Ausstellung 17.08.2012, 11:00 Uhr

IdeenPark 2012 bietet Einblick in die Welt der Ingenieure

Wie funktioniert eine Herzoperation, weshalb schwimmt ein Schiff? Und wie gelangt der Strom von der Nordsee eigentlich ins Ruhrgebiet? Die Anworten liefert noch bis zum 23. August der ThyssenKrupp IdeenPark auf dem Gelände von Messe und Gruga in Essen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können hier mit allen Sinnen erleben, was es heißt, Ingenieurin oder Ingenieur zu sein.

Messe Essen: Kindern, Jugendlichen und Erwachsenenen technische Zusammenhänge näherbringen.

Messe Essen: Kindern, Jugendlichen und Erwachsenenen technische Zusammenhänge näherbringen.

Foto: Messe Essen

Nach Stunden braucht Jonathan Marschan eine Pause. Den ganzen Vormittag und frühen Nachmittag ist der Elfjährige vor seinem Opa Rainer hin- und hergeflitzt, kreuz und quer durch den IdeenPark auf dem Essener Messegelände. Jetzt sitzt er auf dem Boden im Halbdunkel von Halle 12 und blickt mit müden Augen auf einen Bildschirm, der einen Flugsimulator zeigt. Den Kopf hat Jonathan in die Hände gestützt.

Die Messehallen ringsum strotzen nur so vor Technik. Vom 11. bis zum 23. August können die Besucher hier in ihre eigenen Körper blicken, sie können Flugzeuge bauen und eine Großstadt mit Elektrizität versorgen. Überall ist Technik erlebbar, können die Besucher mitmachen, anfassen, bewegen – Kinder wie Erwachsene. Der Veranstalter ThyssenKrupp rechnet für die knapp zwei Wochen mit insgesamt 400 000 Technikbegeisterten.

Zwei davon: Jonathan und Rainer Marschan, Enkel und Opa. Kurz nachdem sich die Tore des IdeenParks um 10 Uhr geöffnet haben, betreten die beiden das Essener Messegelände. „Lass uns in Halle 2 beginnen, so können wir dem ersten Ansturm entkommen“, sagt Opa Marschan und lotst den Elfjährigen durch die Besuchermassen. Im Stadtquartier „KörperKino“ angekommen, finden die beiden Stände zum Thema Technik in Sport und Medizin.

Jonathan entdeckt ein Laufband vor einem großen Bildschirm. Er klettert auf das Trainingsgerät, beginnt zu joggen und schaut gebannt auf den Monitor. Auf diesem sieht er aus der Ich-Perspektive einen Wanderweg, der ihn durch einen Wald führt. Immer schneller hasten seine Füße über das Laufband. Bald kommen dem Jungen am Boden liegende Baumstämme entgegen. Intuitiv springt er und spurtet weiter. Dass er das Spiel sofort verstanden hat, belohnt das Programm mit Punkten, die in der rechten oberen Ecke aufblinken. Die Hindernisse kommen nun in immer kürzeren Abständen, Jonathan keucht. Neben weiteren Baumstämmen rollen auch abwechselnd von links oder rechts Steine in den Weg, die er durch gegenläufige Ausweichbewegungen auf dem breiten Laufband meistert.

Die Idee hinter dem Gerät ist, das Laufbandtraining attraktiver zu gestalten und so zur Bewegung zu motivieren. Über 5000 Drucksensoren im Laufband reagieren auf Sprünge sowie Ausweichbewegungen des Läufers. Ziel ist es, neben der Muskulatur und Ausdauer auch den Gleichgewichtssinn zu stärken. Einsatzmöglichkeiten bietet das System in der Rehabilitation.

IdeenPark Quartier “KörperKino” zeigt Rolle der Ingenieure in der Medizin

Im Quartier „KörperKino“ können Besucher auch erleben, welche Rolle Ingenieure in der modernen Medizin spielen. Neben Therapiegeräten und robotischen Gesundheitswächtern gibt es dort Technik, die Ärzten die Arbeit am Operationstisch erleichtert.

Jonathan nimmt die Spritze in die Hand. Konzentration! Der Patient auf dem Tisch – der Teddybär Winnie Puh – ist in einem schlimmen Zustand. Jonathan soll ihn am Herzen operieren und steht ratlos vor dem geschlossenen Brustkorb. Vor sich auf einem Bildschirm erkennt er mittels Magnetresonanztomografie das Herz und die Spitze seiner Spritze. Vorsichtig navigiert er das Werkzeug, dann ist es so weit: Die Spritze trifft das Herz.

Wenige Meter entfernt, steht der elfjährige Lukas Post mit weit ausgebreiteten Armen vor einem großen Käfig aus Nylonnetzen. Er lehnt den Oberkörper leicht nach hinten und starrt gespannt auf die Drohne vor ihm. Durch seine Bewegungen hebt sich das Flugobjekt surrend vom Boden und kommt direkt auf ihn zugeschwebt. Lukas beugt sich behutsam nach vorn und versucht, die Drohne wieder in die Käfigmitte zu steuern. Diese reagiert träge auf die Bewegungen des Jungen, kommt der Begrenzung bedrohlich nahe. Lukas bückt sich stärker nach vorn, die Arme zucken, doch er kann den Absturz nicht mehr verhindern.

Ein Hauch von Chemieunterricht in den Sommerferien

Trotz des schönen Wetters hat sich Lukas mit seinem Vater auf den Weg nach Essen gemacht, um einen Einblick in die Welt von morgen zu erhaschen. „Ich bin hier, weil ich mich für Technik interessiere“, sagt der Elfjährige. Die Ausstattung in seiner Schule sei nicht so gut. Umso besser ist sie in den Quartieren des IdeenParks, von denen manche eine Spur von Chemieunterricht in die Sommerferien hauchen.

Um den Tisch sitzen zwei Laborantinnen in weißen Kitteln und einige Kinder – darunter wieder Jonathan. Er betrachtet ein randvolles Glas Wasser vor ihm, senkt den Kopf auf die Höhe des Glasrandes. „Da ist ja ein Hügel“, sagt Jonathan. Das hänge mit der Oberflächenspannung zusammen, erklärt eine Laborantin. Jonathan nimmt aus einer Dose eine Büroklammer und schiebt sie vorsichtig auf das Wasser – sie bleibt liegen. Gespannt ist die Oberfläche, gespannt ist auch Jonathan. „Und jetzt schütte etwas Spülmittel dazu“, sagt die Laborantin. Gesagt, getan, gesunken: Vorbei ist’s mit der Oberflächenspannung.

Luis Fernando zieht seinen Großvater durch die schwach ausgeleuchtete Halle. Sein Blick ist auf die Miniaturflugzeuge gerichtet, an denen sechs kleine Bastler tüfteln. „Das ist cool. Das will ich auch machen“, ruft der Neunjährige. Nach einer kurzen Einführung kann Luis loslegen.

Der Schüler drückt den Lötkolben mit seiner Rechten auf die Tragfläche. Von dem Zinndraht in seiner Linken löst sich ein silberner Tropfen. Mit ernster Mine schiebt Luis seine Schutzbrille nach oben und begutachtet das nächste Bauteil. Er vergleicht die Ziffern auf dem Kondensator und dem Flugzeugmodell, senkt die Schutzbrille wieder auf seine Nase und greift nach dem Lötkolben. Als das letzte Stück fest angebracht ist, steckt Luis das Modell auf eine Batterie. Die von ihm angebrachten LED-Leuchten flackern auf. Er lässt die Schultern fallen, atmet tief durch und strahlt über das ganze Gesicht. Geschafft!

IdeenPark-Veranstalter präsentieren 16 Technikwelten und 600 Workshops

Das „AeroDrom“, in dem Jung und Alt sich über Flugzeugtechnik informieren können, ist nur einer von vielen Themenbereichen des IdeenParks. Der kleine Luis hat die Möglichkeit, noch 15 weitere Technikwelten zu erkunden, in denen mehr als 600 Workshops und über 400 Exponate die Besucher zum Entdecken einladen. Rund 200 Partner aus Industrie, Wissenschaft, Forschung und Bildung haben in den letzten drei Jahren hart gearbeitet, um Kinder und Jugendliche spielerisch an das Thema Technik heranzuführen.

In der Dunkelheit des Weltalls im „AeroDrom“ entdeckt Jonathan sofort die Mondrover und marschiert zielstrebig darauf zu. Diese Modelle von Mondfahrzeugen erforschen ein Areal, das wie die Oberfläche des Erdtrabanten gestaltet ist. Dort angekommen, greift Jonathan nach einem Tablet-PC. Mithilfe des Touchpads steuert der Elfjährige behände das Fahrzeug. Vorwärts, rückwärts, links, rechts, alles nur durch Fingerdruck. Als er über einen in die Mondoberfläche eingearbeiteten leuchtenden Punkt fährt, staunt der Junge nicht schlecht. Auf dem Tablet-PC erscheint plötzlich ein Informationskasten. Dieser klärt ihn über Größe, Entfernung und Beschaffenheit des Mondes auf. Beflügelt von dieser Entdeckung macht sich Jonathan auf, auch die weiteren Punkte anzufahren.

Ein unbemannter Mondrover, wie er als Modell im „AeroDrom“ zu steuern ist, soll auch in Wirklichkeit die Mondoberfläche erkunden. Wenn alles nach Plan läuft, wird er schon 2013 Bilder und Videos vom Mond zur Erde funken.

Für Jonathan war dies heute die letzte Entdeckung, er ist müde. Mit Opa Rainer macht er sich nun auf den Heimweg. Für die beiden steht fest: „Wir kommen auf jeden Fall wieder!“

Von C. Boeckmann, S. Funke, I. Hartbrich, L. Schneider

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