Forschungscluster 02.12.2011, 12:04 Uhr

Hightech aus Eindhoven

Auf dem ehemaligen Philips-Gelände in Eindhoven hat sich ein Forschungs- und Entwicklungscluster der besonderen Art angesiedelt. Vielfältig und engagiert arbeiten hier rund 8000 Menschen an künftigen Anwendungen. Sie reichen von der Medizintechnik über IT-Sicherheit bis hin zu Energiemanagementsystemen.

Nanotechnik, neue Werkstoffe und Verfahren, aber auch Innovationen in der Softwaretechnik leiten die nächsten Schritte in die Nutzung von IT und Telekommunikationstechnik ein. Geräte und Anwendungen werden immer kleiner und integrierter. Die Energie für ihren Betrieb kommt künftig vom Anwender selbst.

Aus Trends wie Körpernetzwerken, intrinsischer Sicherheitstechnik oder der Verbindung von Medizin und IT wird der Anwendungsmix der nächsten Monate aufgesetzt. Grundlagen für die technische Umsetzung in marktfähige Produkte und Services stellen Forschungszentren zur Verfügung.

Hightech aus den Niederlanden: Nationales Forschungscluster sitzt in Eindhoven

Der nationale Forschungs- und Entwicklungscluster der Niederlande ist in Eindhoven angesiedelt. Auf dem ehemaligen Philips-Gelände sind im heutigen Hightechcampus Einhoven insgesamt mehr als 100 Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen aktiv, 44 davon agieren derzeit mit dem Status „Start-up“.

Rund 8000 Menschen sollen hier nach den Worten von Campus-Geschäftsführer Franz Schmetz für ihre Unternehmen möglichst revolutionäre Hard- und Software bauen, mit denen sie und ihre Auftraggeber in den Märkten der nahen Zukunft erfolgreich agieren können.

Jüngstes Ergebnis aus den Laboren von Philips ist die Vital Signs Camera App für das iPad 2. Sie erlaubt es, die Atemfrequenz und den Herzschlag eines Menschen allein durch das Kamerabild zu messen. Für den Herzschlag muss die Kamera mindestens 1 cm2 Haut und für die Atmungshäufigkeit den gesamten Brustbereich erfassen können. Ausreichend Tages- oder Kunstlicht wird ebenfalls gebraucht.

Noch gibt es keine ausgereiften Systeme im Markt, die gemessene Daten ausgewertet an den Hausarzt oder zum Gesundheitszentrum übertragen. Mit der Verfügbarkeit und Nutzung solcher Apps aber und damit genügend großen, aussagefähigen Datenmengen gewinnen diese Systeme jedoch an Relevanz.

Hightech Made in Eindhoven: App misst Atemfrequenz und Herzschlag durch das Kamerabild

Dann, so die Philips-Forscher, würden in Zukunft auch Verhaltens- oder Therapieempfehlungen zurück auf Tablets oder Smartphones gesendet werden können. Auch Leberfunktionen ließen sich bereits von der Haut ablesen, entsprechende Apps und Services seien aber noch Zukunftsmusik.

Apropos Haut: Die Forscher und Entwickler am Eindhovener Holst Centre messen Gehirnströme mit einer Art Mütze. Das Instrument zeichnet Intensität und Balance von rechter und linker Hirnhälfte auf. Damit lassen sich Aussagen über die Emotionslage eines Probanten treffen.

Interessant ist hierbei nicht der Aspekt Lügendetektor. Vielmehr interessiert die Forscher, dass diese Geräte mit minimalsten Impulsen auskommen. Und zwar sowohl in Bezug auf die im Millirem-Bereich liegenden Hirnströme, als auch im Hinblick auf die benötigte Energie für das Messgerät selber. Hierfür reichen als Energiequellen bereits heute kleinste Batterien aus.

In Zukunft kommen die Geräte mit der am Körper vorhandenen oder von ihm erzeugten Wärme, Oberflächenspannungs- oder Bewegungsenergie aus. Damit werden Geräte und Services immer minimal-energetischer. Die Body Area Networks kommen.

Tony Picard, bei Intrinsic-ID für Produkt- und Geschäftsentwicklung zuständig, hebt hervor: „In der gesamten IT gleicht kein Chip dem anderen. Darum können wir auf Basis der Einzigartigkeit eines IC-Bausteins jede ID-Karte eindeutig identifizieren.“

Bei der Methode wird dem Chip eine IP-Adresse zugeordnet und als Schlüssel für eine Zugangs- oder Kreditkarte hinterlegt. Per Onlineabgleich mit der für jeden Serviceanbieter offenen Intrinsic-Datenbank wird der Schlüssel erkannt und eine Zahlung oder ein Zugang freigegeben.

Chiphersteller NXP Semiconductors ebenfalls auf dem Forschungscampus von Eindhoven angesiedelt

Der Chiphersteller NXP Semiconductors, ebenfalls auf dem Eindhovener Campus angesiedelt, setzt die sogenannte Hardware Intrinsic Security (HIS) auf seinen Smartcards ein. In der HIS-Initiative arbeiten bereits zwölf Unternehmen an der Verbreitung dieser Verschlüsselungsmethode.

Die Anwendung Power Matcher von NXP ist derzeit noch im Bereich Zukunftsvision angesiedelt. Gemeinsam mit dem Energieforschungszentrum ECN (Energie Centrum Nederlands) haben die Chipexperten eine Anwendung für das Energiemanagement entwickelt. Mit ihr lassen sich Kosten sparen und der Energieverbrauch senken.

Der Ansatz besteht darin, den Strom clever nutzen: Anschalten, wenn er preiswert ist, und wenn er teurer ist, etwas weniger verbrauchen. Um das zu ermöglichen, kann der Power Matcher (PM) längst nicht nur den jeweils günstigsten Strompreis ermitteln.

Über die Simulation des Stromverbrauchs der betreffenden Stadt kann der PM auch erreichen, dass zusätzliche Ressourcen aus regenerativen Energiequellen dann zugeschaltet werden. Beispielsweise dann, wenn plötzlich zu viele Verbraucher Strom nutzen wollen, wenn er am billigsten ist. Das führt NXP-Forschern zufolge zu einer insgesamt besseren Umweltbilanz und lenke die Kosten beim Verbraucher von „dummer“ Strom- zu „schlauer“ Servicenutzung. 

www.hightechcampus.nl

Von Konrad Buck

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