Forschung 01.12.2006, 19:25 Uhr

In Europa spielt Deutschland vorn mit  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 1. 12. 06, moc – Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg hat mit der EU einen „Innovationsindex 2006“ für Europa erstellt. Deutsche Regionen, vor allem der Südwesten, zählen zu den innovativsten. Aber es gibt auch Indikatoren, die die langfristige Innovationsfähigkeit der Region in Zweifel ziehen

So ernsthaft verwundert es niemanden mehr: Seit Jahren schon liegt der Südwesten Deutschlands an der Spitze, wenn es um die Innovationsfähigkeit deutscher und europäischer Regionen geht.

So wurde auch in dem neuen „Innovationsindex 2006“, den das Statistische Landesamt Baden-Württemberg zusammen mit der EU auflegte, diese Spitzenposition wieder bestätigt: Baden-Württemberg ist erneut die Region in der EU mit der höchsten Innovationskraft.

Hightech-Hochburgen innerhalb des Muster-Ländle selbst sind insbesondere der Landkreis Böblingen und der Bodenseekreis mit Friedrichshafen sowie der Stadtkreis Stuttgart, der noch vor zwei Jahren an der Spitze stand.

Im Rahmen der Erhebung dieses Innovationsindexes wurde die gesamte EU in 68 Regionen aufgeteilt, sodass etwa kleinere Länder wie Finnland oder Luxemburg mit Bundesländern wie Hessen oder Hamburg konkurrieren.

Immerhin sind unter den ersten 20 der Rangliste allein zehn deutsche Bundesländer vertreten, darunter Berlin (Platz 2), Nordrhein-Westfalen (16) und Thüringen (20). Unter den letzten 20 ist nur ein Bundesland: Von der 68 Regionen liegt Sachsen-Anhalt auf Platz 50.

Deutlich machen diese Statistiken auch, dass Innovationsfähigkeit nicht zwingend mit einer positiven Arbeitsmarktbilanz einhergeht: Zwar stimmt der Zusammenhang von geringer Arbeitslosigkeit und relativ hoher Innovationskraft in Bayern (Platz 5 der Rangliste) und Baden Württemberg, für Berlin mit seiner Arbeitslosenquote von 16,5 % und Nordrhein-Westfalen (10,6 %) aber nicht.

Es gibt zudem einige Indikatoren, die darauf hinweisen, dass auch nicht alles Gold ist, was im Südwesten der Republik glänzt. Diese Indikatoren legen nahe, dass die Innovationskraft einzelner Regionen auf einer zunehmend schmaleren Basis steht.

So sind im Einzugsbereich der Industrie- und Handelskammer Stuttgart in den Jahren zwischen 1993 und 2003 die Patentanmeldungen zwar um etwa ein Sechstel gestiegen, aber für diesen Anstieg sind allein wenige Großunternehmen in der Region – insbesondere DaimlerChrysler und Bosch – zuständig.

Das Besorgniserregende dabei ist, so eine Studie der IHK Stuttgart vom Anfang dieses Jahres, dass im gleichen Zeitraum die Anmeldung von Patenten aus kleinen und mittleren Unternehmen, von Einzelerfindern und aus öffentlichen Forschungseinrichtungen um ein Viertel gesunken ist.

Dies entspricht dem Trend in der Bundesrepublik, demnach es immer weniger die kleinen Unternehmen sind, die die Innovationskraft des Landes stützen, sondern zunehmend die großen.

Der IHK Stuttgart waren diese aus der Region alarmierenden Daten Anlass genug, von der Landesregierung eine stärkere Förderung innovativer kleiner und mittlerer Unternehmen zu fordern: „Die Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung in den mittelständischen Unternehmen ebenso wie der Technologietransfer aus den Forschungseinrichtungen in die Betriebe müssen schnellstens verbessert werden“, so IHK-Präsident Günter Baumann.

Die in dieser Studie festgestellten Trends mögen auch ein Grund mit dafür sein, warum innerhalb von Baden-Württemberg Stuttgart seinen ersten Platz – den es noch bei dem Innovationsindex 2004 innehatte – an Böblingen verloren hat.

Auch eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kommt zu einer wesentlich zurückhaltenderen Einschätzung zumindest der langfristigen Innovationsfähigkeit von Baden-Württemberg.

Die Studie attestierte dem Land zwar, dass es „außerordentlich erfolgreich“ bei Forschung und Umsetzung sei, aber im internationalen Vergleich nur einen „relativ geringen Teil seiner beachtlichen Wirtschaftskraft“ in sein Bildungssystem investiere.

Überraschend auch die Position des größten deutschen Bundeslandes in dem neuen Innovationsindex. Nordrhein-Westfalen steht hier im gesamteuropäischen Vergleich auf Platz 16. Und das, obwohl der jüngste Innovationsbericht des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, dem Land einen deutlichen „Innovationsrückstand“ attestiert und eine nur unterdurchschnittlich ausgeprägte Wettbewerbsfähigkeit bei Hoch- und Spitzentechnologien. W. MOCK

 

Von W. Mock

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