolle per Chipkarte zum neuen Computerraum an seinem Gymnasium, der meist leer stand, weil Aufsichtspersonal fehlte. Heute nutzen über 600 Schüler die PC und Lehrer können Hausaufgaben vergeben, die eine Recherche im Internet verlangen. cf
Frischer Wind im Tunnel: Die drei Saarländer Daniel Junker (17), Christian Arm (17) und Andreas Hofmann (16) haben ein Belüftungssystem für Tunnel entwickelt, bei dem die Ventilatoren außen sitzen und die Luft durch einen Kanal ansaugen. Durch den Unterdruck strömt frische Luft ein, und selbst bei einem Brand bleiben Belüftung und Stromversorgung intakt.
Schleimpilze für den Biotest: Den beiden bayerischen Gymnasiasten Martin Etzrodt (19) und Martin von der Helm (18) hat es ein bestimmter Schleimpilz angetan. Bei Untersuchungen in einer neuartigen Messkammer mittels CCD-Kamera fanden sie heraus, dass der Pilz auf Umweltreize mit einer Änderung seiner Zellplasma-Strömung reagiert – eine optimale Voraussetzung, um die Wirkung giftiger Substanzen zu testen.
Muschel mit Schwermetallfilter: Miesmuscheln binden Schwermetalle an ein spezielles Protein und machen es unschädlich für die Zellen. Die Hamburger Felix Christoph Jarck (20) und Laura-Kathrin Behlich (17) untersuchten die Struktur des Proteins, das selbst Temperaturen von 90 0C schadlos übersteht.
Galaxien im PC: Wenn Galaxien sich zu nahe kommen, kann sich das Erscheinungsbild der Sterne verzerren. Sebastian Bürgel (17) und Elisabeth Krause (18) aus Niedersachsen gelang es, solche Phänomene mit schnellen Heimcomputern zu simulieren.
Mathematik mit Folgen: Der Thüringer Gymnasiast Ralph Tandetzky (18) ist von mathematischen Zahlenfolgen fasziniert. Er versuchte, sie durch mathematische Funktionen zu ersetzen, und zwar nicht nur für reelle, sondern auch für knifflige komplexe Zahlen.
Vom Schwan lernen: Bei niedrigem Flug über Wasser nutzt der Schwan ein Luftkissen, das sich durch Stauluft aufbaut. Der Berliner Pawel Piotrowski (18) nahm sich die variable Form der Flügel zum Vorbild und studierte in einem Windkanal die Auftriebskräfte. Ergebnis: Durch den entstehenden Auftrieb könnte ein Flugzeug bei hohen Geschwindigkeiten schwere Lasten ökonomischer transportieren.
Schüler ans Netz: Klaus Michael Doth (19) störte sich daran , dass der neue Computerraum an seiner Schule meist ungenutzt blieb, da Lehrer zur Aufsicht fehlten. Der Bayer entwickelte eine einfache und kostenlose Zugangskontrolle, für die er den Chip von Telefonkarten zur Identifizierung der Nutzer einsetzt. Die Folge: Heute sind die neuen PC fast immer belegt.
Roboter gelingt Balanceakt: Einrad fahren ist schwer, diese Erfahrung machte der bayerische Jungforscher Daniel Gurdan (19). Er baute einen einachsigen Roboter, der durch einen Motor in der Balance gehalten wird. Tests verschiedener Sensoren waren nötig, bis die auf Fuzzylogik basierende Steuerung funktionierte. Der Roboter rollt und kann das Gleichgewicht halten.

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