Sicherheit verbessert 27.11.2014, 08:33 Uhr

Intelligenter Sprachassistent lenkt Autofahrer nicht mehr ab

Ein intelligentes Sprachsteuerungssystem fürs Auto soll das Fahren sicherer machen. Forscher der Universität Bielefeld haben ein System entwickelt, dass die Ansage bei kritischen Fahrmanövern von sich aus unterbricht.

Überholen bei schlechter Sicht und dann quatscht auch noch der Sprachassistent: Bei letzterem setzen Bielefelder Forscher an. Sie haben ein System entwickelt, das gefährliche Fahrsituationen erkennt und dem Sprachassistenten derweil das Reden verbietet. Weniger Ablenkung für mehr Sicherheit.

Überholen bei schlechter Sicht und dann quatscht auch noch der Sprachassistent: Bei letzterem setzen Bielefelder Forscher an. Sie haben ein System entwickelt, das gefährliche Fahrsituationen erkennt und dem Sprachassistenten derweil das Reden verbietet. Weniger Ablenkung für mehr Sicherheit.

Foto: Bodo Marks/dpa

Mit Sprachdialog-Systemen im Auto können Fahrer ihr Navigationsgerät, Radio oder auch das Handy per Ansage steuern. Sicherer als während der Fahrt zu telefonieren ist das aber dennoch nicht. Das ist jedenfalls das Ergebnis zweier amerikanischer Studien. Sie stellten fest, dass Sprachsteuerungssysteme in Autos das Fahren unsicher machen, weil sie oft komplex oder anfällig für Fehler sind. Zu einem echten Störfaktor werden sie oft, wenn der Fahrer eine schwierige Verkehrssituation meistern muss – beispielsweise ein Überholmanöver. Die gängigen Systeme sprechen dann nämlich einfach weiter.

Ansage wird unterbrochen

Sprachwissenschaftler der Universität Bielefeld haben jetzt ein Sprachdialog-System entwickelt, das mehr kann als die anderen: Es unterbricht seine Ansage, wenn es kritische Fahrmanöver erkennt, und spricht erst weiter, wenn die Situation vorbei ist.  „In kritischen Situationen wie Überholmanövern reicht die Konzentrationsfähigkeit nicht aus, um zusätzliche Aufgaben zu bewältigen“, begründet David Schlangen von der Uni Bielefeld. „Der Fahrer wird zum Multitasking gezwungen, wodurch ihm beide Aufgaben – Fahren und Zuhören – schwerfallen.“

Erster Test im Fahrsimulator

Das System hat den ersten Test bereits bestanden: 17 Versuchspersonen erprobten es in einem Fahrsimulator und verglichen es mit herkömmlichen Systemen. Simuliert wurde eine Autobahnfahrt. Ein Lichtsignal gab den Probanden das Zeichen zum Überholen. Während der Fahrt meldete sich das Sprachdialogsystem bei ihnen – und  machte die Fahrer auf Termine aufmerksam.

Das Forschungsteam testete den zurückhaltenden Sprachassistenten im Fahrsimulator. Heraus kam, dass das System so gut wie gar nicht ablenkt. 

Das Forschungsteam testete den zurückhaltenden Sprachassistenten im Fahrsimulator. Heraus kam, dass das System so gut wie gar nicht ablenkt. 

Foto: Universität Bielefeld

Das herkömmliche Gerät textete auch dann weiter, wenn der Fahrer mitten im Überholvorgang war. Das neue System stoppte, sobald der Fahrer zum Überholen ansetzte. Es sprach erst weiter, wenn das Manöver vorbei war. Dabei wiederholte es Teile des bereits Gesagten, so dass der Wiedereinstieg natürlich klang.

Nachgewiesen: Gefahr von Unfällen sinkt

„Damit konnten wir nachweisen, dass unser System im Vergleich zu einem herkömmlichen deutlich weniger ablenkend wirkt. Es hat deutlich weniger negativen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit beim Fahren“, betonte Schlangen. „Dank unserer neuen Technik fährt der Fahrer präziser und, zumindest in der Simulation, sinkt die Gefahr von Unfällen. Bei herkömmlichen Systemen verschlechtert sich die Leistungsfähigkeit so stark wie beim Telefonieren während der Fahrt.“

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